USA

Die Achse des Bösen

Nachdem sich für Nordkorea erstmal niemand gefunden hat, lautet der Plan nun 7 Wochen Nationalparks im Westen der USA…
Hinweise, Tipps etc. werden gerne entgegengenommen 😉

Ticks

Wenn ich auch manchmal gezweifelt habe, ob es in den USA soviel zu schreiben gibt, wie im Iran, so zeigt mir schon der Reise „100 Hikes in California’s Central Sierra & Coast Range“ wieder lustige Kulturunterschiede. Zum Thema Zecken steht dort: „At night do a thorough tick check, which means running your hand through your hair, exploring arm pits, and checking out all other „you know where“ places that can’t be mentioned by name in a family book.“ Damit weiß man immer hin woher Joanne K. Rowling ihr „er dessen Namen nicht genannt werden darf“ her hat. 😉

Tag 1: there is a short delay or welcome to the US or everything is bigger in uhhm Colorado

Der erste Tag des Urlaubs war vor allem durch fliegen und warten geprägt. Aber von vorn: die Frau von Couchsurfing hat mir gestern Abend gesagt, dass ich leider nicht bei ihr schlafen kann. Daher stand als erstes auf der Todoliste: neue Unterkunft finden. Dank Airbnb alles kein Problem. Jill hat innerhalb weniger Minuten zugesagt und damit war das erste Problem schon in Berlin auf dem Flughafen gelöst.
In Minneapolis gelandet und schon steh ich vor dem Schalter von Homeland Security. Nicht nur ich sondern auch noch etliche Andere aus 3 Maschinen. Deswegen haben sie auch zwei Schalter aufgemacht. Lange Rede… Eine gemütliche Stunde später war ich drin und hatte auch meine Zeit bis zum Anschlussflug sinnvoll überbrücken können.
In Denver gelandet stellte sich heraus, dass man den Flughafen nicht einfach so verlassen kann. Die Zugverbindung zwischen dem Terminal A und C war unterbrochen.
Eine lustige dreiviertel Stunde später fuhr der Zug aber doch noch, was gut war, da man nicht einfach laufen kann.
Dann gibt es Shuttle zu den verschiedenen Autovermietungen. Erwartungsgemäß (nach diesem Tag) kamen alle anderen Busse außer meinem.
Dank alamo bin ich nun mit einem Hyundai unterwegs. Der hat zwar keine Steckdose, aber dafür 6 Zylinder und Allradantrieb, was mich angesichts unbefestigter Straßen beruhigt.
Einkaufen hab ich nachdem ich die Ausfahrt nicht gesehen habe auf morgen vertagt.
Dann bin ich direkt zu Jill gefahren, die mich ebenso direkt mit netter Unterhaltung, Pizza und Salat versorgt hat. Zauberhaft. Machte aus dem ersten Tag doch einen guten Start.
Zum Thema everything is bigger… wollte ich eigentlich den Duschkopf und das Pfefferminz-Hippie-Duschgel (was sehr schön erfrischend ist) nehmen, hab mich dann aber doch für den Herd und die Croutons entschieden.

Und dann direkt ins Bett.

Tag 2: Was tut man mit einer Mastercard Traveller oder watch out for wildlife!

Nach einem Frühstück und mit Tüten und Frischhaltedosen von Jill ausgestattet machte ich mich auf den Weg zum Einkaufen.
Vorher noch schnell Geld holen bei: Citywide Banks 12075 E 45th Ave #100.
Bei der Gelegenheit auf die harte Tour gelernt: Hausnummern stehen vorne! Nicht hinten! Gemerkt habe ich es als ich im Nirgendwo in einem Wohngebiet stand und weit und breit keine Bank zu sehen war. Nunja.
Wenn man dem Navi die richtige Nummer sagt, führt es einen auch da korrekt hin (nur 16 Kilometer zurück). Tausend Dank an dieser Stelle an Sabrina, die es mir geborgt hat. Ohne es würde ich wahnsinnig werden. Und es gibt einem ein Gefühl von zu Hause, da man die Abbiegehinweise in einer verständlichen Längenangabe hat.
Bei der Bank konnte man auch gleich lernen, dass es keinen Grund gibt, dass Auto zu verlassen (wie ich es getan habe), man hätte einfach den Drive-through-Schalter verwenden können. Never walk again. 100$ abgehoben und weiter geht es.
Auf zum Target-Superstore (nicht so krass beeindruckend wie es klingt)! Nachdem ich also meine umfangreiche Liste abgearbeitet hatte stand ich an der Kasse. Die Kassiererin hatte ich schon fast in den Wahnsinn getrieben, da ich gerne welche von den beworbenen (aber nicht an der Kasse vorhandenen) wieder verwendbaren Tüten haben wollte. Na gut, dann nicht. Richtig traurig wurde ich dann erst als die Kassiererin mir erklärte, dass meine Kreditkarte nicht akzeptiert würde. Auch der ATM im Markt weigerte sich mir Geld zu geben. Mit beiden Karten.
Ich hatte 100$. Kein Internet. Keine funktionierende Karte. Keine Regenjacke. Kein Essen.
Ich weiß andere Leute haben das als Reisekonzept. Ich nicht!
Auf meinem Telefon befand sich dann eine Nachricht, dass meine Karte auf Grund einer verdächtigen Transaktion gesperrt wurde. Ein Gespräch mit dem Kollegen in Frankfurt ergab, dass die Bank das wohl manchmal so macht bei Abbuchungen im Ausland. Man könne die Karte ja aber freischalten im Vorfeld mit der App. Haha, hab ich gemacht. Spaßvogel! Stimmt, haben Sie gemacht.
Was also macht man wohl mit einer Mastercard Traveller? Wohl zumindest nicht im Ausland einkaufen. Hätte man ja auch ahnen können.
Anyway weiter geht es zu REI: Kocher, Regenjacke, Smartwool Socken (stinkfreie Füße trotz Wanderstiefeln), Bärenfaß,Deed, kiss my Face-Zahnpasta usw. kaufen. Ein Mitarbeiter des States Colorado ist im Laden dafür abgestellt einem mit einfachen (aber kostenlosen) Karten und Tipps zu Wanderungen zu helfen. Könnte Globetrotter auch mal einführen.
So. Stunden später als geplant geht es los in den Rocky Mountain National Park.
Auf dem Weg bereits Schilder: watch out for wildlife! Na, dafür bin ich hier! Anders als bei den leeren Versprechen in Brandenburg (Fischotter 200m) steht hier auch wirklich ein Reh auf der Straße.
Alles gut organisiert!
Das Zelt meiner liebsten Schwester aufgebaut, die Klotür mit USB-Anschluss installiert und noch mehr Rehe gucken gehen.

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Tag 3: Moose, Elk oder der Einbruch

Nach dem es in der Nacht wie blöd schüttete und ich mich schon seelisch und moralisch auf einen Tag im Discovery Center eingestellt hatte, stand ich um sechs auf und die Sonne schien am blauen Himmel. Also rin ins Auto und auf zur Old Fall River Road.

Glücklicherweise war sie nicht mehr zerstört durch die Flut von 2013, wie die Karte behauptete. Auf dem Weg waren dann sowohl Elk als auch Moose anzutreffen und zu photographieren. Auch für Müllers gefürchtete Panoramareihe war an diesem Tag einiges dabei, doch dazu später mehr (wie auch zu allem anderen, da die Bilder noch auf der Kamera sind). Nur so viel:es hat sich definitiv gelohnt das Teleobjektiv mitzunehmen auch wenn das wechseln nervt. Man braucht also eine zweite Kamera. 🙂
Nach einem leckeren Frühstück (junge Frau im Visitorcenter: ich darf Ihnen nichts empfehlen aber es gibt ein Lokal wo draußen Leute warten…) machte ich mich auf den Weg zu Cascade Falls. Die Wasserfälle waren auch da, die angekündigten Tiere auf der Wiese dahinter nicht. Aber dafür war ich ja bedient worden. Insgesamt waren es erfreulich wenig Leute. Wie angekündigt: geh wandern und lasse 95% der übrigen Besucher/-innen zurück.
Im Anschluss konnte ich mich noch mal überzeugen dass das everything is bigger auch für Eis gilt (Cookie dough):
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Die Dame vom Visitorcenter empfahl mir einen Frühstart, wenn ich an einem Sonnabend tatsächlich zum Bear Lake fahren will. Ja, ich will um 6 los. Make it 5!
Schnell noch Tanken fahren. Zum ersten Mal überhaupt, mit einem Auto wo ich nicht weiß wie man die Tankklappe aufmacht und ich nicht weiß was es trinkt…. Jaja ein Abenteuer, aber ein freundlicher Ami erklärte mir die Funktionsweise der Zapfsäule und welches ich nehmen muss.
Als ich wieder am Zeltplatz ankam, musste ich feststellen, dass mein Zelt offen war, nachdem ich es morgens zugemacht hatte. (Das Schloss, was ich mir von meinen Eltern geborgt hatte hab ich vorsichtshalber zu Hause vergessen. Hab ich erst beim Zelten gemerkt. Da war es zu spät.) Es schien aber soweit alles da zu sein (auch meine 500 € Outdoorkrameinkäufe). Allein der einzige Gegenstand von persönlichem Wert für mich war nicht auffindbar: das Schweizer MacGyver Taschenmesser was ich von meiner Schwester bekommen habe. Dementsprechend schlecht gelaunt ging ich ins Bett. Zu meiner großen Freude und zu eurer Beruhigung kann ich sagen, es tauchte am folgenden Abend in einer der 10000 Plastetüten wieder auf die den hinteren Teil meines Autos bevölkerten.

Tag 4: Bierstadt Lake – übergeigte Überschriften

Der Empfehlung folgend bin ich also absurd früh aufgestanden (so wie sonst auch zu Schulzeiten) und bin zum Bear Lake gefahren. Weitere Empfehlungen konnte die Frau im Visitorcenter Grand Lake nicht abgeben, sie sei nie auf der anderen Seite. Erinnert mich an Markus (ein Freund meines Bruders) der im Prenzlauer Berg auf die Frage nach einer Straße antwortet: „Bin nich von hier, bin aus Charlottenburg!
Am Bear Lake angekommen machte ich mich auf den Weg zum Bierstadt Lake. Ein kurzes hoch und runter, das mit einem niedlichen Bergsee belohnt wird. Kein Bier, keine Stadt. Aber auch keine anderen Touris trotz Wochenende.
Bear Lake selbst, ist ein netter kleiner See der aber dank seiner quasi barrierefreien Zugänglichkeit gut frequentiert ist (aber auch nicht nervig überlaufen). Von Bären keine Spur.
Im Anschluss noch Burger essen mit Blick auf die Rockies beim Visitorcenter Fall River, quasi als Ausgleich für das regelmäßig genutzte WLAN.
Dann nach Boulder zum Couchsurfing bei Skatje und ihrem Mann. Beide in der IT Branche und sehr nett. Beim Abendessen kamen wir auf die anstehenden Vorwahlen zu sprechen und beide favorisierten Bernie Sanders, meinten aber das der Großteil ihn nicht kennen würde, er aber die Gewerkschaften hinter sich hat. Ihr Tipp war aber das es auf Clinton vs. Bush hinauslaufen wird. Colorado ist nebenbei bemerkt einer der Staaten wo man sich für die Vorwahlen anmelden muss und nur bei einer Partei mit abstimmen darf.

