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Tag 6: Shiraz oder I am a Problem oder Trüffel mit Ketchup (taroof or not taroof)

Wir sind also um halb sechs aufgestanden um auf den Vater aller Berge zu klettern. Das fing ganz gut an, bevor wir dann doch auf den einfacheren Weg ausweichen mussten, weil Sina unfallbedingt nicht so gut zu Fuß war. Praktischerweise benutzte sie die Wanderstöcke, die Ali mitgebracht hatte nicht, so dass ich diese auf dem Rückweg nehmen konnte als mein Knie wieder anfing sich über bergab laufen zu beschweren. Sina hat nach ihrem Studium in der Molekularbiologie gearbeitet, für umsonst um dann mit auf dem Paper aufzutauchen und dann ist ihr Chef weggegangen und hat sie nicht mitgenommen. 🙁 Jetzt würde sie gerne ins Ausland gehen um dort umsonst zu arbeiten…
Nach einem entspannten Frühstück auf dem Berg mit Ruhe, einer frischen Brise und einer herrlichen Aussicht über Shiraz, machten wir uns zum Sound von Dota und den Stadtpiraten (Do you have German music on your phone?) auf den Weg hinab.
Eine weitere hübsche Grabstätte des Dichters Baba Kuhi versuchen Religiöse gerade in eine Pilgerstätte umzuwandeln. In der Nähe treffen wir auf eine Deutsche, zwei halbe Iraker und jeweils einen halben Deutschen und einen halben Franzosen. Die drei haben dort genächtigt (im Gebetsraum) und waren als wir kamen gerade mit rumhängen beschäftigt. Dabei haben wir sie tatkräftig unterstützt. Im Zuge dessen bekamen wir Dattelschnapps angeboten (50% und ggf. 80 Peitschenhiebe), wobei auch Ali uns am Abend zuvor Wein angeboten hatte (siehe die „eigene vier Wände“-Regel).
Der Halb-Franzose (Dauertraveller) meinte, dass er gerade den Namen seiner hypothetischen Autobiographie gefunden habe:“ I’m a problem!“. Ein wirklich lustiger Typ, der in Frankreich aufwuchs und aber auch 2,5 Jahre durch den Iran gereist ist. Er hatte eine spannende Antwort auf eine meiner Standardfragen nach dem für ihn schönsten Ort im Iran: je nach Jahreszeit: Shiraz im Frühling, der Persische Golf im Winter, die Berge und das kaspische Meer im Sommer. (Lieblingsort in Deutschland gerne in die Kommentare :-), ich glaube meiner ist der Blick auf den Eibsee vom Berg aus).
Der Besitzer, der schon den dreien Obdach gewährt hatte, hatte am Morgen Trüffel gesucht und lud sie und uns jetzt dazu ein. Damir kommen wir zu einem weiteren Problem: was ist ernst gemeint an Angeboten und was nicht. Es heißt taroof und die Höflichkeit gebietet, dass man Geschenke 3mal ablehnen muss, bevor man sich sicher sein kann, dass sie ernstgemeint sind. Man kann versuchen zu fragen, ob es sich um taroof handelt oder nicht, aber die Höflichkeit gebietet natürlich das zu verneinen. Also nicht ganz so einfach. Aber als wir aufbrachen und auch Ali keine Anstalten machte uns zu sagen, dass wir dem guten Mann doch Geld geben sollten, bedankten wir uns ganz herzlich und verließen die anderen. Zuvor hatte Ali Ruth und Azad(die auch aus Berlin kommen) noch angeboten ebenfalls bei ihm zu übernachten (außerdem angekündigt war noch ein Japaner), das versprach ein lustiger Abend zu werden.
Vorher gingen wir aber noch in die Eisdiele (Vater des Eises) und wurden dort prompt auf Deutsch begrüßt. Der Besitzer hat in Hamburg Informatik studiert, was bei Sina und Ali die Frage aufwarf, warum in aller Welt er zurück gekommen ist. Das Eis war eine Spezialität des Hauses: Safran, Schokolade und Vanille und in der Tat ganz lecker.
Zur Frage des Hijab sagte Sina, dass sie ihn blöd finde, es aber schätze dass ihre Familie ihr Freiheiten lässt (zum Beispiel mit uns Wandern) und sie ihn daher trage, quasi als Entgegenkommen ihrerseits.
Wir verabschiedeten uns von Sina und fuhren für eine Dusche und einen Mittagsschlaf zu Ali.
Eine der Hauptattraktionen von Shiraz sind die verschiedenen Gärten, die in ihrer Gesamtheit der persischen Gärten zum Weltkulturerbe zählen. Diese ohnehin schon schönen Eindrücke wurden ein wenig in den Hintergrund gedrängt, da wir die Gelegenheit hatten Alis Verlobte Sana kennenzulernen. Nachdem sie erklärte, dass sie nicht mit klettern gehen könnte, weil sie Englischunterricht hatte, konnte sie sich auch nicht mehr angeblich nicht vorhandenen Englisch-Kenntnissen verstecken.

