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Tag 10: Hitradio Namibia

Auch heute morgen war das Wetter so lala. Trotzdem wurde ich ordnungsgemäß verabschiedet von ein paar Giraffen, Oryx, Zebras und Springböcken.

Da fahren auf nassem Matsch nicht so super funktioniert, habe, bin ich gleich aus dem Park gefahren.

Da irgendwann mein Telefon nicht mehr wollte musste ich Radio hören… Hitradio Namibia, auf Deutsch und mit den besten Hits… Sehr weird.

560 km später hab ich mein Gepäck bei unser morgigen Unterkunft abgeladen.

Die heutige Nacht schlafe ich aber noch näher am Flughafen, da ich das Auto morgen früh zurückgeben muss. Da ich mehrfach gehört habe, dass man ggf. hundert Euro zahlen muss, wenn man das Auto dreckig zurück gibt, hab ich die Gelegenheit genutzt und das Auto gewaschen.

Den Rest des Abends konnte ich mir noch die hundert Papageien angucken, die der Besitzer hier zusammen gesammelt hat. Crazy!

Das war der erste Teil der Reise. Rückblickend kann man sagen, dass es sehr praktisch war, in Lodges zu übernachten und sich damit um die Essensfrage nicht kümmern zu müssen. Außerdem war es gut Etosha als letztes zu haben, weil die pure Zahl an Tieren alles andere in den Schatten stellt (siehe oben).

Tag 9: Quer und kreuz…

Heute gab es die Gegenrichtung mit anfänglich bestem Bremer Wetter (Nieselregen und vollständiges Grau). Das gab sich aber nach einer Weile wieder und es war ein ähnlicher Tag wie gestern, leider weiter ohne Löwen. Alle anderen Tiere siehe gestern. Plus ein Reiher und ein anderer noch zu identifizierender Vogel.

Außerdem gab es auf der selben Straße wie beim letzten Mal wieder Elefanten. Nicht ganz so nah dran, nicht ganz so viele, aber trotzdem sehr schön.

Diesmal funktioniert auch das Internet in der Onkoshi Lodge besser insofern kann ich noch mehr schreiben.

Gestern abend traf ich in der Lodge auf eine deutsche Reisegruppe. Die haben mich dann zu sich an den Tisch eingeladen, damit ich nicht alleine essen muss… War sehr nett und gleichzeitig war mir schon nach kurzer Zeit klar, dass mich das ziemlich stressen würde mit einer solchen Gruppe unterwegs zu sein.

Auf der anderen Seite ist sowas (Reiseleiter) als Beschäftigung für alternde Klugscheißer vielleicht auch nicht verkehrt…

Tag 8: Kreuz und quer

Weil es buchungstechnisch nicht anders ging stand nach der Nacht in der Onkoshi Lodge eine Nacht im Dolomite Camp bevor. Dieses befindet sich am andere Ende des Parks und damit stand eine längere Fahrt auf dem Plan. Da man im Etosha sein Auto eh nicht verlassen darf, ist das aber sowieso die Hauptattraktion: Herumfahren und Tiere gucken.

Die Wasserlöcher sind derzeit verwaist, weil es genug andere Stellen und grüne Pflanzen gibt.

Das Navi kennt den Westen des Parks noch nicht und wollte mich daher einmal 496km außenrum lotsen, aber ich hab es rechtzeitig bemerkt und doch den kürzeren Weg genommen. Da ich von den 496km aber erstmal abgeschreckt war hab ich nicht gewartet bis der Löwe unter dem Baum wieder hervorkam.

Tag 7: Rüssel an Schwanz in Reihe…

Der Morgen begann mit einem weiteren Ausflug mit Martin, diesmal auf der Suche nach Geparden. Diesmal durfte man sogar das Auto verlassen um die letzten hundert Meter zu Fuß zurück zu legen. Leider hatte ich das in der morgendlichen Eile vergessen, so dass ich mit Wandersandalen unterwegs war. (In der Nacht zuvor hatte es ordentlich geschüttet…)

Naja erstmal ging es wieder darum ein Peilsendergeräusch zu finden. Es war mit reichlich Herumgefahre verbunden, aber letztlich doch erfolgreich. Es handelte sich um zwei männliche Geparden, die gemeinsam ausgewildert wurden und nun gemeinsam abhingen ähh jagten und nicht selber gejagt wurden. Ich erspare euch jetzt all mein neues Gepardenwissen zu lesen… Bei Bedarf kann ich es nachliefern.

Nach einem Frühstück hieß es Abschied nehmen von den Raubkatzen und sich auf den Weg zum Etosha zu machen. Dieser zog sich eine Weile und vor allem musste ich im Park immer noch 120km zu der Onkoshi Lodge fahren. Insgesamt kann man festhalten, dass der Park (und auch die Lodge) zu dieser Zeit nicht überfüllt ist.

Auf dem etwas längeren Weg zur Lodge habe ich Oryx, viele Zebras, ein Nashorn, eine Giraffe, ganz viel Wild, einige Strauße sowie ein paar Gnus gesehen. Auf der Straße am Eingang war ein einsamer Elefant zu sehen, der in die Büsche stapfte.

Auf dem letzten Abschnitt lag über mehrere Kilometer wirklich viel Elefantenkacke, aber es war kein Elefant zu sehen. Bis ich um eine Ecke bog und mitten auf der Straße eine Herde Elefanten stand. Diese bemühten sich auch nicht wegzugehen, vielmehr stellte sich die Leitkuh drohend in den Weg. War durchaus beeindruckend, wenn einem bewusst wird, dass die zu zwölft sind und man selber alleine in einer nicht allzu stabilen Metallschachtel…

Naja irgendwann beschlossen sie doch Rüssel an Schwanz in Reihe in den Wald zu verschwinden… Damit hab ich die letzten drei Kilometer auch noch geschafft. Bei der Lodge gab es dann noch einen zauberhaften Sonnenuntergang über der Etoshapfanne.

Jetzt essen und dann ins Bett. Für Bilder ist das Internet hier zu lahm.

Tag 6: Predator rehabilitation zone oder the easiest road oder I don’t stop for Oryx

Heutiges Tagesziel: Okonjima Nature Preserve. Von einer ehemaligen Farm wurde Okonjima zu einem privaten Naturschutzgebiet für Wildkatzen entwickelt. Dazu gehört auch die Rehabilitation straffällig gewordener Großkatzen. Diese werden von den umliegenden Farmen gefangen und dann hier wieder eingegliedert. Das Ganze (auch Namibia insgesamt) kann man sich vorstellen wie einen riesengroßen Zoo. Es gibt überall Zäune, sie sind nur sehr weit von einander entfernt. In diesem Fall umschließen sie ein Gelände von 20ha. Irgendein Sadist hat jedoch beschlossen Raubtiere und Zebras, Gnus, Giraffen usw. in ein Gehege zu stecken.

Die Aufgabe des Nachmittags war Leoparden zu finden. Diese sind zum Teil mit Peilsendern ausgestattet und so ging es in bester die drei ??? Manier dem Piepsgeräusch des Peilsenders hinterher. Martin, der Fahrer/Guide hielt also in einer Hand das Lenkrad, an das Ohr geklemmt das Funkgerät und mit der anderen schwenkte er die Richtantenne.

Wenn sich das Tier jedoch in einem undurchdringbaren Gebüsch befindet, kann man eine Weile drumherum fahren, aber man kommt ihm nicht näher. Da man aus Sicherheitsgründen nicht aussteigen darf, kann man nicht viel machen. Da noch mehr Autos unterwegs waren und andere Leoparden gesucht haben, haben wir aufgegeben und nahmen die „einfachste“ „Straße“ zu einem der anderen… Da die Aufgabe Leoparden waren wurde ab dann auch nicht mehr für andere Tiere gehalten. Wir rasten also dorthin wo andere einen Leoparden gesehen hatten….

Und tatsächlich war das Unternehmen von Erfolg gekrönt.

Wenn man einen engagierten Fahrer wie Martin erwischt dann organisiert er danach auch noch Giraffen.