Tag 5: Im Hinterhof der Klimaforscher/-innen und Wonderwoman

Auf die Empfehlung meiner Gastgeber/innen folgend machte ich mich am Morgen auf den Weg zum NCAR, die eine nette Hands-on-Ausstellung zum Thema Klima(wandel) haben und in deren Umgebung es tolle Wanderwege gibt, die einen innerhalb kürzester Distanz von einer kakteenbewachsenen Fläche zu einem feuchten farndurchzogenen Canyon führen. Auch im Bear Creek Canyon war aber von Bären nix zu sehen. Ebensowenig die angekündigten Berglöwen und die Klapperschlangen. Die Füße im Fluss zu kühlen war dennoch sehr schön und das Gespräch mit den zwei dort rumhängenden Frauen ebenso. Leider waren Scherben drin, so dass ich einen Glasspitter im großen Zeh hatte.
Im Anschluss fuhr ich nach Downtown Boulder wo ich mir erstmal ein S’mores und Lemon Cheesecake Eis genehmigte,um im Nachbarladen auf die folgende Brause zu stoßen:

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Doch Boulders Fußgängerzone hat noch mehr Überraschungen auf Lager, so habe ich zu meiner großen Begeisterung bereits am fünften Tag in Amerika Wonderwoman getroffen. Sogar Punker gab es, die im Garten des Gerichts abhingen.
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This country is just amazing.
Auch schön die Nachhaltigkeit bei der Toilette von The Kitchen (wo ich zu Abend speiste…. nich die Toilette…): es gab einen kleinen Stapel von gerollten kleine  Handtüchern anstatt von Einwegpapiertüchern.
Insgesamt ist Boulder eine sehr sympathische Stadt, direkt am Fuße der Berge, mit Unicampus, mit liberalem Klientel und entsprechenden Auswirkungen: Radwege, Bioläden und entsprechend hohen Mieten. Quasi wie Freiburg. Bloß mit Punks.

Tag 6: Samla oder Despite of my rage I’m still just a rat in the cage

Nach dem ich ausnahmsweise mal ausgeschlafen habe, machte ich mich daran meine Ausrüstung zu komplettieren. Ein Schloss. Mehr Essen. Und dann auf zum Army and Navy Surplus. Denn das ist der einzige Ort, wo es Original-MRE (Meal ready to eat) von der Army zu kaufen gibt. Die sind mit einem extra Beutel ausgestattet in dem sich eine Chemikalie befindet, die wenn sie mit Wasser in Kontakt kommt den inneren Beutel mit dem Essen erwärmt. Gibt es vereinzelt auch in lecker. Warum brauch ich sowas? Weil das Essen im Grand Canyon ausgebucht ist und ich keine Lust hab meinen Kocher usw. runterzuschleppen.
Die dritte Station des Shoppingmarathons:Ikea. Auch wenn ich Schubladendenken sonst stets verurteile, hat mich das Einkaufstütenchaos in meinem Auto fast in den Wahnsinn getrieben. Daher hab ich mich für Unmengen an Samla Plastekisten entschieden, so dass jetzt eine Systematik existiert, man etwas wiederfinden kann (abgesehen vom Feuerzeug) und nicht bei jeder Kurve (oder hypothetischen abrupten Bremsmanövern) alles durcheinander fliegt.
Am Nachmittag war ich dann bei Victoria, einer sympathischen älteren Lady, die als Innenausstatterin arbeitet und deren Haus entsprechend hübsch ist.
Abends stand das Marilyn Manson und Smashing Pumpkins Konzert im Red Rocks Amphitheater auf dem Plan. Auf dem Weg dorthin schüttete es bereits in Strömen. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Also Regensachen raus und rin ins Vergnügen.
Rechtzeitig zum Beginn von Marilyn Manson hörte der Regen aber auf und alles war schick. Erwartungsgemäß ist er eine Rampensau und lieferte eine Show ab (inkl. Hand mit einer kaputten Flasche aufritzen, Bibelverbrennung und halbnackten Frauen (Shake your asses for Jesus!)). Für eine Vorband okay.
100 Millionen mal besser waren dann aber Smashing Pumpkins. Diese haben sich entschlossen, erstmal nur alte Hits zu spielen und den neuen Kram später zu bringen. Dazu ein toller Sternenhimmel und im Hintergrund die Lichter von Denver. Gänsehautkombi!

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Die Heimfahrt zu Victoria gestaltete sich schwieriger als nötig, da die Ordner/innen mich nicht da hinfahren ließen wo ich hinwollte und im Anschluss das Navi und Google mit der durch die Baustelle blockierten Straße überfordert waren. Anyway. Sehr schöner Abend.

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Tag 7: Gibt es noch jemand der kandiert? Und Sand everywhere!

Beim hochladen verloren gegangen. Mist muss ich noch mal schreiben.
Am Morgen nach dem Konzert habe ich noch gemütlich mit Victoria gefrühstückt und dabei kamen wir auf die anstehenden Vorwahlen zu sprechen. Victoria meinte sie würde nicht unbedingt Hillary wählen, nur weil sie eine Frau ist. Es gäbe doch noch jemand bei den Demokraten, der kandidiert hat, aber er fällt ihr nicht ein. Bernie Sanders. Wzbw.
Gestärkt (und mit gewaschener Wäsche) mache ich mich auf den Weg zum Great Sanddunes National Park. Eine Menge von Dünen, die durch die Winde aus Südwesten entstanden, da diese den Flusssand aus den Bergflüssen aufhäuften.
Erfreulicherweise finde ich auf dem Zeltplatz (first come first serve) noch einen Platz (sogar mit Blick auf die Dünen).
Dann geht es los in die Dünen. Eine Familie lässt mich ihren Sandschlitten ausprobieren.
Da es nach Gewitter aussieht ist und ich Schiss vor feinem Sand habe, habe ich meine Kamera zurückgelassen. Auf dem Weg zur Spitze der höchsten Düne ist weniger Gepäck aber nicht so schlimm. Oben angelangt treffe ich einen Franzosen (Mathe Lehrer hier in Amerika), der eine ähnliche Route vorhat wie ich. Nur ohne Plan.
Zusammen die Dünen runterrennen macht ein ähnlich tolles Gefühl wie das Konzert am Abend zuvor. Und nur manchmal sind unsere Beine schneller als der Rest vom Körper.
Zum Abendessen gibt es Bratwürste (außer dem Namen nicht toll) und Riesenmarshmallows (die aber nicht so leicht zu essen sind und für Giant S’mores werben).
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Ein paar Rehe kommen direkt auf unseren Zeltplatz aber der Junge von nebenan ist mit Roboter und Alien spielen beschäftigt.

Tag 8: Falls? Falls! Ungeplant und trotzdem schön!

Da ich gestern meine Kamera nicht mitgenommen hatte, weil ich a.) keinen Sand drin haben wollte und b.) es hässlich, fies nach Regen aussah, bin ich heute morgen um fünf aufgestanden um noch mal in Ruhe und zum Sonnenaufgang auf die höchste Düne zu klettern. Es war (überraschenderweise) niemand sonst unterwegs,so dass ich die Dünen ganz für mich hatte. Wunderschön und ganz still. Ich wusste dass man noch nicht oben ist wenn man schon fest daran glaubt, hatte meine Kamera in Hülle und Plastetüten verpackt und erreichte den Gipfel mit einer wunderbaren Aussicht auf das ganze Tal, wobei hier auch die Täler größer sind. 😉 Panoramabilder werden wie vieles andere nachgeliefert.
Der Sand wird mich wohl für den Rest der Reise begleiten. Und die Erinnerung auch.

Zwischenstop auf Empfehlung der Ranger: Zapata Falls. Ein Wasserfall, den man nur erreichen kann wenn man durch den Fluss watet. Mit Teva-Sportsandalen und Wanderstöcken kein Problem, die mir nachfolgenden Leute mit Turnschuhen guckten etwas angestrengt.
Nächstes Ziel Durango und der Million Dollar Highway nach Ouray. Zwischendrin noch bezaubernde Aussichten und ein weiterer Wasserfall.

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An eben diesem Highway habe ich einen bezaubernden Zeltplatz an einem kleinen Bergsee gefunden, der sogar noch Platz hatte (es gab auch ganz furchtbare RV-Parks von der Straße aus zu sehen). In dem kleinen See war ich schwimmen und von seinem Ufer aus konnte man Adler (mit frisch gefangenen Fisch) beobachten.
Ich gebe hiermit zu, dass auch ungeplant sehr schön sein kann. Aber entspannter find ich das andere trotzdem.

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Damit bin ich mit dem Blog auf dem aktuellen Stand. Naja. Wenn es hier Empfang gäbe. Daher halte ich wohl morgen mal beim Supermarkt oder so.

Tag 9: Devils Garden vs. Garden of Eden oder Primitive Trails

Den zauberhaften Platz am See hinter mir lassend, mache ich mich auf den Weg zum Arches National Park. Auf eben diesem treffe ich Sam, einen weiteren Lehrer (Life sciences). Ich befrage ihn zum Stellenwert von Intelligent Design im Bio-Unterrricht aber beruhigt mich und meinte in 99% der Schulen wird es nicht gelehrt. Lediglich einige Ecken in Texas kämen dafür wohl in Frage. Er geht aber auf die Kontroverse ein.
Vorbei an alten Minen geht es nach Ouray, wo die heißen Quellen ausgelassen werden müssen, da mein Navi noch einige Kilometer bis Moab anzeigt. Die Fahrt geht auf einsamen Straßen durch schöne Schluchten bis nach Utah. Weit und breit niemand in sengender Hitze… bis… bis auf einen Kriegsveteranen, der auf seinem Scooter (E-Rolli) mit Anhänger und vier US Fahnen durch die Hitze tuckelt. 750 Meilen hat er schon geschafft und für den Berg eben hat er 3 Stunden gebraucht. Er sammelt Spenden für Veteranen.
In Moab wird wieder deutlich dass ich die Basics noch nicht verinnerlicht habe („egal wie kurz die Strecke auch sein mag, fahre immer mit dem Auto!), da ich den elend langen Weg von der Eisdiele zum Burgerladen zu Fuß absolviere. Immerhin kann ich so auf dem Rückweg das Problem mit der rutschenden Hose und das des fehlenden Hutes lösen (sieht vielleicht doof aus, sieht aber keiner). Weiter geht es zu den Steinbögen. Leider kam nicht nur ich auf die Idee, sondern auch Millionen andere. Die Herausforderung ist also so zu photographieren, dass die Bögen zwar drauf sind, die übrigen Touris aber nicht. Beim Windows-Arch lässt sich das lösen in dem man den Primitive Trail nimmt. Dort ist nämlich niemand. Wie so oft sind die primitivsten Wege manchmal die schönsten. Vergleicht man übrigens Devils Garden mit dem Garden of Eden, so ist ersterer deutlich schöner. Im Devils Garden treffe ich auf ein Lehrerehepaar aus Maine, das mit ihren Töchtern unterwegs ist. Sie haben ein paar Ergänzungen für meine Todoliste. Doch dazu später mehr.

Tag 11: Like a hummingbird or the Europeans love them!

Ich hab Kak nach Empfehlungen für Bryce Canyon gefragt, sie meinte ich soll lieber zum Red Canyon fahren. Gab aber auch zu nicht sich nicht so auszukennen. Angesichts von 15 Jahren die sie hier wohnt hat mich das überrascht. Nachdem ich am Morgen mit einer gekonnten 20 Punktwendung (um nicht rückwärts die steile Ausfahrt runter zu müssen) im Dunkeln losgefahren bin stellte ich jedoch überrascht fest das Bryce Canyon weiter weg ist als gedacht. Wenn man also Zion vor der Haustür hat warum dann 1.5h fahren. Okay. Ich hab es mal trotzdem gemacht und war froh so früh los gefahren zu sein, da am Parkplatz Bryce Point ungefähr 3 Autos waren. Eine Zahl mit der ich gut leben kann. Auf dem Peek-a-boo-Loop ging es hinab in den Canyon. Anhalten. Photo machen. Weiter. Anhalten. Photo machen. Weiter. You get the picture…
Zwei Jungs kamen mir entgegen, sonst war lange niemand weit und breit. Obwohl es ein Sommerwochenende war. Einziger Nachteil des Trails: er wird auch für Pferdetouren genutzt. Die kamen mir dann später entgegen, waren zum Teil Dank eigenwilliger Pferde als Entertainmentprogramm geeignet.
Über den Navacho-Trail und die Wallstreet ging es wieder nach oben. Dort wurde mir dann klar, warum ich so zeitig los bin. Tausende kamen mir entgegen.
Am Sunsetpoint angekommen lief ich dann jedoch quasi wieder allein zurück zum Ausgangspunkt, da fast alle die Aussichtspunkte mit dem Auto ansteuerten. Find ich prima.
Nun hab ich etliche Photos von Sandsteinsäulen, da die aber alle auf der anderen Kamera sind muss ich die erst mal auf den Laptop ziehen und dann hochladen.
Auf dem Rückweg hab ich noch kurz bei der German Bakery angehalten. Zum Abendessen gab mir Kak dann aber sehr leckeres selbst gebackenes Brot und frische Eier von den Girls. Zusammen mit Tomaten aus Utah ein sehr tolles Abendmahl.
Da es noch keine Bilder aus Bryce gibt, ein Bild was zeigt warum jeder eine Klotür mit USB-Anschluss dabei haben sollte.
Es handelt sich übrigens tatsächlich um Kolibri, die hier rumsausen. Kak: The Europeans love them. Yes, we do!