Wir besuchten gemeinsam den Eram Garten und den Jahannama Garten, fragten sie über Kennenlernen und Hochzeitspläne aus und waren höchst erfreut, als wir hörten, dass sie trotz vorgerückter Stunde mit uns zum Abendessen kommen durfte (ihre Eltern bedürfen noch der Erziehung).
Wir fuhren also zum Hyperstar, einer riesigen Mall, mit einem Supermarkt, der fast alles bot um Nudelauflauf mit Brokkoli und Hähnchen usw. zu machen. Alles bis auf Brokkoli. (Ansonsten erinnert der Supermarkt an die aus Frankreich, also riesig und in Vorbereitung des Wochendendes auch voll. Zur Entlastung der Frau gibt es in vielen Haushalten Fast-food, wie Pizza, am Wochenende.
So kochten wir mit den inzwischen eingetroffenen anderen drei, dem Bruder und einem Freund. Ein wunderbarer Abend ohne Hijab dafür mit Gitarre und Xbox und internationalem Plausch.

Eine lustige Vorstellung, so was in der Wohnung meiner Eltern zu veranstalten. Alis Freund betonte nochmal das viele Iraner/innen keine richtigen Moslems seien sondern nur so tun als ob, um nicht anzuecken oder um bessere Jobs zu bekommen.
Wir stellten zudem den Ländervergleich hinsichtlich des Durchschnittsalters an und stellten fest das Iran mit 27 Jahren deutlich besser dasteht als Deutschland (43) und Japan (44). Eine mögliche Ursache dafür mag eine höhere Gefährdung älterer Menschen im iranischen Verkehr sein.