Tag 5: Mein Freund der Baum oder Glamping

Im zweiten Anlauf gelang es dann mit der Wanderung auf das/dem Plateau. Mit einer Gruppe von neun Leuten ging es relativ schnell auf das Plateau und einmal oben konnten wir dann relativ entspannt zu verschiedenen Aussichtspunkten laufen. Schöne (etwas steil hinabgehende) Blicke gab es auf das Tal und den Waterberg. Nebenbei wurden uns noch der Klopapierbaum, der Parfümbaum und der Weihnachtsdekobaum vorgestellt. Von den Tieren, die auf dem Plateau leben, war nur ein Klippenspringer zu sehen. Es gibt wohl auch noch Büffel, Giraffen, diverses Wild und Nashörner. Von den meisten war aber nur Kacke zu sehen.

Wieder unten fuhr ich zum Omatozu Camp, wo ich, dank ein wenig Verpeilung meinerseits beim Buchen, ein nun etwas großzügiges Vierbettzelt habe.

Nach einer Wanderung über die Farm wiederholt sich nun das abendliche Ritual, leckeres Essen, Blog schreiben und ins Bett gehen.

Tag 4: Ein Tag am Micro-Inifinitypool oder Zeitumstellung

Ein Blechdach ist ein guter Weg um Menschen zu sensibilisieren für die Menge an Regen, die fällt. Naja vielleicht nicht für die Menge, aber doch zumindest für die Häufigkeit der Regenfälle. Auch nachts fällt es schwer einen zu verpassen.

Am Morgen machte ich mich auf den Weg zum Frühstück und wurde begrüßt von einem Mitarbeiter der mir erklärte, dass die Zeit auf meinem Telefon falsch ist und die Wandergruppe daher schon ohne mich gestartet ist. Die Zeitumstellung wurde scheinbar abgeschafft und dem Telefonnetzbetreiber nicht Bescheid gesagt, denn auch auf dem Telefon vom Mitarbeiter war es eine Stunde eher. Okay, dann morgen. Da es eh keine Aussicht gab, wegen des Morgennebels, war es nicht so dramatisch.

Insofern blieb ich bei meiner Hütte und arbeitete ein bisschen. Und genoss die Aussicht von der Terrasse und dem Micro-Inifinitypool.

Hier und da huscht ein Klippschliefer entlang und verfolgt unter lautem Geschrei einen anderen… Die sitzen auf Bäumen (was ganz lustig ist, wenn man in die Äste um einen herum blickt und hier und dort ein brauner Klops sitzt) und Steinen und einige verfallen in Panik, wenn man sich nähert und andere lassen sich überhaupt nicht beeindrucken.

Der Kollege Katzenbach hat ja mir Grüße an die Nashörner aufgetragen, also habe ich mich heute Nachmittag darum gekümmert: es gibt vier Nashörner auf dem Gelände und sie werden 24/7 vor Wilderen bewacht. Da das Horn für die traditionelle chinesische Medizin genutzt wird, zahlen einige Chines/innen dafür 50000 Euro. Netter Nebeneffekt der Bewachung ist, dass die Farmbesitzer immer einen Überblick haben, wo die Nashörner sich aufhalten. Nach kurzer Fahrt und kurzem Spaziergang standen wir also neben zwei Nashörnern, die sich bereitwillig photographieren ließen. Grüße ausrichten, Photos machen und weiter ging es.

Nächste Station: Mama Nashorn und Baby Nashorn. Sehr niedlich. Und direkt an der Straße, die ich gestern entlang gefahren bin. Da hätte ich mich schön erschreckt.

Es ging noch eine Weile weiter, wobei der Fahrer meist so schnell war, dass es schwer war zu photographieren. Ab und an ging es aber doch.

Auf dem Weg zurück zur Lodge trafen wir nochmal die Nashörner vom Anfang, die eine Weile vor uns liefen.

Jetzt Abendessen. Dann Mond gucken und dann ins Bett… Vorher guck ich noch, ob ich ein Nashornbild hier einfügen kann.

Kann ich.

Tag 3: Mitten durch die fette Henne oder das Tal der Elefantenkühe oder unfreundliche Vögel

Ostersamstag, ohne die Deko auf dem Frühstückstisch wäre es wohl an mir vorüber gegangen. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zum Waterberg.

Dort angekommen ging es gleich weiter zu einer Wanderung in ein Tal hinein bis zu einer ganzjährig sprudelnden Quelle. Der Waterberg macht seinem Namen alle Ehre. Es ist ein Sandsteinmassiv, an dem sich viele Wolken abregnen und das Wasser tritt an verschiedenen Orten wieder zu Tage.

Das Tal ist entsprechend grün und es wird erzählt, dass früher die Elefantenkühe hierher kamen um ihre Jungen zu kriegen. Heute wohl nicht mehr.

Dafür waren doch wieder einige Tiere zu sehen, zu hören und auch zu photographieren. Dazu gehörten insbesondere die Klippschliefer und die unfreundlichen Vögel, die immer go-away rufen. Davon drei auf einem Ast… Freundlich ist anders.

Durch die Kombination von drei Wanderwegen ergab sich eine richtige Wanderung.

Dann schnell noch was essen, den wunderschönen Mondaufgang beobachten und dann ins Bett…

Das Bild will sich gerade nicht hochladen lassen, ich probiere es später noch mal…

Tag 2: Game walk oder das Gegenteil von China

Nach einem guten Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Norden zur Roidina Lodge. Vorher noch Tanken und Geld holen. Dabei konnte man gleich eine Vorstellung davon bekommen warum es 50 mal so viele Verkehrstote gibt wie in Deutschland. In einem SUV saßen hinten sieben Kinder im hinteren Teil, alle unangeschnallt und ohne Sitze…

Die ersten hundertvierzig Kilometer der Fahrt waren noch auf der Autobahn, asphaltiert. Da war auch noch einiges los. Das gab sich dann aber (beides) nachdem ich abgebogen bin (und wieder etwas gebraucht habe bis ich merkte dass ich auf der falschen Seite fahre). Auf der durfte man 100 km/h fahren, aber das war mir dann doch zu flott bzw. der Untergrund zu rutschig.

Da ich zwar dem Navi zwar folgte, aber auch mal auf die Schilder links und rechts guckte verkürzte sich der Weg dramatisch um eine Stunde(weil das Navi die Privatstraße nicht kannte bzw. sich nicht langtraute), da ich das Schild zur Lodge zum Glück nicht übersehen habe.

Es gab zur Wahl: einen Game Drive oder einen geführten Game Hike. Also Schuhe an und los. Ist schon sehr praktisch, wenn man mit jemandem unterwegs ist, der weiß, wo man gucken sollte.

Insgesamt lässt sich zusammenfassen: Namibia ist ein bisschen das Gegenteil von China. Ganz wenig Menschen (2,3 Millionen Einwohner/innen auf einer Fläche die 2,3 mal so groß ist wie Deutschland) und ganz viele Tiere im Gegensatz zu ganz vielen Menschen und ganz wenigen Tieren in der Volksrepublik. 80% der Tourist/innen kommen nach Ansicht des Guides aus Deutschland. Spannend und merkwürdig.

Beim Tiere gucken habe ich einerseits gelernt, dass der Schäferbaum so heißt, weil er ganzjährig grün ist und damit Schatten spendet und außerdem, dass die Ameisenbären nachtaktiv sind und die von ihnen gebuddelten Löcher von Wildschweinen zum schlafen verwendet werden.

Außerdem waren zahlreiche Tiere zu sehen. Hervorzuheben sind hier die sieben rennenden Strauße und die Perlhühner (einfach weil sie so niedlich sind).

Zum Abendessen gab es Oryx Steak mit Gemüse und Süßkartoffeln und leckerem Rotebeetesalat und außerdem Do it yourself Lemonade (Passionsfruchtsirup und eine Dose Limonade).

Der Mond scheint über die beeindruckenden Schwiegermüttersitze und ich werde erschöpft ins Bett sinken.

Achso: ich hab vergessen es zu schreiben: ist schön hier.