Tag 12: Wo Engel landen

Es ist immer noch Wochenende, es sind immer noch Ferien. Zion National Park gehört zu den beliebtesten Parks. Daher gilt im Sommer immer eine Shuttlebuspflicht für Teile des Parks. Der erste Bus fährt um sechs. Pfui. Aber ich tue es erneut. Als ich um fünf aufwache (ohne Wecker) steh ich auf und fahre los. Ziel ist Angela Landing. Ein Weg der mir von Sam und dem Lehrerehepaar empfohlen wurde (und von Friedas&Michels Reiseführer). Mit Ketten zum festhalten und allen drum und dran. Aus meinem Bus steigen noch fünf Leute mit mir aus. Auch eine Zahl, die ich verkraften kann.
Die ersten Kilometer auf dem Weg sind betoniert (da hab ich mich noch ein bisschen lustig gemacht über die Engel) . Aber hinter dem Scouts Point beginnt der Spaß. Sehr zu empfehlen. An der Spitze des Felsens sind wir dann vielleicht zu acht oder so plus etliche freche Squirrels und Chipmunks, die einem den Müsliriegel aus dem Rucksack klauen wollen.
Beim Abstieg zeigt sich ein ähnliches Bild wie an den vergangenen Tagen: ganz ganz viele Menschen, aber weniger hinterhergeschliffene Kinder. Vermutlich weil der Weg schon als anstrengend beschrieben wird.
Die ankommenden Busse sind vollgepackt, die zum Visitorcenter sind leer. Beim selbigen tobt jedoch auch der Bär.
Auf dem Weg zurück zeigte sich auf Zion von der besten Seite: Bighorn Sheep in großer Zahl.
Ich habe bei der Gelegenheit meine Übernachtung auf dem Zeltplatz in Zion (gleich neben dem Visitorcenter) abgesagt. Ich bleibe lieber noch eine Nacht hier (siehe oben). Diesmal dann vielleicht auch mit Sternen.
Eigentlich hatte ich überlegt noch zu Pando zu fahren. Einem der größten lebenden Organismen. Da es aber 3h hin und 3h zurück waren, hab ich dann doch drauf verzichtet.
Zum Abschluss noch der Ausblick von dem Sofa auf dem ich gerade sitze:
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Leider sind unten auf der Straße Idioten (ich lass es mal auf Verdacht ungegendert) die aus dem Truck aus Spaß auf Hasen schießen. Da sie vermutlich ein Kumpel vom Cousin des Sheriffs sind bringt Nummernschild aufschreiben vermutlich nix. Auch das ist Amerika.

Tag 13: Regen fällt auf die Welt, grau ist das Himmelszelt… Oder the sign oder enjoy the silence

Mähhh. Tag 13 macht seinem Namen alle Ehre. Ich war zu spät für die Coyote Buttes Lottery (nur 20 Menschen dürfen da pro Tag rein), weil es nicht im Visitorcenter von Kanab war sondern in einem anderen nahe dabei. Aber eben eine Minute zu spät. Egal wenn das Wetter morgen auch so bleibt darf man eh nicht in den Canyon. Es schüttet nämlich in Strömen. So dass heute wohl nicht mehr viel passieren wird. Der eigentlich geplante Trip zum Observation Point in Zion geht nämlich über eine Dirtroad die bei dem Wetter zur Muddroad werden dürfte. Da ich nich im Nirgendwo im Schlamm stecken bleiben will…
Zum Frühstück war ich bei der German Bakery und habe dort auch ein weiteres lustiges Schild gesehen (siehe oben).
Ansonsten gibt es noch ein paar die ich nicht photographiert hab:
– auf der Autobahn eine Abfahrt namens Lone Tree (mit einem Schild drunter: No Services. Wen wundert es.)
– Tiny Town
– Garfield County
Und ganz viele Schilder mit der Begründung: it’s the law!
So z. B. an Zebrastreifen oder zur Anschnallpflicht.
Einige mit dem Hinweis:
state law, was ein bisschen so klingt, wie wir finden es auch albern aber der Bundesstaat zwingt uns.

Nachdem ich eine Weile auf der Terrasse gesessen habe und den für Anfang September zugesagten Artikel angefangen habe (bis der Akku alle war), kam die Sonne wieder heraus und ich machte mich doch nochmal auf den Weg zum Coral Pink Sanddunes State Park. Kleinere Dünen als bei den Great Sanddunes aber dafür in Orange. Sehr schön. Sehr ruhig. Leider reicht ein Idiot mit nem Buggy aus um die Stille zu zerstören. Normalerweise sind es wohl viel mehr. Aber Dank des Regens ist auch hier nicht viel los. Zum Sandboarding und zum Rodeln ist der Sand zu feucht.
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Und außerdem noch, typisch für Wüstenregionen (man erkennt es schlecht: ein Golfplatz!)
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Direkt an der Straße(nkreuzung) und gleich neben der Tankstelle.

Tag 14: One is all you need oder Nicht die Saarschleife!

Auf dem Weg nach Page kam ich am Lake Powell vorbei, einer National Recreational Area. Ein schöner Stausee (wir fragen nicht die Ureinwohner, ob sie den auch toll finden). Sieht jedenfalls prima aus und man kann auch baden. Leider lässt sich das gestern gesagte zu den Dünenbuggys auch auf Jetski und Motorboote übertragen… One is all you need…
Wie auch immer, weiter ging es zum Antelope Canyon, nur um zu lernen, dass dieser sich auch einer solchen Beliebtheit erfreut, dass spontanes Auftauchen nicht mehr drin ist, sondern man auf jeden Fall reservieren muss, insbesondere wenn man zur relevanten Zeit (wenn die Sonne reinscheint) eine Möglichkeit haben will. Nun gut, kommt auf die Liste für das nächste Mal. Horseshoebend hingegen war sehr schön (warm) und es ist doch schon was anderes als die Saarschleife (eine Assoziation eines Vaters aus NRW).
Ratzfatz weiter durch die 10 Meilen Baustelle mit Tempo 35 zum Grand Canyon (South Rim). Unterwegs noch an Indianerkrimskramsständen beschlossen, dass ich und niemand sonst von meinen Freund/-innen einen original-Indianer-Staubfänger ähh Traumfänger braucht. Sollte ich mich getäuscht haben, bitte meldet euch per Kommentar.
In der Kachina Lodge gibt es nicht nur eine Badewanne sondern auch unbegrenzt Strom, Kühlschrank und Internet. Dies nutze ich um mal die 64GB Photos zu sichern und Platz für neue zu schaffen. Was aber das Problem insgesamt nicht löst.
Der Mann von der Bright Angel Lodge empfahl mir allen Ernstes um vier Uhr loszugehen. Das find ich ganz schön früh. Selbst mit der Zeitverschiebung von einer Stunde, die es hier irgendwie noch gibt. Na mal gucken.
Auf jeden Fall bin ich dann erst mal weg. Also nicht wundern.
Ein weiser Mann (Pelz) hat mal gesagt: „was am allein reisen nervt, ist das allein essen gehen.“
Bisher war es immer okay dabei Blog zu schreiben. Jetzt sitze ich jedoch in einem Hotel Restaurant was so vornehm ist, dass ich das wohl sein lassen sollte (die Kellner/innen schleppen immer einen Ständer durch die Gegend (get your mind out of the gutter) auf dem die Speisen präsentiert werden).
Na ich geh mal Nachtisch begutachten.

Die Ente war übrigens sehr lecker und der Nachtisch auch.

Tag 15: It’s getting hot in here

Um zehn vor vier klingelt der Wecker. Nach Checkout und allem bin ich vielleicht 4.20 auf dem Weg nach unten. Vor mir ist nur eine Gruppe mit Lampen zu sehen. Diese stellt sich später als Familie mit vier Kindern raus, die aber nur bis zu einer Zwischenstation will. Dank des frühen Starts kann ich nicht nur den Sonnenaufgang sehen sondern auch den überwiegenden Teil im Schatten laufen. Da der Bright Angel Trail lange durch einen Seitenarm verläuft sieht man nicht so viel vom Canyon. Dafür ist er weniger steil. Dadurch wurde das ganze aber auch weniger aufregend als gedacht. Mir kamen dann einige Leute entgegen, die zu ebenso nachtschlafender Zeit aufgebrochen sind. Auf dem Weg sind noch ein paar Mule Deer zu bewundern und ein paar Multimedia kommen mir entgegen.
Auf der Phantom Ranch angelangt, stelle ich fest das außer am/im Fluss (dem Bright Angel Creek) sitzen, von den Fischen gekitzelt werden und Postkarten schreiben (an die Leute wo man Postleitzahlen usw.  auf dem Handy hat) nicht viel geht.
Das Zelt wird vom Sturm umgeweht (auf Sand gebaut) und zum Glück gibt es große Steine und Essenscontainer… Da fällt auf dass ich doch glatt die Klotür vergessen habe…
Unten auf dem Zeltplatz und der Ranch sind überwiegend Europäer/innen anzutreffen. Das Steakdinner ist vor allem ein Beispiel für Organisation und systematische Abfütterung.
Angesichts der Touris die mit dem Boot da sind und gekentert sind, fragt man sich ob man das in der rotbraunen Brühe, die sich Colorado River nennt wirklich möchte.
Der Abend bringt nicht wirklich die erhoffte Abkühlung. Der Wind fühlt sich eher an wie ein Fön.

Tag 16: Down is optional, up is mandatory or look it’s full of stars

Das früheste Frühstück auf der Phantom Ranch beginnt um 5. D.h. Ausschlafen. Naja das Zelt und alles muss vorher noch zusammen gepackt werden. Beim Frühstück sitzt mir ein Paar gegenüber. Auf die Frage ob ich allein reise, sagt der Mann: Oh good, no one to hold you back. So unterschiedlich sind die Perspektiven. Auf jeden Fall unterstützten beide nochmal die Aussage des Reiseführers das der South Kaibab Trail viel schöner sei (und überhaupt kürzer und die Ranger nehmen den auch immer und sie ja auch und überhaupt…).  Mein eigentlicher Plan war aber den Bright Angel wieder hinauf zu gehen. Vor allem weil es Wasser am Weg gibt und weniger steil erschien mir auch nicht so doof. Lange Rede kurzer Sinn: als ich zu der Wegschneiden kam, entschied ich mich für den South Kaibab Trail und war sehr glücklich damit,  da die Aussichten doch deutlich spektakulärer waren. Wie auf der Ranch angemerkt wurde, wartet oben niemand mit einer Medaille für die schnellsten. Schade. Eine Medaille für alle wäre auch okay gewesen.
Auf dem Weg (weit oben) begegneten mir zwei untrainiert wirkende junge Frauen, die mir erklären dass sie runter und hoch an einem Tag machen wollen. Stupid. Steht auch auf allen Schildern. Das Problem ist dabei, dass sie damit sich nicht nur alleine in Gefahr bringen sondern auch potentielle Retter/innen.
Gleiches gilt für die Runter und wieder Runter und wieder Hoch-Renner. Die sind zwar fitter, aber auch da: ein falscher Schritt und du liegst im Graben.
Wie auch immer, ich bin wieder oben. Und erfreulicherweise ohne Schmerzen in den Knien (Dank Partellastraps und Stöcken und dem weniger steilen Weg runter) und sogar ohne Blasen (Dank neuer Einlagen und Compete Blasenvorbeugestift).
Im Anschluss ging es weiter nach Flagstaff zu Doug, der zum einen ein wunderschönes Haus hat und zum anderen ein Hottub mit Blick auf den Sternenhimmel. Der ideale Ort um, nach einem leckeren Abendessen Downtown Flagstaff, die doch etwas erschöpften Beine zu erholen.