Tag 5: Shiraz oder let’s go to the mall

Tag 5 begann nicht dort wo Tag 4 endete, sondern in Shiraz, wo wir um 1:30 landeten und von dort mit dem Taxi in einen Vorort zu unserem ersten Couchsurfing-Gastgeber fuhren. Ali war tatsächlich noch wach, so dass wir noch ein wenig erzählten. Er hat noch 3 Brüder und 2 Schwestern, wobei alle zur Uni gehen (konnten). Von den sechsen wohnt er und sein kleiner Bruder noch zu Hause (quasi als Wg mit seinen Eltern, da er auch Miete zahlt). Ali hat Informatik studiert und vor für seine Promotion an die Uni nach Illinois zu gehen. Da er sehr gut Englisch spricht und einen ähnlichen Humor hat, ist es wirklich lustig und deutlich einfacher sich zu verständigen als auf Qeshm. Er hat sich für die zwei Tage ganz für uns Zeit genommen.
Wir verabreden also für den Morgen nach Persepolis zu fahren.
Gesagt, getan. Nach einem gemeinsamen Frühstück und einem Abstecher in die Stadt (den Flug vom Vorabend im Reisebüro bar bezahlen und Geld tauschen (1:43400) fuhren wir gemeinsam mit dem kleinen Bruder zur Partystadt des alten Perserkönigs (Darius der 1.,520v.Ch.). Leider war Alexander der Große vor uns da und hat große Teile zerstört. Die Reste sind jedoch immer noch imposant. In Persepolis trafen wir zum ersten Mal auf eine deutsche Reisegruppe, die zu weiten Teilen aus Rentner/innen bestand und uns im Laufe des Tages noch öfter begegnen würde.
Auf einem Berg neben der Festanlage befinden sich mehrere Grabstätten, die aus dem Berg herausgemeißelt wurden. Ebenfalls sehr beeindruckend.
Viel beeindruckender war jedoch jedoch die weitgehende Abwesenheit von Tourist/innen. In jedem anderen Land der Welt (vielleicht außer Nordkorea) wären hier wohl Unmengen an Touris. Hier gibt es nur ein paar versprengte und ein paar Einheimische.
Dann zurück in die Stadt, Limoneneis essen und den Basar bewundern. Letztlich der Vorläufer der Malls. Viele schöne Kunsthandwerksachen, die ich mir aber doch nicht zu Hause hinstellen würde und vor allem nicht 3 Wochen durch die Gegend schleppen will.
Im Anschluss schauten wir noch bei Hafis Mausoleum vorbei, ein Dichter des 14.Jhds. der aber immer noch von der Bevölkerung verehrt wird, so dass in seinem Garten unglaublich viel los war. Da würden Goethe und Schiller blass vor Neid, wenn sie das sehen würden.
Wiederum mit dem Taxi (wie eigentlich immer, wobei fast alle Autos auch Leute für Geld transportieren) ging es zu einem guten Restaurant, dessen Karte neben viel internationaler Küche auch persische Gerichte auf der Speisekarte hatte, die allesamt sehr liebevoll präsentiert wurden (Pilzsuppe in einem Laib Brot) Pelz und ich entschieden uns für Spaghetti Carbonara. 🙂 Nee es gab Kebab mit Hähnchen oder Lamm. Sehr lecker.
Nach dem Essen verbrachten wir den Rest des Abends zu Hause mit plauschen und Xbox spielen und Musikfernsehen über Satellit gucken. Das machte angesichts der sehr spärlich bekleideten Damen auch direkt ein weiteres Grundprinzip klar: was innerhalb der eigenen vier Wände passiert, ist privat und hat ggf. nichts mit den Vorstellungen der Regierung oder anderer Moralwächter/innen zu tun. Das erklärt z. T. auch die allgegenwärtigen Mauern um die Häuser, eine andere Erklärung war jedoch das Bedürfnis konservativer Väter ihre Frauen und Töchter vor ungebührenden Blicken zu schützen. Es wirkt allerdings schon lustig wenn als erstes die Mauer gebaut wird und dann das Haus. Vor allem weil auf Grund der schlechten ökonomischen Situation etliche Baustellen nicht fertig gestellt werden.
Spannend waren die Einschätzungen zur Armee (Männer müssen nach dem sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben für 2 Jahre zur Armee, was fast alle als verschwendete Lebenszeit gesehen haben), zum Hijab (der Schleier, der auch in diesem Haus als überflüssig angesehen wird) und zur Erziehung von Eltern zu liberalen Ansichten (dringend nötig in einer Gesellschaft, wo eine 29 jährige die Erlaubnis ihrer Eltern braucht, wenn sie sich mit einem jungen Mann treffen will und wo Eltern ihrem Sohn sagen, dass entweder er sich selbst jetzt eine Frau zum Heiraten sucht oder sie suchen ihm eine).
Alis Eltern haben eine lustige Waschmaschine, bei der Waschtrommel und Schleuder getrennt aber in einem Gerät sind. Die Waschtrommel the wird zudem offen gelassen und und der Spülvorgang ist per Hand zu erledigen. Dafür ist sie klein und leicht.

Für den nächsten Morgen haben wir uns mit Sina (einer jungen Frau, die uns zur Stadtrundfahrt und zum Eis eingeladen hat) und Ali zum Wandern verabredet.

Tag 4: Bandar Abbas or just say yes.

Heute stand der Weiterflug von Bandar-Abbas nach Shiraz an. Da der erst um halb eins in der Nacht stattfand, hatten wir jede Menge Zeit bis dahin. Einiges davon haben wir im Park verbracht, wo es nicht ganz so ätzend heiß war. Da das Restaurant bei dem wir um sieben etwas essen wollten erst um neun aufmachte, machten wir uns auf den Weg zum Einkaufszentrum um Pelzs Telefonkarte zu laden. Auf dem Weg dorthin kam ich ins Gespräch mit einem jungen Mann, der uns erst half die Telefonkarte aufzuladen und uns dann zum Essen zu sich nach Hause einlud. Er kochte Thunfisch mit Zwiebeln und Soße und Brot, erzählte uns über seine Familie, seine Sicht auf das Land und die Welt. Sehr spannend.