Tag 1: Man spricht und isst deutsch oder der Felsen der Affen

Nach einem, trotz freien Platz neben mir, wenig erquicklichen Flug (zwei weinende Kleinkinder in den zwei Reihen vor mir), bin ich um sieben Uhr mit Auto, SIM Karte und Geld ausgestattet aus dem Flughafen gestieflelt (die Gruppe ungewöhnlich singender Frauen galt nicht meiner Begrüßung).

Dabei habe ich schon ein paar Dinge gelernt: nur weil ein Auto ein SUV ist und Toyota Rav4 heißt, bedeutet es nicht, dass es auch Allradantrieb hat. Der Mitarbeiter von der Autovermietung hat mir auch noch ein viel versprechendes Video von überfluteten Straßen gezeigt (zusätzlich zu dem „so gefährlich ist Auto fahren in Namibia“-Video).

Dann bin ich erst mal zur Tanke um etwas zu trinken zu erwerben. Der Weg dorthin macht schon Lust auf mehr… Dank des vorherigen Regens ist die nicht asphaltierte Straße von großen Pfützen gesäumt. Gleichzeitig versuche ich noch mein: „es gibt kein Allrad“ zu verkraften und die Erinnerung an die Karte mit der Netzabdeckung meines Mobilfunkproviders. Abschlepphaken (siehe Lappland) gibt es nicht. Ich soll einfach anrufen und sie bringen mir ein neues Auto…

Ich fuhr also erstmal zur Farm in der Nähe vom Flughafen, wo ich meine erste Nacht verbringen darf. Ich war auch nur sechs Stunden vor dem Checkin da. Nichtsdestotrotz wurde ich sehr freundlich aufgenommen, mit Frühstück und einem Bett versorgt.

Nach einem kurzen Schläfchen fiel mir ein, dass morgen Feiertag ist und damit die Geschäfte zu sind. An Karfreitag zum Shopping nach Windhuk wird also nichts. Daher habe ich mich doch noch mal ins Auto gesetzt und bin zum Einkaufen gefahren.

Der Supermarkt führte überwiegend deutsche Produkte. Es war ein bisschen absurd. Ich kann aber verstehen, warum Namibia bei Deutschen Tourist/innen so beliebt ist. Ich entschied mich jedoch gegen Grafschafter Goldsaft, Kartoffelpürree und Ültjes Erdnüsse und für Wasser, Antimückengedöns und OREO Kekse.

Zurück zur Farm, die im Besitz der Familie Oetker ist (und verpachtet wird). Ein Stück Kuchen und dann noch eine Runde über die Farm streifen.

Mittlerweile scheint die Sonne und der Wind bläst die Wolken vor sich her. Im Schatten ist es angenehm kühl und in der Sonne angenehm warm.

Nach dem Kaffee trinken mit hausgemachten Kuchen war noch ausreichend Zeit für einen Spaziergang zum gespaltenen Fels, einem kleinen Hügel mit einem Felsen der in zwei Teile geteilt ist. Der eigentliche Plan war auf den Felsen zu klettern und von dort die Aussicht zu genießen. Allerdings war der Felsen von Affen bewohnt, die sich nicht besonders einladend zeigten. Der aufgestellte Wachposten machte erheblichen Lärm. In etwa wie die Menschen in den Bergen in China.

Hier habe ich jedoch keinen Menschen gesehen oder gehört. Auch keine Autos. Dafür einen lustigen Vogel, der auf dem Baum saß und Hey! rief.

Ein paar Kühe, ein paar sehr schnelle Rehe, ein paar Gazellen, ein paar Wildschweine und ein paar Oryxe sind mir begegnet, waren aber insgesamt sehr scheu.

Die Weite, die Ruhe, die Abwesenheit von Menschen, die Sonne und der Wind sind schon wirklich bezaubernd.

Im Anschluss noch leckeres Abendessen in kleiner Runde und ein kurzen Plausch.

Tag 9: frostiger Abschied

Was kann nach den 8 Tagen und 1600km jetzt noch kommen? Ein kurzer Eindruck wie kalt es hätte sein können. Heute morgen (um halb sechs), als wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht haben, waren es minus siebzehn Grad. Das war schon ganz schön frisch. Das hätte ich nicht haben wollen, beim Schlitten fahren oder beim Wandern oder beim Fotografieren…

Alles in allem eine sehr erfolgreiche Woche!

Tag 8: return of the Mantel

Auf dem Weg nach Kiruna fuhren wir nochmal bei den Huskies in Hetta vorbei, um, ähh, meinen Mantel abzuholen.

Um den Abstecher optimal zu nutzen, haben wir ihn mit einer Schneeschuhwanderung verknüpft. Die führte in den Wald beim Nature Center, wo auch sehr freundliche Rentner/-innen über die Hügel langliefen.

Nachdem die Sonne rauskam, war es noch viel schöner durch die schneebedeckten Wälder zu stapfen.

Tag 7: Ein ganz entspannter Ausruhtag

Bevor dieser entspannte Ausruhtag starten konnte, stand erst einmal eine Nacht bevor. Mein Papa hatte sich in Erwartung des Ausruhtags bereit erklärt immer mal aufzustehen und zu schauen ob Polarlichter zu sehen sind. In der Tat kam er irgendwann wieder rein und meinte ich müsse mal gucken kommen, ob das Nordlichter sind oder nicht. Trommelwirbel… Spannung steigt… Ja, das sind wohl welche… Also einmal alles verfügbare anziehen und dann Kamera, Stativ und sonstiges Zubehör (Akku, Speicherkarten, Rotlicht) schnappen und nix wie raus.

Mit der richtigen Belichtungszeit und der richtigen ISO-Zahl fluppte es dann sehr schnell und machte richtig Spaß. Bei meinem Papa klappte es leider nicht, so dass es nur ein halbes Vergnügen war.

Die Lichter waren teilweise sehr gut zu sehen, zum Teil waren sie aber auch intensiver auf dem Photo.

Nach einer Weile zogen Wolken auf und wir konnten ins Bett gehen…

Der kommende Tag war ein Ausruhtag mit Spaziergang über den See. Da es bewölkt war, war es eher unspektakulär.

Abends hatten sich die Wolken immer noch nicht verzogen, so dass die Aussichten auf sichtbare Polarlichter (trotz der hohen Wahrscheinlichkeit dass überhaupt welche existieren) nicht so hoch waren.

Da der Wetterbericht für den Lyngen-Fjord von gestern deutlich besser war, beschlossen wir die hundert Kilometer dorthin zu fahren und dort Bilder am Steg zu machen.

Gesagt, getan.

Und diesmal haben auch alle Kameras wie gewünscht gearbeitet. Es war wirklich zauberhaft schön. Das Ganze garniert mit den Lichtern von Rasteby auf der anderen Seite des Fjords und denen, der vorbeirasenden LKWs.

Tag 6: welcome to Norway

Für heute stand ein Ausflug nach Tromso auf dem Plan. Bei uns war es bedeckt, insofern hofften wir auf besseres Wetter.

Das stellte sich auch gleich nach der Landesgrenze ein, so dass wir durch strahlenden Sonnenschein an den Fjords entlang fuhren.

Versorgt mit Daim Milchbrötchen von der ersten norwegischen Tankstelle fuhr es sich noch besser.

Auch die Wasserfälle waren wieder sehr hübsch anzusehen:

Ziel war der Hausberg von Tromso (der Storsteinen). Dort geht eine Seilbahn hinauf und dann kann man oben noch ein wenig herumwandern. Schön waren die Hinweisschilder unten:

Bis zur Spitze des Berges ist es noch ein Stück. Dieses Stück ist leider ein wenig zugefroren/vereist. Der Hinweis auf die Spikes ist also berechtigt.

Oben angekommen musste ich leider feststellen, dass die erste Spitze des Berges, eben nur die erste Spitze ist. Da ich schon etwas verschwitzt war und es sehr, sehr windig war, ließ ich es dabei bewenden und ging wieder zurück.