Tag 17: sliding rocks

Der Klettergarten in Flagstaff musste angesichts des Zustands meiner Beine auf mich verzichten. Der Slide Rock State Park hingegen war genau das richtige (mit 30$ nicht unbedingt ein Schnäppchen). Im Fluss über natürliche Rutschen rutschen ist genau dass was ich noch hinbekommen habe.
Zudem gab es noch Familien mit teilweise wasserscheuen Teenie-Mädchen als Entertainmentprogramm. Sehr lustig, wenn eine Familie versucht ein Mädchen zum Rutschen zu kriegen. Auch schön war wenn sich dann die spanischsprechenden Omas und Opas irgendwann durchgerungen haben mit all ihren Sachen doch zu rutschen.
Wie auch immer, beim letzten rutschen des Tages habe ich mir den Ringfinger der rechten Hand gequetscht, weil er in einer Felsspalte stecken blieb während ich schon weiter war.
Als Single denkt man ja manchmal so nen Ringfinger ist gar nicht so wichtig, aber wenn er dann mal nicht geht… Auch blöd.
Lynn erzählte mir heute, dass der Slide Rock schon ewig ein beliebtes Ausflugsziel war, dass aber da früher nur „naked hippies“ waren. Ist jetzt nicht mehr so.
Weiter ging es nach Sedona, einem magischen Ort, an dem sich allerlei spirituelle Freaks tummeln und Leute aus Phoenix Urlaub machen, weil es so schön kühl ist. Die Ansicht kann ich nur begrenzt teilen. Daher bin ich froh Phoenix keinen Besuch abzustatten.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt (auch das Wandern im Umfeld ließ ich ausfallen) machte ich mich auf den Weg zum Garden Grove Retreat Center. Ein Yoga-Center am Oak Creek, also eben jenem Fluss durch den ich eben noch gerutscht bin. Meine Gastgeberin Puma St.Angel half mir weiter mit einer Schiene, so dass mein Finger jetzt geschient ist. An eben jenem Abend stand zu meiner Überraschung eine Party auf dem Programm. Und damit ein Haufen lustiger (und sehr freundlicher) Leute, mit denen ich sonst mich wohl eher nicht unterhalten hätte (etliche davon waren spirituell deutlich anders drauf als ich), aber dafür ist Sedona wohl auch das prädestinierte Pflaster.
Nichtsdestotrotz lernte ich das Kalifornien mit 14% Einkommensteuer wohl ganz schön zuschlägt, während Arizona wohl nur 4% will. Das Bauvorhaben in Kalifornien wohl ewig dauern und Millionen in den Rückbau  von begradigten Flüssen gesteckt wurde ohne die Qualität des Wassers zu verbessern. Außerdem stellte sich heraus, dass der Großvater (vor 9. Generationen, eben jener Johann Konrad Weißer, zusammen auf einem Schiff mit Rockefeller) von einem aus dem Rheinland kam, auf der Flucht vor den französischen Katholiken. Wir sind also quasi Brüder. Naja. (Sehr spannend sind auch die Ausführungen zu Überfremdungsängsten, der englischsprachigen Bevölkerung und zu integrationsunwilligen Deutschen.)
Ich konnte mit Fossil Creek etwas weiteres auf meine Todoliste für den nächsten Besuch setzen, da ich keinen Jeep habe und nicht probieren wollte, ob mein Auto diese Straße übersteht.
Vom Dach aus konnte man sehr schön den Sternenhimmel sehen, auch wenn der Mond leider zu hell ist.

Tag 18: This parrot is dead oder das Tierhäuschen

Nachdem ich das Garden Grove Retreat Center (siehe Bild) hinter mir gelassen habe, fuhr ich Richtung Prescott. Auf dem Weg guckte ich mir noch das Tuzigoot National Monument (welches an eben diesem Tag 75. Geburtstag feierte und Cupcakes verteilte) an, eine Ausgrabungsstätte früher Ureinwohner/innenhäuser (sogar zweistöckig mit Stützwand), kaufte mir bei der Gelegenheit einen neuen Hut, da ich meinen alten verloren habe. Der neue ist sogar nicht aus China sondern Made in USA. Als ich die Rangerin fragte wie bescheuert der Hut aussieht auf ner Skala von 1-10, meinte sie gar nicht und ich könnte ihr vertrauen, schließlich sei sie diejenige mit einem Geburtstagshütchen auf dem Kopf.
In Prescott, war der Farmers Market schon zu,dafür gab es aber ein Cowboy Shoot Out Theater und Western Krims. Naja.
Machte ich mich also auf den Weg zu Lynne in Chino Valley. Sie war nicht da, aber die 4 Hunde, 2 Katzen, 2 Papageien, Hühner und Wellensittiche und die Tür war offen (für mich).
Als sie dann kam, haben wir uns sehr nett unterhalten. Eine ältere Dame, deren Leben durch die Wirtschaftskrise ordentlich durcheinander gewirbelt wurde: Haus weg, Laden weg, Mann weg.
Ihre Empfehlung folgend machte ich mich auf die Suche nach der Pizzeria, die fieser Weise bei Google mit der falschen Hausnummer drinsteht. Ende gut, alles gut. Eine Monster große Pizza, von der ich die Hälfte geschafft habe und die andere am folgenden Tag vergessen habe mitzunehmen.
Meine Allergie gegen Hunde und Katzen machte den Aufenthalt ein wenig anstrengend, aber es war ja nur für eine Nacht.

Tag 19: Is it a bird? Is it a plane? No, it’s Superman! oder Jump! oder And I will walk 500 miles

Ratzfatz ging es am nächsten Morgen über die Route 66 nach Las Vegas und nach dem der Abschnitt zwischen Seligman und  Kingman der schönste sein soll, bin ich dankbar für alle die mir von dem Rest abgeraten haben. Er ist ganz schön aber doch nicht so hammerumwerfend, wie die Nationalparks und die Orte sind schlichtweg Kitschladen an Kitschladen. Nunja. Ich war glaube ich gewarnt.
In Las Vegas angekommen checkte ich im Stratosphere Tower ein und hat erstmals Zweifel, ob es ne gute Idee ist, da runterzuspringen. Ich wollte aber eh erst mal zur Fremont Street um die dortige Zipline zu benutzen. Diese war deutlich niedriger als gedacht. (Meine Vorstellung war eher Wolkenkratzer.)  Trotzdem machte es Spaß über den Leuten durch die Fußgängerzone zu sausen.
Im Anschluss wollte ich mir eines der Buffets auf dem Strip einverhelfen. Im Wynn. Hatte gute Kritiken bekommen. Da ich keine Lust auf Auto oder Bus fahren hatte, ging es also zu Fuß dort hin. I can walk that far! Unterwegs war jedoch mit Unwägbarkeiten zu kämpfen. So führt mich (!) eine Baustelle in eine Fashion Mall. Und wie beim Känguru hatte ich dass Gefühl, dass hinter mir der letzte Ausgang zugemauert wurde. Und dann als ich schon gefühlte Stunden in dem Ding unterwegs war, lief doch tatsächlich And I can walk 500 miles… Ich vertraute dann einem Exit-Schild und stand 10 Türen später in einer kleinen Gasse für Lieferfahrzeuge. Die anderen wollen vermutlich einfach nicht mehr raus.
Das Buffet war gut (lecker und vielfältig) aber auch nicht umwerfend. Insbesondere die sich wieder auffüllenden Limonade Gläser, während man Essen holt, sind aber ganz cool. Noch ein wenig beim Glücksspiel zugeschaut und Kultur genossen (Jeff Coons Popeye).
So lief ich frisch gestärkt zurück zum Tower und wollte noch Bilder von oben machen. Da kam ich an dem Skyjump Laden vorbei und erfuhr, dass es sich mitnichten um ein Bungee Sprung handelt sondern vielmehr um einen controlled descent. Also ein Ablassen an einem Stahlseil. Na dann. Also einen Termin für kurz nach 12,da ich am nächsten Morgen früh los wollte.
Die Aussicht von da oben ist toll (insbesondere bei Nacht) und dann da draußen zu stehen und der Wind bläst und da runterzusausen auch.
Insofern hat sich der Abstecher nach Vegas schon gelohnt, auch wenn ich es absurd finde eine Stadt rund um Glücksspiel und Party aufzubauen.
Krassestes Schild: kick my balls 20$.
Mehrfach: need money for weed!
Außerdem Heart Attack Grill: fighting anorexia since 2005.

Tag 20: Morgen Kinder wirds was geben

Nach einem Bad im Pool ging es direkt weiter zum Death Valley. Einsame Straßen, zumindest bis Badwater (800 Fuß oder so unterm Meeresspiegel). Dort kamen dann die Touris von der Nordroute dazu. Immer schön tanken, wenn man kann, damit man nicht irgendwo dumm rumsteht. Beim Artistdrive Bilder machen, kurz in  den Golden Canyon gucken und dann  doch beschließen, dass es minimal zu warm ist um ganz durch zu laufen.
Beim Visitorcenter ist die Hölle los, da irgendwelche Leute der Meinung sind, die allerbeste Idee wäre es von Badwater aus 190 Meilen irgendwohin zu laufen. So als Rennen.
Die schlafen aber alle im Hotel in der Oase und hier auf dem kostenlosen Bergzeltplatz (im Nationalpark, mit Wasser und 40 Grade kälter als unten, dafür mit wilden Tieren die beeindruckende Geräusche machen, während ich das hier schreibe) sind vier Zelte (inkl. einem nackten weißen Mann, der so braun gebrannt ist, dass er auch als farbig durchgehen kann). Schlimmer als die Tiere war aber das Geigenspiel (morgen Kinder wirds was geben) des einen Mannes, der zwar alt war aber nicht besonders gut Geige spielen kann. One is all you need…

Tag 21: ich bin auf Tempomat

Da ich mich ja meistens an das halte was meine Chefin mir sagt, habe ich in der Wüste nicht nur lange Hosen angehabt sondern mich auch gegen die Stimme in meinen Auto entschieden, die gesagt hat nimm die „rough road“, „die is kürzer“,  „kehren Sie wenn möglich um“. War auch gut so. Denn zum einen ist das Death Valley ein Ort wo ich ungern in den Bergen auf einer unbefahrenen Straße liegen bleiben will und zum anderen wollte. der Death Valley National Park noch unter Beweis stellen, dass sie auch gut organisiert sind und stellte an meinen morgendlichen Weg ein Rudel Coyoten (oder so). Die Challenge für heute war auf die andere Seite der Berge zu kommen. Luftlinie muss ich mal nachgucken. Leider gibt es keinen Pass der zum Sequoia führt. Nur einen zum Yosemite. Da hab ich aber keine Zeltplatzreservierung für heute bekommen. Also außen rum. Laut der Frau in meinem Auto 8h. Erst durch die Wüste (ohne viele andere Autos), dann durch die Wüste mit Orangenbäumen ähh Kalifornien (mit mehr Autos und höherer Idiotendichte) . Sieht wirklich ganz schön trocken aus.
Ich hab mir Orangen auf einer Plantage gekauft und Saft (super lecker) und Wasabierdnüsse.
Als ich die Foothills erreichte war ich erstmal geschockt. Abgesehen von ein paar Bäumen war alles braun. Ich hatte mich aber schon auf grün eingestellt und dachte die Wüste hinter mir gelassen zu haben. Im Visitorcenter lernte ich, dass das normal ist und nicht der aktuellen Dürre geschuldet ist. Im Frühjahr und im Winter ist es schön grün.
Ranger/innen sind schon toll. So wie Brautmodengeschäftsmitarbeiterinnen das Jahreseinkommen einer Kundin an Hand der Unterwäsche auf 100$ genau schätzen können, so finden die Ranger/innen auch direkt das richtige für einen:
John Muir Cove für heute, ein Trail mit wenig Leuten und schönen Sequoiabäumen am Ende und
einen Trail fernab der Massen für morgen.
Weiter oben in den Bergen stellte sich heraus dass es doch viel Grün gibt. Puhh. Wirklich sehr schön!