Tag 3: Qeshm oder www.myassishurting.com

Der Tag begann mit persischem Frühstück (ein Leben ohne Nutella ist möglich aber sinnlos):
Frischkäse
Fladenbrot
Marmelade (unklarer Herkunft)
Ei
süßes Brötchen
Dann stand der Rest vom Geopark auf dem Programm.
Der Geopark-Manager hatte uns erklärt, dass die Tour dort auch nur auf Farsi stattfindet. Daraufhin hatten wir uns am Vortag entschieden unseren freundlichen Fahrer Abdullah für um zehn zu bestellen. Er war um neun da. Da das für halb zehn bestellte Frühstück auch um neun fertig war, konnten wir um halb zehn schon starten.
Diesmal immerhin mit Kamera ausgestattet und mit Handtuch und Badehose machten wir uns auf den Weg zu den Delphinen. Gemeinsam mit einer lustigen iranischen Familie fuhren wir sehr schnell mit dem Boot in Richtung Hengam (einer der Männer flüsterte mir ins Ohr: my ass is broken und später, als sie meine Mailadresse haben wollten: myassishurting.com). Kurz und gut: weit und breit keine Delphine. Dafür Silver Beach auf Hengam: ein Strand mit glitzernden Mineralien, wo wir dann auch trotz der anwesenden Frauen baden gingen (in Absprache mit den Männern). Sehr erfrischend. Hengam selbst sieht einer Mondlandschaft sehr ähnlich.
Dann zurück mit einem kurzen Stopp zum Fische gucken. Schick.
Weiter ging es zum Tandisha Valley, wo scheinbar auch Abdullah zum ersten Mal war. Das Tal ist umgeben von sehr beeindruckenden Steinformationen. Sehr schick und auch mondähnlich.
Bei der nächsten Sehenswürdigkeit wartete ein netter alter Mann, der uns durch den Cha Kuh Canyon führte. Eine vom Wasser ausgewaschen Schlucht mit sehr schönen Wänden und einer Quelle mit kaltem, klarem Wasser.
Im Anschluss gelang es mir unseren Fahrer doch zum Namakdan Salzdom zu fahren. Den Skandinavierinnen hat er es noch ausreden können. Meine Idee war auch eigentlich die Straße an der Südküste entlang zu fahren, weil es dort sehr schöne Strände geben soll. Es stellte sich heraus, dass diese Straße das eigentliche Problem darstellte weshalb er nicht zur Höhle wollte. Der Salzsee, die Höhle und die Strände (z.T. mit Kameln) waren aber so wunderschön, dass ich froh war, ihn, das Auto und uns über die Straße gequält zu haben.
Also noch einmal rin in den Persischen Golf, an einem gottverlassenen (ähh sehr einsamen) Strand. Dann die Strecke wieder zurück und noch einen Abstecher zu einer Werft, die die schönen Boote ganz aus Holz baut. Sehr hübsch und wohl genauso teuer wie die Glasfaservariante.
Zurück nach Shibderaz, wo sich unser Homestay als weniger günstig herausstellte als geplant. Mit dem günstigeren Taxi statt der 100€-pro-Person-Geopark-Tour kam es dann wieder aufs selbe hinaus.