War aber schon sehr schön…

Da es hier wieder bewölkt ist, wird es wohl auch heute nichts mit Nordlichtern…

Tag 5: Tag des Kunstwerks

Gestern war das Internet alle. Während o2 einem früher gesagt hat, was man tun kann, haben sie diese Praxis eingestellt. Hintergrund ist, dass sie einen nicht automatisch in die neue EU Roaming Regelung umstufen. (Sonst könnte man einfach so surfen wie zu Hause…) Der Tarifwechsel dauert einen Tag.

Nachdem ich ein bisschen Masterarbeiten gelesen habe sind wir dann nochmal los um einen Geocache zu suchen. Prinzipiell haben wir ihn auch gefunden, aber von der Dose war nur noch eine Plastelasche übrig.

Dementsprechend war das eigentliche Highlight des Tages: die Kunstskulptur (neben der Tankstelle).

Ansonsten kochen, spielen, auf besseres Wetter warten…

Tag 4: walking on thick ice

In Vorbereitung etwaiger Polarlichter gingen wir heute der Frage nach, wo diese am geschicktesten zu photographieren wären: eine Erkundungsmission.

Am besten wohl auf dem Parkplatz, wo wir schon vorgestern mal falsch abgebogen waren. Heute ist die Zufahrt zum falschen Weg mit Schnee blockiert gewesen. Es waren wohl doch zu viele Leute, die da abgebogen sind (wohl vor mir schon zwei).

Auf der Karte von Kilpisjärvi waren ja auch Langlaufstrecken eingetragen, da sind aber leider keine gespurten Loipen und Skating Stil kann ich nicht.

Wir sind dann noch eine Weile an der Straße entlang gewandert und über den See wieder zurück. Dank Sonne war es sehr schön, wenn auch etwas frisch (insgesamt aber noch nicht krass, also keine einfrierenden Wimpern und so).

Da wir keine Schneeschuhe hatten war es immer mal wieder mit einsinken verbunden, aber auf dem See war der Schnee nicht so tief.

Der Geocache am Parkplatz war leider nicht zu finden. Muss ich noch mal gucken. Hatte eh keinen Stift mit.

Tag 3: never let go oder never eat yellow snow

Nach einem kurzen Kampf mit dem Türschloss (zuwerfen der Tür wirkt als abschließen) machten wir uns auf den Weg zu Hetta Huskies. Dort stand die 20km Magic of Winter Tour an. In der Tat schien auf dem Weg dorthin die Sonne, so dass die 120 km Fahrt wie im Flug vorbei waren…

Wir kamen pünktlich an, aber die französische Reisegruppe war schon fertig angezogen, so dass wir uns beeilen mussten. Alle verfügbaren Schichten wurden angezogen (bis auf den Mantel).

Dann folgte eine längere Einweisung (jeweils sehr lange auf französisch und kurz auf englisch). Die Huskie Farm kümmert sich (so weit von außen zu beurteilen) sehr ordentlich um die Tiere. Bei so vielen Hunden gibt es auch jede Menge gelben Schnee. (Zumal sie pinkeln und kacken können während sie rennen.)

Meine Sorgen, bezüglich der Notwendigkeit links und rechts zu unterscheiden sowie bezüglich des Anschiebens waren unbegründet. Mein Papa musste also nicht 25km hinter Schlittenhunden hinterher rennen… Und auch nicht umfallen und sich irgendwas brechen, weil ich nicht weiß, ob ich rechts oder links schreien muss. Wir haben ja schließlich keinen Kombi

Die Hunde waren hoch motiviert (im Gegensatz zu denen vom Gespann vor uns), so dass ich die ganze Zeit mit getretener Bremse fahren musste. Anschieben war bergauf auch nicht notwendig, es reichte nicht mehr zu bremsen. Eiserne Regel: niemals loslassen und beide Füße auf der Bremse.

Die Fahrt ging durch beschneite Tannenwälder und über einen zugefrorenen See. Nach einer Weile gab es eine Pause in einer (entgegen der Werbung nicht beheizten Hütte), mit Tee und Keksen.

Sehr, sehr schön, auch wenn ich diese Variante vorziehe, wenn die Hunde den Weg wissen und mir nicht vorstellen möchte wie Leute auf diesem Weg durch den Yukon fahren.

Da mein Mantel (der im Büro lag) in der Zwischenzeit aufgehängt worden war, habe ich ihn prompt vergessen (ich hatte ja eine andere Jacke an). Hmm… Daher fahren wir wohl da nochmal vorbei und gehen da auf dem Rückweg nach Kiruna Schneeschuh wandern.

Dann noch 160km zurück fahren und Essen kochen, kurz spielen und dann erschöpft ins Bett fallen. Keine Nordlichter.

Tag 2: auf Abwegen…

Die erste Hürde war das Ausleihen des Autos. Die ließ sich problemlos bewältigen (entgegen der Sorge der Vermieterin, da die Vermietung nur da ist, wenn Flüge ankommen), da ein Telefon dort rumsteht mit dem man mit der Zentrale in der Stadt verbunden wird.

Das Einkaufen bei coop ging auch problemlos, auch wenn das fünfzig Cent Stück für immer in dem Wagen stecken wird. Mangels IKEA Plastekisten (und das in Schweden) verstauten wir unsere Einkäufe im Kofferraum.

Beim Verlassen des Parkplatzes haben wir feststellen müssen, dass obwohl es sehr schön breit war und vom Schnee geräumt war, es sich um einen Fahrradweg handelte… Abgesehen von irritierten Blicken gab es keine Probleme.

Bis zu unserer Unterkunft waren es 280km. 279,9km davon haben wir auch souverän gemeistert (inkl. Rentier fotografieren). Lediglich auf dem Parkplatz vom Nationalpark bin ich einmal falsch abgebogen und steckte tief im Schnee.

Dank der Hilfe einiger freundlicher Finn/innen, war unser Auto etwas später wieder fahrbereit… (ein gerissenes Band, ein mehrfach gerissenes Stahlseil… ein fehlender Haken, ein von den Einkäufen befreiter Kofferraum)…

Schließlich und endlich haben wir unserer Hütte erreicht und uns eingerichtet. Da es bewölkt ist, können wir auch einfach ins Bett gehen.

Tag 1: Es ist Winter…

Dank Skipbo, Lobo 77 und Qwixx gingen die fünf Stunden in Stockholm ratzfatz vorbei (es gibt sogar eduroam auf dem Flughafen)…

In Kiruna sind -6°C und es liegt frischer Schnee auf den Bäumen.

Dank bedecktem Himmel und Lichtsmog ist nix an Polarlichtern zu sehen… Aber der Abendspaziergang zum Restaurant war trotzdem sehr schön. Und bei Spis kann man lecker essen… Veganes Blumenkohlcurry… War wirklich gut. Alkohol mit skandinavischen Preisen… da lohnt sich das nicht trinken mal richtig…

Jetzt ab ins Bett und morgen das Auto holen und dann geht es richtig los…

Tag 14: Next stop: Hongkong

Die Nacht im Zug hätte angenehmer verlaufen können, wenn wir gleich gesagt hätten, dass wir alle Tickets für das Abteil haben. So haben die Schaffner uns erst mitten in der Nacht unwirsch erklärt, dass wir unsere Sachen vom oberen Bett nehmen sollen und dann versucht die beiden freien Betten nochmal zu vergeben. Um Ärger für Yuki zu vermeiden, hatten wir ihnen nicht gleich alle vier Tickets für zwei Leute unter die Nase gehalten (beim Kauf allen Zugfahrkarten muss man die Personalausweisnummer angeben). Aber als wir die anderen Tickets vorgezeigt hatten, durften wir die restliche Nacht ungestört schlafen. Naja, so wie auch am Tag Stille in China ein rares Gut ist, so waren die Chines/innen auch nachts nicht der Meinung, sich leise verhalten zu müssen, nur weil andere Leute den Nachtzug zum Schlafen missbrauchen wollten.

Morgens sind wir in Shenzhen angekommen und konnten dort China verlassen, um nach Hongkong einreisen. Mit über 300 Wolkenkratzern durchaus beeindruckend. Eine Octopus Card kaufen, mit der man bargeldlos den Nahverkehr bezahlen kann (und in kleineren Läden) und los ging es in diversen U-Bahnen quer durch die Stadt.