Dann schnell Zelt aufbauen im Dunkeln und jetzt ab ins Bett.

Tag 22: No Way! Oder Punk is not dead! Oder Jesus war so cool.

Mit meinem Frühstück in der Stony Creek Lodge hab ich vermutlich genauso viel meinem ökologischen Fußabdruck geschadet wie mit allen Flügen zusammen.

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Danach ging es in den Redwood Canyon, wo ich eigentlich den Sugarbowl Grove Trail gehen wollte, mich aber nach der Zusatzinfo dass der Heart Trail zwar länger aber weniger steil ist doch für diesen entschieden. Leider endete dieser nach einer Meile an einem Felsplateau und es gab keinen sichtbaren Weg mehr. Da die Karten vom National Park so bescheiden sind wie die Auszeichnung der Wege, war dieser keine große Hilfe. Ich stolperte eine Weile durch die Wildnis, machte mir kurz Gedanken, dass wenn ich da den Hang runterfalle, es wohl ein wenig dauern wird, bis jemand über mich stolpert. Naja, jedenfalls fand ich dann auf der anderen Seite des Flusses, den Sugarbowl Grove Trail, an dem wie versprochen viele schöne Sequoias standen und wirklich wenig Leute waren (sieben oder so, wovon einer mit lustigen Bärenglöckchen unterwegs war, kein Wunder das keine Bären da waren). Das lange Bergauf war zwar nervig aber das Bergab war blöd für die Kniee, trotz Strap und Stöcken.
Wieder unten entschied ich mich für einen Abstecher zum Hume Lake. Ein schöner kleiner See mit Strand zum Baden und so wurde mir am Abend zuvor in Aussicht gestellt auch Restaurants. Beim Baden traf ich auf schicke blaue Vögel mit Iro. Leider hatte ich die Kamera im Auto gelassen.
In meinem blinden Vertrauen in den Kapitalismus glaubte ich, dass an einem See zwischen zwei National Parks doch mit Sicherheit ein Ressort mit Restaurant gelegen sein muss. Nüschte! Hume Lake Christian Camp! Das christliche, weiße Amerika, ich habe es gefunden und quasi in Reinform. Gruselig (Christian University Parent Aufkleber am Auto) und kein Ort wo ich essen möchte. Also doch Pizza in der Stony Creek Lodge, die unerwartet gut war und sogar auf einem abwaschbaren Teller serviert wurde.

Tag 23: nackt baden gehen

Gemeinsam mit Paul Temple und seiner Frau Steve machte ich mich auf die Reise zum Yosemite National Park. Vorher sah ich auf dem Parkplatz noch eine Quail Gruppe, da die aber sehr scheu waren und sich von einem Eichhörnchen vertreiben ließen, gibt es von denen kein Bild. Sahen aber lustig aus.
Erklärtes Ziel war es so zeitig da zu sein, dass es auf einem der first come first serve Plätze im Park noch unterzukommen, da der reservierte Platz außerhalb des Parks lag (Trumbull Lake) und auf der anderen Seite des Tioga Passes. D.h. wieder auf der Death Valley Seite des Gebirges. Kurz gesagt, weit.
Der Ranger am Eingang meinte als ich kam, dass vor einer Stunde noch 3 Campgrounds an der Tioga Road freie Plätze hatten. Na, nüscht wie hin. Dauert aber noch mal ne Stunde bis man da ist.
Der erste war voll. Meine Hoffnung sank.
Am Weg zum zweiten (Yosemite Creek) war ein Schild, rough road und use low gear. Eine halbe Stunde Bergabfahrt mit Schlaglöchern später, erreichte ich den Zeltplatz, der zu meiner großen Freude auch noch einen schönen Spot für mich übrig hatte. Leider war ich völlig im Eimer, sei es von der Fahrt, zu wenig Essen, der halben Stunde Geruckel, der Höhe oder von zu viel Obst. Zudem zogen auch noch fiese grauen Wolken auf.
Nach einer Pause mit Nudeln machte ich mich auf den Weg nach oben Richtung Pass, da es keinen Sinn hatte wieder ins Yosemite Valley hinunter zu fahren. Die Rangerin im Visitorcenter empfahl mir verschiedene kurze Trips, unter anderem einen zu zwei Creeks.
Flach und zauberhaft und leer. Genau das richtige für mich.
Mit einem kurzen Abstecher flussaufwärts kam ich dann zu einer exklusiven Badestelle, wo man gemeinsam mit einem Reh baden konnte. (Ebenso wie im Iran, riskiere ich auch in den USA alles und gehe ohne Sachen baden. Es ist ähnlich kalt wie im Iran.)
Die Sonne kam nochmal zwischen den Wolken hindurch und beleuchtete die Berge.

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Ich konnte mich noch zurückhalten, dass Felsloch mit leuchtgrünen Kiefernnadeln zu füllen. Hätte aber sehr schön ausgesehen.

Tag 24: Jeden Tag eine gute Tat

Yosemite ist der Park der Langschläfer. Der erste Shuttlebus geht um 7. Dank der anderthalb Stunden Anfahrt innerhalb des Parks ist es aber trotzdem nicht so das man ausschlafen könnte (der Preis, den man (gerne) zahlt um nicht mit Tausenden auf einem Campingplatz zu schlafen). Der Weg zu den Nevada Falls (via Vernal Falls) gehört zu den beliebtesten im Park. Umso froher war ich als ich merkte, dass früh losgehen trotzdem hilft. Lediglich die Bärenmutter und ihr junges haben die kurz vor mir laufenden verscheucht. Eine Wildkatze, die es noch zu bestimmen gilt, Ein Luchs lief mir dafür über den Weg und meine Ablenkung ließ sein Mittagessen entkommen (ein Eichhörnchen). You are welcome! Die Wasserfälle sind sehr schön und so ein bisschen praktisch sind die Wolken schon, wenn man sich den Berg hochschleppt. Auf dem Weg nach unten wird dann klar was es bedeutet. Die Tausende sind alle hier.
Eine Pizza und einen Regenguss später muss ich erstmal einen Plan machen was ich noch sehen will.
Der Park gibt sich ökologischer aber trotzdem gibt es die Pizza auf ner Pappe und die Limonade im Pappbecher.
Morgen geht es zurück in die Zivilisation, zum Pazifik.

Tag 25: Sandcastles in the sand

Die Hälfte der Reise liegt hinter mir, ich sitze auf der Terrasse eines Weingutes, das normalerweise den Lunch nur mit Wein verkauft, aber heute eine Ausnahme macht.
Das lustige Schild war bei dem Nachbarweingut (was leider kein Mittag anbietet).

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Der Weg von Yosemite nach Paso Robles zeigte mir (neben einem Coyoten, der vor mir auf den Weg kackte) vor allem das die Dürre Kalifornien voll im Griff hat.
Ist schon wirklich beeindruckend. Alles gelb-braun bis auf ein paar Plantagen.
Ich bin gespannt wie es in direkter Nähe zum Ozean aussieht. Also hinter den Hügeln.
Und immer wieder Schilder, dass das „Speed limit enforced by aircraft“ wird. Spannende Vorstellung.
Wesentlich grüner ist es nicht aber, der Wind bläst und da wird die Sonne wieder angenehm, ganz im Gegensatz zur trockenen Hitze weiter oben. Der Pazifik ist toll, wenn ich auch verstehe was der Reiseführer meinte mit: „nördlich von San Diego gehen nur die  hartgesottenen ins Wasser“. Die Wellen sind beeindruckend und der Strand von Cambria ist tatsächlich nicht überfüllt. Trotz des Wochenendes.
Apropos überfüllt. In Boulder hatte ich gelernt das State Fairs eigentlich zum Programm gehören sollten. Die waren aber alle später (oder eher). Was ich beim Mittagessen erfahren habe, gerade jetzt ist in Paso Robles die California Midstate fair. Also so ähnlich. Alles ne Nummer kleiner. Egal. Nüscht wie hin.
Insgesamt aber nicht so umwerfend. Die Fahrgeschäfte kommen nicht wirklich an den Weihnachtsmarkt auf dem Alex ran. Was ganz lustig war,weil es eine eigene Zielgruppe hat: mit einem Baseball auf Bierflaschen werfen um diese zu zerstören. Macht junge Männer glücklich. War faszinierend zu sehen.
Außerdem gibt es Schafe und Ziegen, die versteigert wurden, inkl. Bildern, der glücklichen neuen Besitzer/-innen mit Tier. Und Traktoren.
Der Mais schmeckt nicht so lecker wie bei uns, eher wie Futtermais.
Ein weiser Mann sagte einmal: Was ist besser als Fleisch? Fleisch mit Fleisch! Dementsprechend gibt es hier Hotdogs mit Bacon drum.
Quiz: Was ist das?
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Das eigentliche Highlight war die Fahrt mit dem gelben Schulbus,der als Shuttle eingesetzt wurde.
Naja, das Beste vom Tag war trotz allem der Pazifik mit seinem Wind und den Wellen.

Tag 26: Somewhere over the rainbow or when things get weird, the weird turn pro

Auf dem wirklich schönen Highway 1 geht es die Küste hinauf in Richtung San Francisco. Dabei stehen aber mit dem Hearst Castle und den Seeelephanten von Piedras Blanchas noch zwei Attraktionen auf dem Programm.
Für Hearst Castle hatte mir Bonnie die Kitchen und Cottages-Tour empfohlen und da man bei allen Touren außen rumlaufen darf hab ich mich dann dazu entschlossen, mir das Ganze doch zu geben, obwohl ich dem Reiseführer folgend mich schon dagegen entschieden hatte. Insgesamt ein beeindruckender Kitschbau aus den 20ern und 30ern im Stile eines spanischen Dorfes um 1500, das Ergebnis wenn Amis zu viel Geld haben. Einiges importiertes echtes, etliches kopiertes nachgebautes. Vor allem lustig. Ein Mann verwirklicht seinen Traum von einem Haus (mit Hilfe einer sehr engagierten Architektin).
Aber auch schöne Geschichten am Rande. So hat die Geliebte, die 51% des nicht unerheblichen Vermögens geerbt hat (in Form von Aktien der Hearst Cooperation), diese für 1$ an die Familie zurückverkauft, da sie keinen Wert darauf legte und keine Lust auf einen Erbschaftsstreit legte. Die Bediensteten im Schloß nutzten die selben Flure, aßen dasselbe Essen und schauten Filme im Kino gemeinsam mit der Familie und den zahlreichen Gästen.
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Nächster Stopp: Seeelefanten (ganz schön viele e). Lustige Tiere, die vor allem faul am Strand lagen und sich mit Sand bedeckten.
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Ein guter Indikator für schöne Dinge sind ja oft wild am Straßenrand geparkte Autos. So auch diesmal, Wale die sich an der Küste kurz hinter Ragged Point tummelten. Schon toll und schade wenn niemand da ist, mit dem man es teilen kann.
Zur Übernachtung ging es zu Ohji&Maggie, einem off the grid couple, die bei Airbnb Zeltplätze und Tipis anbieten. Das machen sie seit 10 Monaten sind aber scheinbar schon nach dieser Zeit so übersättigt mit neuen Leuten, dass sie keine sehr sympathischen Gastgeber sind. Insgesamt fühlte man sich weniger willkommen, die Kommunikation war eher spärlich (eher wie ein Platzwart in Mecklenburg). Beim Essen (vorbereiten) erklärte Maggie, dass sie schon vor einer Weile aufgehört hat, zu ankommenden Autos hinzugehen und genau diesen Eindruck konnte man erhalten. Wenn man will, dass sie einem mag kann man einfach Fleisch zum Essen mitbringen, dann wird er einen aber nicht mögen. 😉
Was jedoch spannend war und das Ganze zu einem netten Aufenthalt machte, war ein Pärchen aus England, die beide Anwälte sind, wo sie für die Bösen arbeitet (Firmenübernahmen organisieren) und er nach Texas geht um dort Freiwilligenarbeit zu machen (Todesstrafenkandidaten versuchen vor eben dieser zu bewahren). Dank einer gemeinsamen Wellenlänge (ich mag britischen humor) und einem Marshmallow (die Marshmallows haben sich in der Tüte zu einem Super-Marshmallow vereinigt) am Feuer war auch die Spiritualität der anderen zu ertragen. 😉 (Das Mädchen aus Auckland, das neben den Spirits auf dem Gelände auch das Bergbachwasser sehr schätzte (und ungefiltert trank, was nach Einschätzung der Ranger, nunja, sagen wir mittelclever ist).)
Auf jeden Fall haben mich weder die Geister der Indianer noch der des Trunkenboldes, der vor zwei Jahren hier in seinem Trailer verstarb vom Schlafen abgehalten.