Tag 2: Qeshm oder der geplatzte Ausruhtag

Entgegen der ursprünglichen Planung von Ausruhtag für Pelz (in Ermangelung von Schatten, Grün und erträglicher Temperaturen) und Delphinausflug für mich, hatten wir uns entschlossen mit der Schwedin und der Finnin zum Harra-Mangrovenwald zu fahren. An sich ganz okay, aber die beschriebene 1,5% der Weltvogelpopulation war nicht mehr anwesend.
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Da die beiden anderen erst nachmittags nach Qeshm City mussten hatten wir noch Zeit für einen Versuch die Delphine zu sehen. Allerdings scheiterte dieser schon am Hafen, wo uns die Fischer schon erklärten:“Dolphin no! „Also weiter nach Laft einem schönen alten Fischerdorf mit alten Brunnen und schönen Booten.
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Danach versuchen unserem Fahrer zu erklären das wir gerne zu der Werft wollen. Nach dem wir beinahe auf der Autofähre zum Festland gelandet wären, kamen wir doch noch zur Werft auf der die schönen Boote in der Glasfaservariante gebaut wurden. Sehr schick und im Vergleich zu Booten in Deutschland sogar bezahlbar.
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Da immer noch Zeit war sind wir in das Tal der Sterne gefahren, welches mit wunderschönen Erosionsformen aufwarten kann. Ein sehr schöner Spaziergang durch die einsamen Schluchten, eine herrliche Aussicht darüber hinweg und dann husch zurück ins klimatisierte Auto.
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Weiter ging es nach Kharbas wo ein Höhlensystem auf uns wartete (auch hier waren wir erst alleine) was auch ganz hübsch war. An dieser Stelle lernten wir das es entgegen anders lautenden Ankündigungen sehr wohl Bakschisch gibt (unser Fahrer war nämlich der Überzeugung das die Eintrittspreise unangemessen seien und daher verhandelte er jedes Mal für uns.
Im Anschluss ging es dann nach Qeshm City (mit einer Runde im Auto um das „viel zu teure“ portugiesische Fort) um die Damen zum Hafen zu bringen.
Das Geldwechsel in der Mall bot einen deutlich schlechteren Kurs als auf dem Festland. Außerdem offenbarte sich dabei ein weiteres Problem: nahezu alle anderen Läden hatten Mittagspause. Das heisst auch das Internetcafe war zu. Schade. Als wir doch noch eins fanden, wo jemand da war, erklärte der uns, dass bis um fünf das Internet ausgeschaltet ist. Ich hoffe, ihr wart nicht betroffen.
Also zurück nach Shibderaz und dann einen entspannten Abend mit leckerem Essen und einem kurzen Verlaufen in dem Dorf mit 200 Häusern auf dem Weg zum Shop.
Da ich Michels Kamera (ebenso wie mein Monokular(hatte ich zum Vögel gucken dabei, aber es waren ja eh keine da) vorsichtshalber zu Hause gelassen hatte gibt es jetzt Handyphotos.

Tag 1:Teheran und Qeshm oder Theorie und Praxis

Früh um vier in Teheran zu landen ist erstmal gar nicht so blöd wie es klingt. Der Flughafen ist nicht so voll und es gibt alles was man so braucht. Mobiles Internet (SIM-Karte mit 500 SMS, 1h Inland und 1GB Internet und für 1,2€). Geld (zu nem guten Kurs (1:41800) d.h. wir sind Millionäre). Auf zum anderen Flughafen um zu sehen ob man einchecken kann oder Gepäck aufbewahren. Bus ist nicht so einfach zu finden gewesen, Taxi ist mit 12€ für eine halbe Stunde Fahrt auch okay. Der Verkehr in Teheran ist erwartungsgemäß crazy. Aber selbst der Taxifahrer war stellenweise irritiert vom Verhalten der vor uns fahrenden.

Für die Gepäckaufbewahrung gibt es am Mehrabad International Airport eine kleine Hütte draußen hinter den Taxis namens Left Luggage Center. Wenig vertrauenserweckend, trotzdem überlassen wir dem Mann unsere Rucksäcke.

Dann mit dem Taxi in die Altstadt zum Golestan Palast. Der Vorteil der noch leeren Stadt wurde dann schnell aufgewogen durch den Umstand das alles noch geschlossen war.
Bis um neun. Na gut also zur Straße mit der Deutschen Botschaft und den Geldwechslern und dem angekündigten einzigen Visa-Automaten Irans. Letzterer war nicht zu finden, vorletztere waren geschlossen und erste hat Freitag und Sonnabend Ruhetag, so dass die uns auch nicht bei der Suche helfen konnten.
Dann zurück, kurz gewartet und schon war es neun und wir konnten uns den schönen Park des Golestan Palast und selbigen von außen ansehen.
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Danach ein Spaziergang über den Basar, der leer war und wenig aufdringliche Händler hatte.
Nach einem Mittag in einem traditionellen Restaurant haben wir uns auf die Metro eingelassen, uns verfahren und dann immer noch rechtzeitig unseren Flug nach Qeshm erreicht.

Angebot und Nachfrage oder Theorie und Praxis
Mr. Zobeiri vom Gepäck war zwar so nett uns zu sagen, dass wir bis Shibderaz vom Flughafen nur 15.000 Thoman zahlen sollen, aber wenn das Angebot an Passagieren die Zahl der wartenden Taxis übersteigt kann man schlecht verhandeln.