Trotz der Kulisse wird aus mir wohl kein Städtetourist mehr. Die Schlange für die Tram auf den Berg hätte über eine Stunde anstehen bedeutet.

Hongkong verwöhnt jedoch die China-Reisenden mit englisch sprechenden Menschen, ungefiltertem Internet, Sitztoiletten mit durchgängig perforiertem Toilettenpapier sowie touristenkompatiblem Essen (und lesbaren Speisekarten) und überrascht mit regelkonformeren Linksverkehr und begeistert mit süßen Straßenbahnen und Monstern. Die Stadt ist daher voller (englischer) Tourist/innen.

Nach einem spieltechnisch sehr, sehr deprimierenden Urlaub endet diese Reise nun mit einer imposanten Skipbo-Siegesserie auf dem Dach unseres Airbnb vor ebenso beeindruckender Aussicht.

Es ist also an der Zeit nach Hause zu fahren.

Viele Grüße an alle, die bis hierhin durchgehalten haben…

Tag 13: Enjoy the silence

Nach einem Frühstück mit einer Amerikanerin, die in China an einer Highschool Englisch unterrichtet (Klassenstärke 60-70 Schüler/innen, 1000 Schüler/innen pro Woche), verließen wir Helen’s Home, was wirklich eine heimelige Unterkunft für uns war.

Nach einer Fahrt durch die Stadt erreichten wir den Hafen der Flussschiffer. Da die letzten Tage wegen des Hochwassers keine Schiffe fahren konnten, waren heute alle ausgebucht. Es fuhren auch viele im Pulk los, damit man sich nicht so alleine fühlt.

Die Landschaft ist vom Fluss aus schön anzusehen, auch wenn Wandern doch eher meine Fortbewegung der Wahl ist. Das Hochwasser war immer noch da und in Deutschland wäre auch nie ein Boot losgefahren, aber hier ist alles etwas anders.

Der Fluss und die umgebenden Bäume waren voller Müll. Das letzte große Hochwasser war vor allem erst Anfang Juli diesen Jahres. Man war noch nicht wirklich mit Aufräumen fertig und schon kam das nächste.

An Bord offenbarte sich ein weiteres Henne-Ei-Problem: sind die Chines/innen so schwerhörig, weil sie ständig angeschrien werden oder werden sie ständig angeschrien, weil sie so schwerhörig sind? Auf jeden Fall genoss man die Momente, in denen die Frau aus den Lautsprecher einen nicht anschrie. Dank einer englischsprechenden Tour Guide von einem italienischen Paar haben wir auch die wichtigsten Felsen nicht verpasst… (Sie sind nur sehr schwer von den übrigen zu unterscheiden.)

In der Touristenstadt Yanshou angekommen taten wir wie uns geheißen und liehen uns Fahrräder aus und fuhren damit durch die Karstlandschaft. Dank Handy und Osmand+ mit Offlinekarte klappte auch die Navigation einigermaßen.

Den Rest des Nachmittags spazierten wir durch den Yanshou Park, wo es auch wenig Gelegenheit für Ruhe und Entspannung gab, da zwei Gruppen älterer Menschen (direkt nebeneinander) den Park mit Musik beschallten (mit richtigen Verstärkern und nicht nur Handyboxen) und ein paar Meter weiter ein Paar ebenso laut mit Verstärker sang. Der Mann, der allein dazu tanzte, hat keinen Krach gemacht. Der sah nur lustig aus.

Nun geht es zurück nach Guilin und von dort mit dem Nachtzug nach Hongkong.

Tag 12: cave of stars

Nachdem wir mal ausgiebig geschlafen haben, begann unser Tag mit einem Western Breakfast. Yeah! Das heißt: Toast, Bacon, Eggs, Coffee.

Nach dem gelungenen Start in den Tag fuhren wir zur Reed Flute Cave und nach der beeindruckenden letzten Höhle, dachte ich schon: „okay was soll da noch kommen?“ Aber die Höhle wurde nicht umsonst bereits von Nixon, Carter und Bush besucht. Sie ist ebenfalls sehr beeindruckend und noch sehr viel schöner beleuchtet. Leider werden einige Schildkröten dort gefangen gehalten. 🙁

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zum Yao Shan, wo wir auf Grund der Regenfälle nicht hochlaufen durften, sondern mit der Seilbahn hochfahren mussten. Runter konnten wir jedoch mit der Sommerrodelbahn fahren. Oben gab es neben diversen Tempeln vor allem Aussicht zu genießen. Die Berge in Guilin und Umgebung sind von dort aus jedoch sehr schön zu sehen. Sie ragen spitz einzeln aus dem Boden und sind alle grün bewachsen. Sehr hübsch.

Da es jedoch Beschwerden gab über die einseitige Farbgestaltung der Photos der letzten Tage, gibt es jetzt kein Bild davon. Dafür dieses:

Abendessen gab es ganz entspannt bei unserem Bed and Breakfast Helen’s Home zusammen mit Helen, dem Koch, einer Chinesin und ihrem Sohn und einem älteren als chinesisch getarntem Paar aus den USA. Dabei wurde nochmal das Gerücht thematisiert, dass es so wenig Tiere gibt, weil alle aufgegessen wurden.

Ein ruhiger Tag zum Ausklang des Urlaubs, bevor morgen Abend die Rückreise (im weiteren Sinne) beginnt.

Tag 11: Naturkatastrophen, die zweite oder „Sie ist ein Model und sie sieht gut aus… „

Aus Videospielen kennt man das Phänomen, dass Brücken zusammenbrechen, sobald man über sie gelaufen ist. Bei uns bricht das Land zusammen, kurz bevor wir kommen. Yuki informierte uns, dass wir nicht wie geplant bei den Reisterrassen von Long Ji schlafen können, weil die Wege und Straßen dort durch unwetterartigen Regen und in der Folge Erdrutsche beschädigt wurden.

Außerdem schrieb uns Johanna aus Hongkong, dass wir nicht bei ihr übernachten können, weil ihr Vermieter bei Airbnb-Untervermietungen sich neuerdings zickig anstellt. Mist.

Zum Glück ist für heute Abend in Guilin schnell ein Zimmer gefunden (dort wo wir morgen eh geschlafen hätten). Alles andere findet sich auch.

Wir wurden um 4:50 vom Bahnhof abgeholt und sind dann gleich Richtung Reisterrassen aufgebrochen (mit einer halben Stunde Pause zwischendurch, weil sonst alles noch zu gewesen wäre). Die erste Straße, die wir probiert haben, war plötzlich durch einen Erdrutsch versperrt.

Allerdings war die gestern gesperrte Straße wieder offen, was sich offenbar noch nicht rumgesprochen hat. Wir konnten daher mutterseelenallein in einen Bus steigen und fuhren in atemberaubendem Tempo die Serpentinen hinauf.

Im Bergdorf angekommen, zeigte sich sich, dass diesmal die europäischen Tourist/innen deutlich in der Überzahl, aber insgesamt ganz wenig Menschen oben waren.

Wir wanderten gemütlich Richtung des ersten Aussichtspunktes (Nine Dragons and Five Tigers), wo wir in einem Café Tee und frischen Mangosaft tranken. Zwischendrin kurz zur Plattform huschen und Bilder machen, bevor die Wolke die Terrassen verdeckte.

Zwei Yao-Frauen in traditionellen Trachten liefen an uns vorbei und ließen sich für Geld im Reisfeld fotografieren, sogar mit offenem Haar (was beeindruckend lang und normalerweise kunstvoll geflochten ist).

Die Größe der Plattform ließ erahnen, welche Menschenmengen hier normalerweise durchgeschleust werden.

Vom einen Viewpoint ging es dann weiter zum „Seven stars and the moon“-Viewpoint über einen heute morgen wenig genutzten Wanderweg.

Alles in allem trotz der Schwierigkeiten ein sehr schöner Ausflug, wo man sich nicht wirklich vorstellen will, wie es ist, wenn es voll ist. Danach: ratzfatz zurück nach Guilin und jetzt was essen. Hund?