Tag 27: I hear voices in my head

Der Morgen begann (nach dem üblichen: Aufstehen, Zelt packen, Zähne putzen, losfahren) mit einem wunderschönen Strand. Naja dem Blick auf einen wunderschönen Strand Julia Pfeiffer Burns State Park. Ein Wasserfall, der sich auf eben diesen menschenleeren (weil unzugänglichen) Strand ergießt. Zauberhaft. Und dank der frühen Stunde (der Park war noch nicht geöffnet) auch ziemlich leer.
Der frühe Start hatte vor allem zur Folge, dass ich rechtzeitig in Moss Landing war um vor der gebuchten Wal-guck-Tour noch einen Bagel zu frühstücken. Auf der Tour gab es dann neben den versprochenen Walen (15 Buckelwale), auch Delphine, Seeotter, Quallen, Seelöwen, Kormorane und einen Mondfisch (engl. sunfish) zu sehen. Wirklich sehr beeindruckend und machte ein ähnliches tolles Gefühl wie Dünen runterrennen und Smashing Pumpkins. 😉
Von der Monterey-Bay ging es weiter nach San Jose, wo im SAP Center mit Monday Night Raw (die Mainshow der größten amerikanischen Wrestlingliga WWE) auf dem Programm stand. Der Undertaker war zwar (trotz seiner Rückkehr vor zwei Wochen) nicht dabei, aber trotzdem war es eine beeindruckende Show (immerhin vom Anfang gibt es vermutlich gute Bilder, dann bat mich der Securitymann, das große Teleobjektiv einzupacken). DSC_6850

Im Dunkeln ging es dann weiter auf fünfspurigen Autobahnen nach San Francisco, vorbei an Google und SAP, zu einem schicken 2-geschossigen Appartment mit Parkplatz (sehr selten in San Francisco) und vertrauter Einrichtung (Glasplatte, IKEA-Holzböcke also quasi wie zu Hause 😉 ). Es gibt einen Staubsaugroboter ;), Smashing Pumpkins Plakate und Photos von deutschen Street Art Künstler/-innen.

Tag 28: Drei Chinesen mit nem Kontrabaß rotzten auf die Straße und erzählten sich was

Naja es waren mehr als 3 und sie hatten keinen Kontrabaß, dafür rotzten sie auf die Straße, ganz wie in China. Chinatown stand auf dem Programm und in der Tat war es (und San Francisco insgesamt) ein lustiger Kontrast zu Ruhe und Frieden in den Nationalparks. Wenn man das Auto stehen lässt kommt man schneller voran als mit diesem und wenn man auf einzelne Tourispots verzichtet dann ist es auch nicht so überlaufen. Insgesamt ein eher ruhiger Tag mit Stadtspaziergang, wenig aufregend.

Tag 29: If you are going to San Francisco

Tatsächlich waren mehrere junge Frauen mit Blumen im Haar unterwegs, ich hab jedoch drauf verzichtet. 😉
Dank der großzügigen Reiseplanung stand ein weiterer ganzer Tag für San Francisco zur Verfügung. Einen Teil davon ließ sich mit Schlange stehen für die Cable Car verbringen. Die Fahrt damit war durchaus ganz schick, zu mal viele Hügel so sind, dass man sie nicht laufen möchte.
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Es ging dann aber doch (an schönen Bäumen im Pullover vorbei) die steilste Straße der Stadt hinunter und durch schicke Häuser und Gärten zum Exploratorium. Neben den üblichen Physik-Experimenten (wobei auch da etliche dabei waren, die ich noch nicht kannte) gab es auch einen super-interessanten Bio-Bereich, womit wir zu dem zweiten Quiz kommen (nach dem das erste schon so einen durchschlagenden Erfolg hatte). Was ist das?
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Ich bin immer noch begeistert, weil ich es noch nie zuvor gesehen habe.

Tag 30: Es liegt ein Grauschleier über der Stadt

Der Plan einfach morgens, wenn man sowieso über die Golden Gate Bridge fährt, Bilder von eben jener zu machen, war an sich gut, scheiterte dann aber am Nebel. Dieser begleitete auch weitgehend den Rest der Fahrt auf dem Highway 1.(Nicht das der Reiseführer nicht gewarnt hätte.) Da dieser recht kurvig ist, kommt man ohnehin nicht besonders schnell voran. Nach einer Pause in Mendocino (mit Bob Marley Himbeerbrause sowie einem erworbenen Rubikscube) und unterwegs zu sehenden Adlern und Truthähnen, Elchen und Rehen war es dann schon halb acht bevor das Zelt aufgeschlagen werden konnte. Dieses steht nun unter großen Bäumen und neben Farnen. Sehr hübsch. Außerdem auch angenehm kühl.

Tag 31: Küstennebel oder 50 Cent

Warum es trotz der vielen Elche keine angesägten Bäume (siehe Stefan Schwarz und Jürgen Kuttner:Expertengespräche) gibt im Redwood National Park ist leicht erklärt: jagen ist verboten. Außerdem sind es wohl Hirsche.
Wie geplant ging es zum Fern Canyon, einem Canyon künstlichen Ursprungs, den sich die Natur zurück erobert hat. Wenn man eine ganze Weile (7 Meilen) durch den Redwood gelaufen ist (der mit Farnen gut gefüllt ist), kommen einem Zweifel ob es erforderlich ist noch mehr Farne zu sehen, aber er ist wirklich ganz schön. Einziger Nachteil: weit und breit keine Tiere.
Nach einer Pause am Strand, der wiederum im Küstennebel versank, ging es zurück zum Zeltplatz und dann zum Lady Bird Johnson Grove, einem Hain weiterer Redwoods.
Insgesamt ein schöner Tag und mit Ausgaben von 50 Cent (fürs Duschen) auch der günstigste der Reise.
Unklar bleibt jedoch warum eine Minute einen Quarter kostet aber 2 Quarter für 5 Minuten reichen.

Tag 32: Und täglich grüßt das Murmeltier oder First come, first serve

Der weitere Weg zum Crater Lake war erst gesäumt von noch mehr Küstennebel, ging dann über in Sonnenschein und wurde dann begleitet von Waldbrandsmog. Es waren zwar keine zu sehen, aber schade war es trotzdem, da es die Sicht vom Garfield Peak auf den Crater Lake doch beeinträchtigte.
Zuvor hatte ich mir jedoch in den Kopf gesetzt auf dem tent-only, first come first serve Lost Creek Campground zu schlafen und nicht auf dem reservierten Platz, der aber eigentlich nur für Wohnmobile gedacht ist. An einem Sonnabend, in den Sommerferien, um eins. Versuch macht kluch. Bei der Ankunft im Park war zu erfahren, dass heute ein Marathon stattfindet und die Straße zum Zeltplatz daher noch gesperrt ist und der Campground dann wieder geöffnet wird und man sich dann beeilen sollte, dann aber freie Auswahl hat.
Der Marathon war noch im Gange, aber nach einem Abstecher zu Lavastelen, hieß es dann: Zeltplatz mit Schatten, Flüsschen,wenigen Menschen und Feuerlöscher inkl. für 10$ pro Nacht. Awesome!
Wirklich, wirklich schön!

Tag 33: Ahh, jetzt ja: eine Insel oder Geology rocks

Der sechsstündige Aufenthalt auf Wizard Island (dem Vulkankrater im Vulkankrater) begann mit dem schon üblichen frühen Aufstehen, der Fahrt nach Cleetwood Cove und dem Abstieg zum Bootsanleger. Beim sechsstündigen Trip handelt es sich um ein reines Shuttle oder Tour über den See. Die Begrüßung der Rangerin auf dem Boot war:“They might have told you that there is no interpretation on this trip…. you wish!“ Und sehr zu meiner Freude erzählte sie die ganze Fahrt über zur Insel über die geologischen Besonderheiten, die Menge an Wasser (ganz schön viel, nur Regenwasser und Tauwasser und scheinbar ein noch zu entdeckender unterirdischer Abfluss) und die indianische Sicht auf die Dinge. Ich mag die Art von Humor.
Auf der Insel konnte man bis zum Gipfel des Vulkans, auf dem Rand entlang und in den Kessel hinab steigen. Die Sicht war leider immer noch getrübt vom Qualm der Waldbrände.
Der andere Wanderweg der Insel führt zu einer Bucht, sehr schön wenn auch ohne Sandstrand. Nachdem ich ne Weile gewartet habe (während die Sonne mal da, mal weg war), fand sich eine ältere Dame, die ebenfalls schwimmen wollte. Wie es immer so ist: two morons is all you need to set a trend. (One is just a crazy person, but two…)
Als wir im kalten See schwammen fanden sich in kürzester Zeit noch mehr Verrückte.
Das Lehrerehepaar aus dem Arches National Park hatte mir auf die Todoliste geschrieben, dass ich in Cleetwood Cove von der Klippe springen soll (20 Fuß). Gesagt getan. (Nachdem der Ranger auf dem Boot zurück, dass auch noch mal empfohlen hat, hab ich mich dann dazu durchgerungen.)
War ganz schön frisch.

Tag 34: I lost my idols on the water the rivers flows down

Das Thermometer im Auto und der Wetterbericht behaupten, dass es in der Nacht 39°F waren. Es fühlte sich aber dank der geringen Luftfeuchtigkeit nicht so kalt an. Nach Abstechern zu den Toketeh Falls und den Watson falls, war der zentrale Programmpunkt für heute Inn-tubing auf dem Deschutes River. Mit nem LKW-Reifen sich den Fluss runtertreiben lassen. Macht Spaß, auch wenn der Fluss eher entspannt war und damit auch das treibenlassen.
Nach 4 Tagen im Zelt ist das Hampton Inn genau das richtige um wieder sauber und warm in einem kuscheligen Bett zu schlafen, auch wenn die Klimaanlage gefühlt auch auf 39°F steht. 😉

Tag 35: Big trip to Portland

Vorbei am Mount Hood, dem Wahrzeichen Oregons, ging es durch das Apple Valley und die Columbia River Gorge nach Portland. Das schöne an farmfrischem Obst ist, dass es ready to eat ist und nicht wie Supermarktobst noch fünf Tage liegen muss. Also wurde auf niedlichen Farmen eingekauft (für selbstgepflückte Blaubeeren war es zu spät) und weiter ging es durch die Schlucht des Columbia River, vorbei an schönen aber überfüllten Wasserfällen.
In Portland stand eine Übernachtung in einem sympathisch, alternativ wirkenden Stadtteil an. Mit dem Bus (ja Portland hat einen funktionierenden ÖPNV) war man in einer halben Stunde in Downtown. Ein toller Spielzeugladen, ein seriöses Kamerageschäft (mein Wunschobjektiv ist genauso teuer wie in Deutschland) , das unglaublich riesige Powells City of Books, kurz ein Haufen sympathischer Geschäfte und Menschen. Und der kleinste Park der Welt. Außerdem das leckerste Essen dieser Reise. Frühlingsrollen mit Ente, die große Mengen an Ente enthielten, Schweinefleisch mit gebratenen Süßkartoffeln, Schokoladensouffle. Wobei es wirklich oft lecker war.
Auch hier sind die Menschen der Ansicht, dass sie im schönsten Teil des Landes leben. 😉
Wenig überraschend.