Farsi oder freut man sich doch über andere Traveller
Ein erster Ausflug zum Strand brachte neben einem erfrischenden Bad, die Einsicht das nicht nur die junge Frau, die uns im Homestay in Empfang genommen hatte kein Englisch spricht sondern auch der junge Mann der am Strand die Schildkröteneier bewacht. Daher konnte er uns auch nicht so viele Informationen über die Tiere geben.
Englisch scheint auf dieser Insel nicht so weit verbreitet.
Umso erfreuter waren wir dann doch im Homestay auf andere englischsprachige zu treffen.
So erfuhren wir von einem jungen Mann aus Kattovice dass sich ein Ausflug nach Kerman lohnt, da es dort günstige Drogen zu kaufen gibt.
Pirkko (aus Deutschland) und Nima(aus dem Iran aber in Deutschland studierend), Saed und Leila und Nimas Schwester sprechen sowohl Farsi, Englisch als auch Deutsch.
Dies erwies sich als hilfreich um einige Fragen zu klären
1. T-Shirts sind doch okay für Männer.

2. Beine ausstrecken stört nur ältere.
3. Barfuß in Sandalen ist auch okay.
Am Abend konnte ich dann doch noch eine
Karettschildkröte bei der Eiablage beobachten. Sehr spannend. Da ich es da mal geschafft hab Michels Kamera auch dabei zu haben gibt es die Bilder erst später.
100 Stück. Viermal im Jahr. Und nach dem Verbuddeln gräbt sie noch ein Loch zum irreführen der Tiere die sonst versuchen die Eier zu fressen.
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Das Homestay bei Mrs. Fattahi vermittelt einem einen Eindruck vom Leben auf der Insel außerhalb der Hotels. Die ganze Siedlung wirkt etwas trist, was vor allem an den nicht fertig gestellten Häusern liegt. Timesharing? Es ist insgesamt erwartungsgemäß eher basic. Neben Klopapier sollte man Ohrstöpsel(wegen der Klimaanlage, die immer mal denkt die sei ein LKW) und eine Fliegenklatsche oder ein Moskitonetz mitbringen.

Was eher nich so läuft, auf dieser Insel ist Internet. Es gibt einfach keines, zumindest nicht mobil. Daher kommt der erste echte Eintrag erst jetzt.

Unterwegs…

In Zeiten von (fast) allgegenwärtigem Internet habe ich beschlossen während meiner Reise im Iran ein Blog zu schreiben (nur fair, wenn man bedenkt, dass ich doch einige Leute vorher genötigt habe dies auf ihrer Reise zu tun und mich dort über jeden Beitrag gefreut habe). Außerdem ist es eine Chance das Bild eines Landes zu verändern, dass doch durch einige Vorurteile geprägt ist.

Alle Beiträge zur USA-Reise 2019 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).
Alle Beiträge zur Namibia-Reise 2018 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).
Alle Beiträge zur Schweden, Finnland-Norwegen-Reise 2018 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).

Alle Beiträge zur China-Reise 2017 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).

Alle Beiträge zur USA-Reise 2016 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).
Alle Beiträge zur Japan-Reise 2015 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).
Alle Beiträge zur USA-Reise 2015 (komplett und in der richtigen Reihenfolge).
Alle Beiträge zur Iran-Reise (komplett und in der richtigen Reihenfolge).

Visum, Flüge und Ausstattung

Es entwickelt sich. Ich habe jetzt mein Visum erhalten, die Flugtickets sind gebucht (von Schönefeld nach Teheran mit Zwischenstop in Istanbul mit Pegasus Airlines für 400€ hin und zurück).
Dann noch eine neue Grundausstattung, die den Reisekomfort erhöht:

  • Rucksack: Bach Specialist (mit Frontzugriff, so dass man sich nicht von oben durch den ganzen Rucksack wühlen muss und nem vernünftigem Tragesystem und Flugzeugverpackung),
  • Isomatte: Exped Synmat UL 7 LW (eine Luftmatraze mit Stabilisierungsstreben, superklein und leicht, bequem und im Bodenfach zu verstauen) und nen
  • Schlafsack: Meru Iowa mit Microfaserinnenleben (in dem man das Knie anziehen kann und angenehmer und kleiner als mein alter Kunstfaserschlafsack) und es kann eigentlich schon losgehen.

Naja, einen Monat dauert es noch.

Iran? Wirklich? Warum das denn?