Tag 10: wenn einer eine Reise tut…

Dann kann er was erzählen… Zumindest wenn er mit der Eisenbahn in China fährt. Nachdem der erste Mann vorbei gekommen war, um zu erzählen, wie wichtig Brillen sind, damit man gut gucken kann, kam dann ein Mann vorbei und hielt eine Gurke in die Höhe. Fragezeichen standen auf unseren Gesichtern. Er holte einen Anspitzer heraus und begann feine Scheiben der Gurke abzuhobeln (wie bei einem Bleistift). Was dann passierte, wäre für einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn vermutlich unvorstellbar: Er legte sich die Gurke zur Demonstration als Gesichtsmaske auf die Haut und begann im Anschluss auch Gurkenstreifen an Fahrgäste zu verteilen. Er verkaufte dann die Anspitzer, freilich immer noch mit der Gurke im Gesicht. Witzig.

Der restliche Bericht folgt morgen, wenn es wieder Strom gibt.

Zu Beginn des Tages fuhren wir mit Mr. Hu zum Baofeng Lake. Es handelt sich dabei um einen künstlichen See in mitten hoher Sandsteinfelsen. Sehr hübsch anzusehen, aber leider nicht zu umwandern. D.h. es bleibt nichts anderes als eine Bootstour, die kompetent von einer Chinesin mit Verstärker begleitet wird, auf chinesisch versteht sich. Hin und wieder gibt es Überraschungen, so zum Beispiel ein verankertes Boot, auf dem, wenn das Publikum auf dem sich nähernden Boot klatscht, ein Sänger oder eine Sängerin erscheint und ein Lied vorträgt. Verrückt, aber ggf. verzichtbar oder als ersten Programmpunkt.

Beeindruckender war hingegen die Yellow Dragon Cave, eine riesige Höhle mit unterirdischen Wasserfällen, Flüssen, Stalagmiten und Stalagtiten, riesigen Kammern und einem großen Wegesystem.

Auch hier macht man sich Gedanken, wie man die Touristen wieder los werden kann:

Man versucht es mit Drohungen und Bitten.

In der Höhle erwies es sich als klug, antizyklisch vorzugehen, also entgegen der Laufrichtung der Besuchergruppen. So kann man nämlich von der deutlich kürzeren Schlange bei der Bootsfahrt über den unterirdischen Fluss profitieren. Insgesamt eine beeindruckend große Höhle.

Tag 9: Monkey General gathering his soldiers

Ein vernieselter Morgen ließ nichts Gutes erwarten für den Tag, aber das Wetter in Zhanhjiajie ist dem in Bremen nicht unähnlich: wenn es Dir nicht gefällt, dann warte fünf Minuten. Da wir eh wach und losgehbereit waren, setzten wir uns also in den Bus, der uns zur Seilbahn bringen sollte, die uns zum Bus fahren, der uns zur Seilbahn schaffen, die uns zum Wanderweg hinauf schweben lassen sollte. So weit, so gut. Lediglich ein Stück Wanderung zwischendurch war extrem nervig, weil Chines/innen wenig sensibel für übersteuerte Lautsprecher sind. Dabei ist es egal, ob an einer Ticketkasse, bei Tour guides oder beim Lautsprecher, den man für Musik auf dem Weg dabei hat (obwohl gar keine Bären da sind). Es plärrte also chinesische Musik aus dem Lautsprecher des neben uns laufenden Menschen.

Oben angekommen drehten wir eine große Runde um das Yellow Stone Village, um zu zahlreichen wunderschönen Viewpoints (z.T mit blumigen Namen, wie Monkey General gathering his soldiers) zu gelangen.

Insgesamt lässt sich anmerken, dass das Tourist prevention program im Yellow Stone Village an einzelnen Stellen ganz gut funktioniert, aber an anderen Ecken weniger gut. An den Stellen, wo besonders viele Tourist/innen waren, war aber auch das Wetter besonders schlecht. Man kann also nicht sagen, sie hätten sich nicht bemüht. Insgesamt gibt es jedoch wenige ausländische Tourist/innen hier, aber jede Menge einheimische (plus ein paar gut getarnte Amerikaner/innen, die zwar aussehen wie Chinesen, aber sich durch ein „Howdy“ oder „This is a great workout, isn’t it?“ verraten).

Eine kurze Pause bei einem Imbiss von sechs Frauen stand als nächstes auf dem Programm. Die gefüllten Eierkuchen, der gebackene Grießbrei am Spieß und die beinahe reife Kiwi waren wirklich lecker.

Wir machten uns dann an den Abstieg, um zum Golden Whip Stream zu kommen. Der Nieselregen hörte wieder auf und zu unserer Freude war der auf der Karte eingezeichnete Affe kein leeres Versprechen. Im Gegenteil: Der Weg war gesäumt mit zahlreichen Affen, die zum Teil von doofen Chines/innen gefüttert wurden, sie aber auch beklaut und wohl auch gebissen haben. Naja, sie waren gewarnt (die Chines/innen).

Nachdem es gestern schon ein Bild von den Holzpapierkörben gab, gibt es heute noch eins vom „Holz“geländer“:

Der Golden Whip Stream ist ein netter Fluss, der sich zwischen den riesigen Sandsteinfelsen windet und neben dem ein Wanderweg quasi ebenerdig verläuft. Dementsprechend ist es voller, aber auch noch nicht überfüllt.

Schmetterlinge und Libellen gibt es hier und da in beeindruckender Größe, aber auch entsprechender Geschwindigkeit.

Bei der Orientierung darf man sich nicht irritieren lassen, weil der Weg auf der Karte auf der anderen Seite des Flusses verläuft. Das kann einem Praktikanten schon mal passieren.

Eine Horde von fünfzig Affen wechselte dann mit einem Mal auf die andere Flussseite, vermutlich um dort einen kleinen dicken chinesischen Jungen zu fressen, die mögen sie am liebsten.

Am Ende des Weges erwarten einen dann die Massen und man fragt sich, ob die einzigen drei Schmetterlinge, die nicht sofort wegfliegen und dort sitzen blieben, taub oder festgeklebt sind…

Insgesamt ein toller Tag mit Regen, Nebel, Sonne und angenehmen Temperaturen. Nach Auskunft des Managers gestern war es vorgestern noch 40 Grad. Ähh und jetzt Unwetter, aber zum Glück sitzen wir im Hotel.

Tag 8: die Stadt der blauen Dächer oder Bring your own toilet paper

Unser Flug nach Zhanhjiajie startete um 6 Uhr morgens in Xi’an. Dementsprechend froh waren wir, dass unser Hotel in der Nähe vom Flughafen war und wir erst um halb fünf losfahren mussten. Das Hotel war mal eine echte China-Erfahrung. Das Bad war nur durch eine Glasscheibe vom Zimmer abgeteilt, sehr teilhabeorientiert. Naja es gab auch noch einen Vorhang.

In der Nähe des Hotels gab es hauptsächlich Streetfood und keine vermeintlich verlässlicheren Restaurants. Es waren zwar leckere Nudeln, aber auch mit den zu erwartenden Konsequenzen verbunden.

Leider ist in dem Viertel in der Nacht der Strom ausgefallen, was nicht nur negative Auswirkungen auf den Handyakku hatte, sondern auch dazu führte, dass die Klimaanlage ausfiel, was den Schlaf wenig erholsam machte. Da war es also gar nicht so schlimm, um vier aufzustehen.

Trotz der frühen Stunde war der Flug voller Ausländer/innen, bestimmt zehn.

Zhanhjiajie ist eine relativ kleine Stadt (mit vielen blauen Dächern).

Die Flughafentoilette hat zwar ein Sitzklo, aber kein Klopapier. Bring your own device…

Wir wurden freundlicherweise von dem englischen sprechenden Manager abgeholt, der zum einen mit uns bei der Bank und dem Hotel von übermorgen vorbeigefahren ist (wo wir unsere Gepäck abgeladen haben), zum anderen hatte er einen englischen Plan für uns und Tips, wo wir langwandern können, wo weniger Leute sind.