Tag 36: I don’t exist when you don’t see me

Lisa (die Airbnb-Gastgeberin) macht einem sogar leckeres Frühstück nach Wunsch, wobei meine Wahl hier auf das „Surprise me Lisa“ fiel. Das war dann Omlett mit Pilzen, Käse und Avocado und Bartkartoffeln (was liegt in der Pfanne und piekst). Sehr lecker. Der morgendliche Schock war dann auch schnell überstanden, auf dem Vertrag für das Auto stand Abgabe ist am 7.8., ein paar Anrufe später (mit nervigem Menü) war aber klar, dass dies am Computersystem von alamo liegt, da die nur für 30 Tage Verträge drucken können.
Mit 70 Sachen ging es dann zum Olympic National Park. Ein Regenwald an der Nordwestspitze der USA (wenn man Alaska außen vor lässt, wobei ich Russland gerne mal gesehen hätte). Interessant ist aber weniger der Regenwald und die Stellen wo Twilight gedreht wurde sondern vor allem die unberührte Küste.
Wie überall gibt es auch hier keinen Empfang, was blöd ist, wenn man die Grauwaltour für Freitag buchen will.
Auf dem verwunschenen Zeltplatz war aber auf dem Plan ein Münztelefon eingezeichnet. Die Zelle ist auch noch da.
Der Ranger erklärte mir, dass payphones in den USA praktisch pretty much non-existent sind, was schade ist weil er mir auch Recht geben musste, das Mobilfunk auch pretty much non-existent ist. Er verwies auf die Lodge, eine viertel Meile südlich. Da stehen auch tatsächlich zwei. Davon gibt eines ein Freizeichen von sich, dass andere sagt gar nix.
Nach dem ersteres zwei Dollar (in Quartern!, die man für Waschmaschinen und Duschen braucht) gefressen hat ohne etwas zu tun,weiß ich nun warum es so wenig Münztelefone gibt. Weil frustrierte Kunden Wutanfälle kriegen…
Kommentar der Frau in der Lodge: ja die sollten sie abnehmen…
Ich hab dann den Lodge Mitarbeiter becirct, das ich sein Telefon benutzen darf, so dass auch die Grauwale nicht auf mich verzichten müssen.. ähh andersrum.
Dann noch ein bisschen am Strand rumlaufen (Ruby Beach ist sehr schön) und essen gehen und dann ins Bett.

Schön ist auch die Information am schwarzen Brett, dass die nächste Dusche 28 Meilen südlich ist.

Tag 37: Ich lieg am Strand…

Naja, für ne Stunde… Vorher war aber noch ein Besuch in der Hall of Mosses fällig. Einem kurzen Trail im Regenwald mit sehr vielen schönen Farnen, Moos, einem Bananaslug und ganz jungen Lachsen.
Bei dem erwähnten Strand handelte es sich um den Second Beach. Um die Tourist/innen zu verwirren gibt es first beach, second beach, third beach sowie Beach 1 bis 6. Na hat nich geklappt. War sehr schön und sonnig.
Dies gab mir die unbegründete Hoffnung, dass dies auch an Cape Flattery, dem nördlichsten Punkt der USA (außer Alaska) so sein könnte. Der Weg dahin führt in ein Indianerreservat, wo es an der Straße Schilder gibt die vor Crystal Meth warnen oder für Tradition statt Abhängigkeit werben. Schon erschreckend.
Vorausgesetzt man hat keine Angst vor Indianern kann man nach zwei Meilen durch den dunklen Wald am Shi-Shi-Beach die Gezeitenpools genießen und Wale sehen (naja die Fontänen). Ein Mädchen behauptet es handelt sich um Orcas. Besser kann man Seesterne (in verschiedenen Farben), Fische (tarnfarben), Anemonen und Seeigel sehen sowie tausende von Muscheln. Dank des langen Wegs (im Auto und zu Fuß) sind wenig Leute unterwegs, einige wenige campen dort draußen. Da die morgendliche Ebbe viel niedriger ist, kann man dann noch mehr sehen (wie mir ein kleiner Junge begeistert erzählte).
In Forks gab es dann halb zehn noch das lebensrettende Abendessen (Kabeljau in Form von Fish and chips).
Anzeichen von Vampiren gab es keine, nur ein Schild:“No vampires beyond this point.“

Tag 38: Grau in grau

Von der Olympic Peninsula gen Süden rasend lautete das nächste Ziel Depoe Bay, die Bucht der faulen Grauwale. Während der Großteil der Grauwale im Sommer 10000 Meilen von Südkalifornien nach Alaska schwimmt, bleibt ein Teil einfach in Depoe Bay und frisst sich da satt. Das hat zur Folge, dass man dort sehr bequem und zuverlässig Wale beobachten kann. Leider waren sie nicht so photofreundlich wie die in Monterey. Die Flosse haben sie meist im Wasser gelassen und da in der Ecke der erste Schlechtwettertag seit Anfang Juli war, ist vermutlich auf den meisten Bildern ein grauer Walrücken vor grauem Wasser und grauem Himmel zu sehen. Trotzdem war es schön.
Das Craftsmen B&B hat seine excellente TripAdvisor-Bewertung nicht umsonst. Ein schönes Haus mit einem sehr motivierten und umsichtigen Besitzer. Auf dessen Empfehlung gab es dann sehr leckere Rippchen in der örtlichen Brauerei, nach einem kurzen (1 Meile) Spaziergang durch den Regen. Ohne diesen wäre aber der ganze Tag nur im Auto und im Boot sitzen gewesen, insofern war es für mich eine willkommene Abwechslung. Trampen im Dunkeln mit schwarzen Sachen scheint nicht so vertrauenserweckend zu sein…

Tag 39: Wir sind hier nicht in Seattle Dirk…

Ein Spaziergang am Strand beim Cape Kiwanda bei Sonnenaufgang war der ideale Start in den Tag. Die Sonne schien auf die Felsen und die Gezeitenpools. Sehr schöne Bilder, die nachgereicht werden. Das Frühstück im B&B ist sympathisch an einem großen runden Tisch organisiert, so dass man auch von den übrigen Gästen etwas mitbekommt. Für die aus Florida wäre das heute ein schöner Wintertag. 🙂 Und alle Küstenregionen haben scheinbar mit zunehmender Zersiedlung zu tun. Auch hier in Pacific City gibt es viele hässliche Sammlungen identischer Wochenendhäuser ohne jeglichen Charme.
Nächster Tagesordnungspunkt ist (nach dem Anfahren der übrigen beiden Capes (wofür man aber mehr Zeit gebraucht hätte bzw. gestern besseres Wetter)) sind die Rat City Roller Girls. Dafür muss man aber erstmal nach Seattle. Ratzfatz.
Beim Rollerderby kann ich dann also noch Chicago gegen Philadelphia (Damen) und Seattle gegen Vancouver (Herren) sehen. Wobei ich mir bei dem Sport nicht sicher bin ob Damen und Herren die richtige Bezeichnung ist. Apropos Bezeichnung, die Namen der Teilnehmenden gehören zum Vergnügen dazu: Holden Killfield, J. K. Trolling, Stan Daside, Corporal Punishment… Wer von Roller Derby noch nichts gehört hat, dem sei Roller Girl mit der bezaubernden Ellen Page ans Herz gelegt.
Im Dunkeln Autobahn in der Stadt ist übrigens immer noch mein liebstes….

Und mein Pullover und ich sind wiedervereinigt. Yeay!

Tag 40: Lebt denn der alte Holzmichel noch

Der Schock saß tief und spiegelte sich in den Gesichtern der Jaguar und Porsche-Besitzerinnen angesichts meiner eingestaubten Wanderhose und meiner Checkin-Plastebox als ich im zauberhaften B&B Abendblume ankam. Staubig war die Hose durch den Weg zum Stuart Lake, der auch schon länger keinen Regen gesehen haben dürfte. Der See selbst (und der Weg eigentlich auch) ist aber sehr schön und im Vergleich zum Pazifik auch nicht so kalt und es glitzert golden am Strand.
Leider liegt auch Leavenworth unter einer Rauchwolke, die das Bergpanorama eintrübt. Ansonsten ist es aber wie versprochen ein kleines bayrisches Dorf mit alpenähnlichen Bergen, ner Menge Kitsch und Dingen, die vermeintlich typisch sind für Süddeutschland, Österreich oder die Schweiz. Nussknacker, Live-Volksmusik vom Akkordeon (mal süddeutsch, mal französisch) zum Abendessen (Knöpfle die als Spätzle verkauft werden) u.ä. Und jede Menge Asiaten die scheinbar mit Hilfe von Leavenworth „America and Europe in 10 days“ abhaken.

Tag 41: Transfertag

Vermutlich der unaufgeregteste Tag der Reise: Auto fahren durch Washington und Idaho. Lediglich die Mittagspause im Nirgendwo bot ein wenig Unterhaltung, da egal wie alt man aussieht man trotzdem noch nach seinem Ausweis gefragt wird, damit man nachweisen kann, dass man älter ist als 21. Ansonsten war das Essen in der Bar auch nicht unbedingt eine Offenbarung.
Beinahe vergessen: das wunderbare kontinentale Frühstück (mit Nutella) im B&B.
Morgen geht es dann zum Rafting auf dem Salmon River. Deswegen stehen zwei Nächte in Riggins bevor, wo ohne den Fluss wohl auch niemand wohnen würde.

Tag 42: Smoke on the water of the river of no return

Es stellte sich heraus, dass ein Waldbrand direkt 20 Meilen südlich von Riggins ist, so dass sich der Rauch über dem Salmon River erklärte.
Ferner handelte es sich bei dem Rafting heute um ein sehr exklusives Vergnügen, da außer Sara (die gerade ihren Bachelor of Recreation gemacht hat) , die das Boot steuerte niemand weiter auf dem Boot war. Morgen wären hingegen 120 Sorority-Mädels (das weibliche Gegenstück zu Burschenschaften) in 18 Booten unterwegs. Glück gehabt.
Saras erste Frage: have you done rafting before? No? Well, me neither. So it’s a first for all of us! 🙂
Der Rauch verzog sich ein wenig je weiter man flussabwärts kam. Zwischen den Stromschnellen konnte man Interessantes über den Salmon River erfahren und die Wege an seinen Ufern. So wurde er River of no return genannt, weil die Holzfäller oben sich Holzflöße bauten und diese am Ende des Flusses auseinander nahmen und das Holz verkauften (wie man es ja von den Digedags schon von anderen Flüssen kennt). Nur kamen sie dadurch eben nicht zurück. Lange gab es auch keinen Weg, erst chinesische Migranten bauten einen sehr soliden aus Steinen (quasi eine chinesische Mauer), der immer noch steht. Auch einige Steinhütten stehen noch, sowie die Obstbäume, die die Siedler/innen von der Regierung geschenkt bekamen. Mittagspause war dann auch bei einem Strand bei einer solchen Hütte.
Die andere Straße endet vor einem riesigen Fels, da derjenige der die Straße gebaut hat, erst als bei dem Fels angelangt war zu den Behörden ging und nach der Erlaubnis fragte einen Tunnel in diesen Fels zu sprengen. Überraschenderweise hat er sie nicht erhalten. Der riesige Fels hätte den Flusslauf komplett verändert und den Highway auf der anderen Seite überschwemmt. Daher wird die Straße nun nur von ein paar Rehen genutzt.
Da das Wasser auf dem oberen Flusslauf sich schon gut erwärmt, konnte man dann nach der letzten Stromschnelle freiwillig baden gehen, was mit Rettungsweste durchaus Spaß macht.
Der Hells Canyon Overlook war auch ein wenig rauchgeschädigt, aber die  Seven Devils Mountains sehen toll aus. Der Mann auf dem Feuerwachturm hat sich aber über Besuch gefreut.
Auf jeden Fall komm ich noch mal wieder wenn die Berge grün sind und für eine 5 Tage Tour.