Vermutlich wurde jede/r in den Iran reisende, nicht nur einmal gefragt, wie sie/er denn nun ausgerechnet darauf gekommen sei. Nun, in meinem Fall, war es die Empfehlung einer sehr guten Freundin, die als Zwischenfazit ihrer Weltreise den Iran hervorhob. Also: Schuld ist also Katharina, die meine Neugier geweckt hat. 😉 Danke!

Da ich mich bis dahin nicht weiter mit dem Iran befasst habe, begann ich erstmal damit Vorurteile zu hinterfragen und zu spannenden Erkenntnissen zu gelangen.

No. 1: Der Iran ist nicht nur Wüste. Es gibt im nördlichen Teil einen Streifen zwischen Elborz-Gebirge und Kaspischem Meer, wo Tee und Reis angebaut wird und der quasi komplett grün ist.

No. 2: Die Vorbehalte gegenüber Amerika kommen nicht von ungefähr sondern haben ihre Ursachen in der jüngeren Geschichte beider Staaten (und Amerika ist dabei nicht das Unschuldslamm). Dazu aber später in einem eigenen Eintrag mehr.

No. 3: Da Iran auf Grund der Darstellung in den Medien, trotz seiner beeindruckenden Kultur und Natur nicht das Reiseland Nummer eins ist, scheinen allen Berichten zu Folge die Iraner/-innen Tourist/-innen sehr aufgeschlossen gegenüber zu sein.

No. 4: Die Reisesicherheit ist im Iran deutlich höher als gemeinhin angenommen wird. Wenn man bestimmte Gebiete vermeidet (Minenfelder an der iranisch-irakischen Grenze, Drogenschmuggelgebiet an der Grenze zu Afghanistan) ist man wohl auf der sicheren Seite. Die größte Gefahr geht dem Lonely Planet und anderen Quellen zufolge vom Autoverkehr aus (34,1 Verkehrstote pro 100.000 Einwohner/-innen (Deutschland 4,7)).

Also scheinbar unterscheidet sich der Iran, deutlich vom Bild in den westlichen Medien. Da die Temperaturen in den Sommerferien nicht so sind, dass man entspannt durch den Iran reisen kann, habe ich als Zeitraum die Osterferien ausgewählt. Zusammen mit dem 1.Mai kommt man auf 3,5 Wochen, was für einen ersten Eindruck wohl ausreicht.

Durch das Studium diverser Reiseführer vorbereitet geht es also am 11.4. los. Geplant ist eine Mischung aus Übernachtungen über Couchsurfing.com und spannenden Hotels, Eco-Lodges, Homestays.

Karten und Reiseführer

Für alle, die ebenfalls überlegen in den Iran zu fahren, hier eine Übersicht über Bücher, Karten und Reiseführer.

Die deutschsprachigen Reiseführer für den Iran sind überschaubar.

Peter Kerbers IRAN – Islamischer Staat und jahrtausendealte Kultur ist eines von drei deutschsprachigen Büchern, die ich mir zugelegt habe. Hier finden sich neben Hintergrundinformationen, schönen Alternativrouten auch Tipps für Hotels oder Homestays. Dieses Buch habe ich leider verloren, vielleicht kommt es ja noch zu mir.

DuMonts Reiseführer Iran ist eine interessante Quelle für Hintergrundinformationen, enthält aber wenige Reisetipps und ist daher eher für die Rentnerreisegruppe als Grundlage zum Klugscheißen empfohlen.

Von den Lonely Planets für Iran hatten wir die fünfte und sechste Auflage als pdf. Die haben sich auch bewährt, wobei mir das Layout der alten Auflage besser gefiel und Hotels etc. wie so oft auch Geschmackssache sind. Zur Orientierung für Bus und Zug und Flugverbindungen auf jeden Fall gut geeignet. Bei den Preisen muss man die absurde Inflation berücksichtigen. Daher sind etliche Hotels billiger als dort angegeben.

Bei den Karten würde ich Freytag Berndt Autokarten, Iran – Maßstab 1:1 500 000 empfehlen, weil sie trotz gleichen Maßstabs detaillierter ist als die Reise Know-How Landkarte Iran.

Eine gelungene Ergänzung zu den üblichen Reiseführern stellte im Übrigen das folgende Buch dar, welches schon mal einen ersten Eindruck vermittelt welche Erfahrungen man im Iran sammeln kann:

Iranian Rappers and Persian Porn von Jamie Maslin