So sind wir dann nicht mit dem Cable Car den Berg hinauf, sondern entlang der ten-mile-natural-gallery (5,6km)… Der Weg war mit schönen Aussichten versehen, oben war es jedoch dann wolkenverhangen. Es waren wenige Leute, die ebenfalls nach oben liefen, der größere Teil kam herunter. Und es waren keine Reisegruppen, mit durch Mikrofone verstärkten Reiseleiter/-innen, die immer die ganze Umgebung mit anbrüllten. Das war sehr angenehm. Oben angelangt stellten wir schockiert fest, dass es auf dem Berg, ein McDonald’s gibt (und ganz viele andere kleinere Stände mit Essen und Schnickschnack).

Mit dem Parkbus fuhren wir ein Stück weiter und liefen empfehlungsgemäß zur Fairy Bridge. Ein Wanderweg, der außer uns nur von einer Familie benutzt wurde, sehr angenehm! Er ging viele Stufen hinunter, die man dann leider auch wieder nach oben musste.

Danach ging es zum Parkausgang und zu unserem Hotel, was für die örtlichen Verhältnisse durchaus in Ordnung war (ein wenig muffig, aber das kriegt man bei der Luftfeuchtigkeit wohl nicht weg).

Unten sieht man nochmal die Mülleimer im Baumstumpfdesign. Dieses kann aber auch nur in Ländern mit unendlichen Ressourcen an arbeitenden Menschen eingesetzt werden, da der Müll umständlich mit einem Greifer herausoperiert werden muss.

Tag 7: Ruhe und Besinnlichkeit

Verschreckt von der Tatsache, dass es Sonnabend ist und Ferien und Sommer und vermutlich deswegen noch mehr Menschen auf die Idee kommen, zum Mt. Huashan zu fahren, machten wir uns bereits halb sieben auf den Weg zum Berg.

In der Tat war es unten am Eingang bereits gut gefüllt, aber der Großteil der Menschen wollte zum Westgipfel fahren, während wir uns für den Nordgipfel entschieden hatten. Die österreichische Seilbahn war durchaus vertrauenserweckend und so waren wir nach zehn Minuten auch schon oben.

Es gab in der Folge immer noch genug Stufen zum Nordgipfel und zum Ostgipfel zu bewältigen, so dass wir es nicht betreuten, uns gegen die 2h-4h Aufstieg über steile, unregelmäßige Stufen entschieden zu haben.

Der Westgipfel und der Südgipfel bleiben für den nächsten Besuch, der dann mit Aufstieg um elf Abends beginnt und mit dem Sonnenaufgang endet. Dafür braucht es dann aber doch mehr Vorbereitung. Dafür kann man(n) dann auch den tödlichsten Wanderweg der Welt mitnehmen. Auch der erschien mir nicht geeignet für ein Sommerwochenende, da auf den 30cm Planken auch noch Gegenverkehr herrscht.

Auch dieses Mal ließ sich bewundern, dass die Chinesen manchmal merkwürdige Anwandlungen haben und sich auf den Berg mit ihrem Smartphone hinsetzen und, anstatt die durchaus vorhandene wundervolle Aussicht zu genießen, einen Kriegsfilm auf dem Handy schauen. Deshalb waren wir kurz am Überlegen, wen wir jetzt anrufen, um Bescheid zu sagen, dass wir jetzt oben auf dem Berg sind, denn scheinbar gehört sich das so… Wir haben wegen der sechs Stunden Zeitverschiebung darauf verzichtet, jemanden von Euch am Sonnabend zu wecken, obwohl wir gerne Bescheid gesagt hätten, dass es schön ist.

Der Tourismus der Region scheint sich auf diese Gipfel zu konzentrieren, was zur Folge hat, dass es sich weniger verteilt, aber eben auch nur dieser Bereich der Natur belastet wird. Insgesamt gibt es hier aber auch weniger Müll in der Natur als bisher. Vielleicht wird er aber auch nur besser eingesammelt.

Auch hier erfolgt das Verlassen des Bergs zwangsläufig durch den Gift-Shop und auch oben auf dem Berg wird die Versorgung der Besucher/-innen mit Essen und Trinken, aber auch mit laminierten Erinnerungsphotos sehr ernst genommen. Mancher Platz eines Restaurants erscheint einem wenig günstig gewählt: direkt neben der Toilette. Auch ob es wirklich erforderlich ist, von allen Besucher/innen, die den Berg verlassen, oben Bilder zu machen und unten auszudrucken und zum Verkauf anzubieten, bleibt ein Rätsel. Aber vielleicht machen sie eigentlich eine große Kunstaktion mit Bildern von verschwitzten Menschen auf den chinesischen Bergen.

Tag 6: Xi’an, aber zum Glück keine Tonkrieger

Durch unsere Neuplanung hieß es Abschied nehmen von der Region Sichuan und dem scharfen Essen. Es ging weiter nach Xi’an, wo wir nun einen Tag zum Wandern hatten. Da unser Flug aber zu früher Stunde ging, hatten wir zusätzlich noch einen weiteren Tag in der Stadt.

Den haben wir mit einem Besuch bei der Big Goose Pagoda, der alten Stadtmauer und dem muslimischen Viertel zugebracht. Da es 36 Grad waren, bemühten wir uns, im Schatten zu bleiben. Der sich an die Pagode anschließende Amusementpark hatte leider noch geschlossen. Vielleicht ist es auch nicht so richtig Saison.

Xi’an ist nur noch eine Kleinstadt (8 Millionen Menschen), war aber als Ende der Seidenstraße früher von großer Bedeutung für den Handel. Dementsprechend imposant ist die Stadtmauer.

Die große Moschee im muslimischen Viertel sieht eher aus wie eine chinesische Tempelanlage. Ansonsten ist das Viertel ein großer Bazaar mit Fleischspießen, vorgeknackten Walnüssen und jeder Menge Schnickschnack.

Das Abendessen war ganz lecker (und nicht so scharf). Interessant war aber vor allem der Umgang mit dem Geschirr und das Tischabwischen. Das Geschirr kommt in Plastefolie eingeschweißt und wird nach Benutzung wieder abgeholt, gewaschen und wieder eingeschweißt.

Die Tische (die zumeist wüst aussehen) werden erst nass gemacht, dann wird der nasse Müll mit einem Abzieher (so wie zum Trocknen von Kacheln in der Dusche) vom Tisch gewischt (zum Teil in den Mülleimer). Abschließend wird der Tisch noch mal sauber gewischt und der auf dem Boden liegende Müll zusammengekehrt.

Tag 5: Gefangen bei den Fressfischchen

Wie geplant ging es morgens um sieben Uhr los zur Rückseite des Qingcheng Mountain. Er liegt ganz in der Nähe von Chengdu und gehört zu den wichtigsten Bergen des Taoismus. Dementsprechend voll ist wohl auch die Vorderseite. Der Weg zur Rückseite war schon sehr schön und um die Uhrzeit auch noch nicht voll.

Yukis Beschreibung hatte mich schon vorgewarnt: die Wanderwege sind durchweg oberflächenversiegelt, aber immerhin nicht 4m breit… Es sind meist Treppenstufen unterschiedlicher Form und Höhe.

Nach einer Weile nahm die Zahl der vor uns laufenden Chines/innen immer weiter ab, bis man irgendwann von erholsamen Wandern durch Natur sprechen konnte. Der Weg am Fluss entlang den Berg hinauf war sehr schön, aber leider offenbarte er ein Problem (nicht nur) der Chines/-innen: Müll. Da jede/r beim Weg auf den Berg mehrere Wasserflaschen braucht und einige diese nicht ordnungsgemäß entsorgen, liegt ganz viel Müll in der Gegend rum. Einige von ganz schön vielen, sind eben auch schon zu viele. Dabei gibt es schon Leute die Müll sammeln und auch Mülleimer am Wegesrand. Diese sind in ihrer Optik an Holz(stümpfen) orientiert, bestehen, wie auch die Baumstämmen nachempfundenen Geländer, aber aus Beton.