Tag 43: Autobahn

Auf zum Yellowstone, über die Nordroute, wobei auch da genügend Waldbrände sind (man sieht aber nur den Rauch und nie das Feuer). Sehr schöne Strecken an Flüssen entlang, die ohne Rauch und Dürre wohl auch schicker wären.
Bis auf die dringendst nötige Autowäsche und die damit verbundene Erkenntnis, dass die amerikanische Waschanlage auf Bürsten verzichtet und komplett auf die Kraft des Wassers setzt, war die weitere Fahrt wenig aufregend.
In Yellowstone angekommen hieß es dann erstmal Zeltplatz ansteuern. Hinweis der Frau von der Registrierungsstelle für Muggelangelegenheiten: falls das Handy kein Netz hat und man Hilfe rufen muss, kann man auch immer gerne die Telefone hier unten benutzen. Needless to say: das Telefon sieht so aus wie das auf dem Zeltplatz in Olympic National Park.

Tag 44: Es war Friede bei den Menschen und unter den Tieren…

Beinahe hätte dieser Beitrag „Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit“ geheißen. Zentrales Anliegen des Besuchs in Yellowstone war ja Bären zu sehen. Also morgens um 5.20 aufgestanden und zum Hayden Valley gefahren. Dabei traten zwei Probleme auf, zum einen dachte ich es handele sich um einen Trailhead und Wanderwege, zum anderen war der Nebel des Yellowstone River so dick, dass man nüscht gesehen hat. Dunkel und Nebel ist ne Superkombi zum Tiere gucken.
Die Sonne war für 6.20 angekündigt und beim Weg zurück stellte sich heraus, dass Hayden Valley nur eine Parkbucht mit Aussicht ist. Die war aber dank Nebel nicht zu sehen.
Also zurück. Ein paar Schwäne war auf dem Yellowstone River unterwegs. Na wenigstens etwas.
Auf dem Rückweg standen ein paar Autos an der Straße und starrten in den Wald wo ein Tier verschwunden war. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es sich um einen Grizzly handelte. Mist. Schon wieder knapp verpasst.
Freundlicherweise kam der Bär aber nochmal zurück um direkt neben unseren Autos und damit auch direkt neben uns zu grasen. Super beeindruckend! Er war auf der anderen Seite vom Auto.
Es fanden sich auch noch ein paar Elk auf der Fahrt zurück.
Fortsetzung folgt…  Akku alle…
P. S. Ich weiß dass das auf dem Bild ein Bison ist.

Nach dem Frühstück stand als erstes eine kurze Wanderung durch den Canyon of the Yellowstone River auf dem Programm, mit Wasserfällen, gelben Steinen und einem Geräusch, was ich schon lange nicht mehr gehört hatte: das Zurückspulen eines Kamerafilms.
Zwischen den Viewpoints wie üblich niemand auf dem Weg (bzw. sehr wenige).
Im Anschluss ging es durch den Park zu den verschiedenen Geysir/innen und Matschlöchern. Old Faithful blieb auf der To-Do-Liste für das nächste Mal, da die Tiere-gucken-Tour für das Lamar Valley gebucht war. Dabei zeigte sich, dass Busreisen, bei denen man nicht anhalten kann wann man möchte für mich ungefähr 4h zu ertragen sind, aber nicht viel länger. Es war schön dort oben, auch wenn außer Bisons, Elk und Gabelböcken (pronghorn) nicht viel an Tieren unterwegs war.
Der Bus (75er Baujahr und baugleich mit den Greyhound-Bussen) und die Fahrerin (mit ihren Geschichten) machten das Unternehmen aber auch ganz schön.

Tag 45: The early bird…

In der Beschreibung des Jenny Lake Zeltplatzes (46 Zelte, first come, first serve) stand, dass er sich bereits um 9 Uhr morgens füllt. Also kann man sich freuen, dass es vom Yellowstone zum Grand Teton nur ein Katzensprung ist (2h im Auto). Zum Glück war es Freitag und damit war tatsächlich noch ein Platz verfügbar.
Danach mit dem Boot über den See und in den Cascade Canyon, wo es ein Alpenpuzzlepanorama neben dem nächsten gibt. Mein großer Bruder hat mir ja erklärt dass man keine hochkant Bilder machen soll, aber so ganz ist mir noch nicht klar wie man dann den Berg und dem Fluss drauf bekommen soll.
Die Fahrt über den See zurück wurde Dank Wind zu einem nassen Vergnügen und relativierte auch den Wunsch zum Paddeln auf dem See.
Er kurzer Ausflug zum Visitorcenter in Moose lohnt sich neben dem freien WiFi vor allem wegen dem riesigen Elch der an dem Fluss daneben grast.
Ein großes großes Dankeschön an dieser Stelle noch mal an meinen Bruder der mir sein Teleobjektiv geborgt hat, so dass der Elch nicht so klein ist wie auf den Smartphones der Asiat/innen. Insgesamt ist aber auch eine beeindruckende Zahl an großen Objektiven zu sehen.
Der Schwarzbär auf dem Weg zurück war aber dann doch zu weit weg.
Was jedoch bezaubernd war, war der Sonnenuntergang über den Bergen (Grand Teton hat eine Ebene und direkt daneben die Gebirgskette).

Tag 46: Die letzte Schlacht gewinnen wir… Oder die zwei Gipfel des Kilimandscharo

Naja oder es gewinnt doch der Rauch der Waldbrände. Letzterer ist nämlich nun auch hier (nachdem es gestern Abend noch relativ klar war) und führte die Wanderung zum Static Peak ein wenig ad absurdum. Daher wurde das Unternehmen auch auf dem Sattel zwischen den beiden Gipfel abgebrochen. Das Panorama war schlichtweg nicht zu sehen.
Da es nochmal 550 Höhenmeter gewesen wären und der Weg zur Spitze querfeldein verläuft (ohne Auszeichnung) wurde das Ganze abgeblasen.
Also wieder runter und zurück zum Auto. Baden im Fluss wurde auf Grund der geringen Temperatur ebenfalls abgesagt und durch Baden im Jenny Lake ersetzt (wenn man Lake Campground bezahlt muss man auch baden…).

Tag 47: Go east

Ein letztes Mal Zelt zusammen packen (Danke an mein Schwesterherz und Joachim) und dann los. Hauptziel des Tages war von Grand Teton wieder zurück in die Zivilisation zu gelangen und das gelang auch hervorragend. Dabei sind einspurige Highways auf denen man allein ist, noch entspannter als zweispurige Interstates wo sich LKW überholen müssen.
Boulder hat sich ja vor sechs Wochen schon als sehr schön erwiesen, so dass es auch den Abschluss der Reise bilden kann. Wonderwoman ist heute nicht in der Fußgängerzone unterwegs, aber ein Pärchen mit einem arm und sexy Schild. Und es gab sehr leckeres Schokoladeneis mit Marshmallows und kandierten Mandeln.
Zum Abschluss der Reise hab ich noch einen zweiten Kratzer ins Auto gemacht (sind aber beide nicht so schlimm nach Ansicht der Vermietungsfirma). An dieser Stelle noch ein Dank an das Auto für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es ist überall hin wo ich hinwollte und hat nie gemault. Sehr brav. Und Dank Navi (Danke!) hat es auch alles gut gefunden.
Die Kühltruhe mit Zigarettenanzünderanschluss und die Samla-Plastekisten konnte ich an ein Pärchen (mit niegelnagelneuem Baby) im Erdgeschoss abgeben.

Tag 48: I am coming home oder der Containerhafen von Rio oder looking back oder I’ll be back

Nach einem Pancake-Frühstück (probieren Sie drei Varianten: Heidelbeer, Ananas und Erdbeer) war die erste noch zu klärende Frage ob man die Maut vom Vortag noch bezahlen kann (Automaten gibt es keine mehr und die Rechnung kommt an den Besitzer). In dem Fall an die Vermietungsfirma. Na denn.
Ebenselbige zeigte sich extrem entspannt ob der Kratzer. Eigentlich hätten sie eine Selbstbeteiligung haben wollen müssen. War aber nicht.
Die Dame von Delta hat nur nach meinem Nachnamen gesucht und fragte mich also ob ich nach Rio de Janeiro fliege. Vermutlich hätte meine Chefin was dagegen. Sie versprach also mich nach Deutschland zu bringen. Und mein Gepäck auch. Und weil ich sie zum lachen gebracht hab, wollte sie auch keine 100$ für meine überschüssigen 3 Pfund und ich musste nicht umpacken.
Um den letzten Tag trotzdem spannend zu gestalten und die reichlich vorhandene Zeit auf dem Flughafen zu nutzen habe ich mein bereits erwähntes Taschenmesser im Rucksack gelassen.
Die Frau von der Sicherheitskontrolle war weniger freundlich. Jetzt fliegt es separat für günstige 13$.
Auf dem Flug nach Minneapolis ist es mir nun endlich gelungen den Zauberwürfel zu lösen. Yeay. (Ich hatte es in der Wohnung von James in San Francisco mit dem dort rumliegenden probiert aber bin dann nicht fertig geworden und hab mir dann in Mendocino einen eigenen gekauft, aber dann keine Zeit gehabt).

Ich habe ja alle Amis, die ich traf, mit der Frage gequält, wo sie es am schönsten finden in den USA. Rückblickend kann ich es selber nicht sagen.
Es reihte sich Highlight an Highlight. Dementsprechend werde ich wenn ich die 6000 Bilder sortiert habe (und auf maximal 250 reduziert habe) diese sicherlich nochmal zeigen.
Die Tiere waren schon sehr toll (Wale, Elche, Seeelephanten, Seelöwen, Seeotter, Bisons, Coyoten, Chipmunks, tolle Vögel, der Luchs, der Grizzly,… ) und die große Vielfalt an Landschaft war auch beeindruckend. Ich werde auch mit Sicherheit noch mal wieder kommen. Im Frühsommer, wenn die Hügel und Berge noch grün sind und die Flüsse mehr Wasser und Stromschnellen haben. Im Winter um Yellowstone zu besuchen, die Wölfe zu sehen und im Boiling River zu baden. Um den Fossil Creek zu sehen und die geheimen Wasserfälle im Grand Canyon zu besuchen. Die Narrows in Zion zu durchwaten, wenn es nicht seit Tagen geregnet hat und der Virgin River so gar nicht jungfräulich aussieht. Die Permitproblemfälle: Antelope Canyon und Coyote Buttes. Um Glacier und Northern Cascades zu sehen, die doch von einigen empfohlen wurden („Auch wenn ich da eine Lebensmittelvergiftung hatte und drei Tage gekotzt habe fand ich Glacier am schönsten.“), aber ohne Waldbrandsmog. Und vielleicht doch auch der Ostküste nochmal einen Besuch abzustatten. 😉
Und um meine Junior Ranger Badge in Bryce Canyon zu bekommen.
Alles in allem ein wunderschöner Urlaub. Insgesamt fand ich die USA weniger irre als erwartet. Ich habe aber auch eine gefilterte Sicht, da ich fast nur in den Nationalparks unterwegs war und den Süden ausgespart habe.

P.s.: Die Einreise in die EU dauert (unabhängig von der Nationalität) 3-5 Minuten.

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