Hier und da war ein Tempel oder eine Höhle mit Figuren am Weg, der sich den Berg hinaufschlängelt. Ein kleines Floss brachte uns über einen See. Den Treppen folgend gelangten wir zu einem kleinen Dorf am Ende der Seilbahn.

Weiter hinauf ging es zum Whitecloud Temple, der zum Glück nicht von Wolken umgeben war. Der Weg weiter hinauf auf den Berg war geschlossen, so dass der Tempel den höchsten Punkt der Wanderung markierte. Wir verzichteten darauf, uns das Erreichen dieses Punktes von den Mönchen auf einer Medaille eingraviert bestätigen zu lassen, und machten uns nach kurzer Rast wieder auf den Weg nach unten.

Neben einem weiteren kleinen Dorf war die größere Überraschung ein Geschäft, wo man sich von kleinen Fischen die Hautschuppen von den Füßen knabbern lassen kann.

Entweder meinten es die Betreiber gut mit uns oder unsere Füße wirkten so bedürftig oder es gab keine Handtücher mehr, auf jeden Fall ignoriert sind unser Bedürfnis zu gehen (nach zwanzig Minuten oder so). Wir waren gefangen. Zum Glück befand sich im doch recht schweren Rucksack ein Mikrofaserhandtuch, so dass wir uns befreien konnten. Nun sind nicht nur unsere Ohren blitzeblank, sondern auch die Füße. Sichuan, sei Dank!

Weiter unten kamen wir doch an einer der Seilbahnen raus und es gab keinen Weg ins Tal, außer wir wären wieder zurückgelaufen…

Im Tal konnten wir dann noch einer Terrasse im Fluss sitzen und Qwixx und Qwinto spielen, wo man auch, dank des tosenden Flusses, gar nichts mehr von den vielen Leuten gehört hat.

Die Zahl der Tiere auf dem Weg hielt sich in sehr engen Grenzen, so dass der Rucksack sogar unnötig schwer war, da das Objektiv nicht gebraucht wurde. Die einzigen Tiere waren Schmetterlinge, die sich aber auch nicht trauten sich hinzusetzen, da sie wissen, dass am Fuß des Berges Netze zum Schmetterlingfangen verkauft werden.

Tag 4: change of plans oder die heilenden Kräfte von Löchern im Boden oder Hello again.

Da die einzigen Fahrzeuge, die derzeit in den Nationalpark dürfen, Regierungsfahrzeuge sind, müssen wir also umplanen. D.h. zu allererst vor um acht Uhr zum Busbahnhof, die Bustickets zurückgeben.

Auf dem Weg dorthin implodiert gefühlt mein Magen-Darm-Trakt. Ein ähnliches Gefühl hatte ich auch gestern schon bei den Pandas. Auch heute erwies sich die unglaubliche Heilsamkeit von Löchern im Boden chinesischen Toiletten. Allein der Anblick reichte mir, um meine Eingeweide zu beruhigen. Die versprochene Behindertentoilette (die sich gestern als Himmel auf Erden gezeigt hatte) war nicht aufzufinden.

Dann mit dem Taxi zu Yuki zum Reisebüro (WindhorseTour), da Mr. Huang schon anderweitig verplant war. Hier zeigt sich aber erneut die große Preistranparenz der Chines/innen. Fast überall steht, wieviel was kostet. Wenn man die chinesische Adresse hat, ist also auch Taxi fahren unstressig, mal abgesehen von dem allgemeinen Verkehr. Selbst bei der Ohrenputzerin gestern stand ein Schild, auf dem vermerkt war, was eine gründliche Ohrenreinigung kostet.

Jetzt sitzen wir bei Yuki im Büro auf der Couch und überlegen uns gemeinsam einen Alternativplan. Zum Valley of Elephants ist es leider zu weit, aber dank ihrer Hilfe haben wir gute Ausweichmöglichkeiten gefunden. Nach einem Abstecher zu Starbucks (I am only here for the western toilet, not for the coffee…) und Nudeln mit Rind mit Yuki zum Mittag machten wir uns also auf den neuen Weg.

Mr. Huang (Hello again) fuhr uns also in die Altstadt von Dujiangyan.

Neben überlaufenen Einkaufsstraßen gab es auch nette leere Seitenstraßen. Das die Stadt nicht nur Einkaufskulisse ist, sondern tatsächlich noch bewohnt wird, sieht man am Mais, der direkt neben dem Parkplatz wächst.

Oben sieht man das Ergebnis, wenn man versucht, mangels Bildmenü zu bestellen und Reis mit Gemüse einzeln ordert. Da halfen selbst die App und die vorhandenen Chinesisch-Kenntnisse nur begrenzt weiter. Wobei, es gab was leckeres zu essen und zusätzliche Soße hätte das Ganze nur wieder sehr scharf gemacht. Insofern hatten wir ein magenfreundliches Abendessen.

Auch bei der Verständigung mit der Rezeptionsdame hatte uns Yuki wieder einmal gerettet und wir konnten sagen:

你好,我明早7点离开酒店,能否帮我打包两份早餐带走呢?

Naja „sagen“ ist übertrieben, aber wir konnten ihr unser Handy zeigen.

Daher erwartete uns, bei unserer Rückkehr im Zimmer, ein Frühstückspaket für morgen früh.

P.s.: Wer sich fragt, was auf dem Titelbild zu sehen ist, es handelt sich um ein Wasserbecken (leicht veralgt) mit Fischen, welches vor Yukis Bürogebäude steht. Auf den diversen Schildern steht jeweils, dass man das Wasser nicht berühren soll, weil es unter Strom steht. (Ich war versucht…)

Tag 3: Sichuan, more than pandas… Also hot food and earthquakes

Wir hatten Mr. Huang gebeten, uns schon um sieben einzusammeln, um mit uns zu den Pandas zu fahren (die Zuchtstation, von der auch die niegelnagelneuen Berliner Pandas stammen).

Das dies eine ganz gute Idee war, zeigte die bereits beeindruckend lange Schlange am Eingang. Dennoch verlief es sich in den ersten Stunden im Park noch einigermaßen. Da die Pandas eher Bergwelt gewohnt sind, ist es ihnen hier unten tendenziell zu warm. Sie beschränken sich daher auf rumhängen und ab und zu was fressen. Das ist aber schon ausreichend niedlich. Photos gibt es später. Für den Moment muss dieses reichen…

Auch rote Pandas gab es zu sehen und eine Aufzuchtstation in der ein Aufseher auf Chinesisch herumschrie, dass man bitte leise sein soll oder das man weiter gehen soll. Eins von beidem. Es war aber dann doch spürbar voller geworden und wir suchten das Weite.

Ahnungslos ließen wir uns von Mr. Huang zum Sightseeing in Chengdu fahren. Den Anfang machte die Altstadt, die ähnlich wie Prag und Sarajevo (und tausende andere) zu einem Touri-Einkaufsparadies geworden ist, auf Grund des asiatischen Angebots aber ein bisschen aufregender als Prag.

Der Reiseführer hatte bereits auf das Handwerk der Chengduer Ohrenputzer verwiesen, so dass wir die Gelegenheit beim Schopfe packten und uns von einer Frau mit einem umfangreichen Arsenal an Hilfsmitteln die Ohren reinigen ließen. Durchaus beeindruckend.

Außerdem gab es Erinnerungen an längst vergangene Zeiten:

Im Anschluss machten wir uns auf Yuki zu treffen, vom Reisebüro unseres Vertrauens: WindhorseTour. Sie hatte unsere Zugtickets und Geld, was ich aus Versehen zu viel überwiesen hatte.

Dank geputzter Ohren waren die Zikaden in Peoples Park gleich noch besser zu hören (72db). Danach schnell die Bustickets nach Jiuzhaigou holen.

Den vermeintlichen Abschluss des Tages bildet ein Hotpot-Essen, was Yuki und Paul (ein Amerikaner, der auch für das Reisebüro arbeitet) uns empfohlen hatten. Man wählt auf Spießen befestigtes Gemüse oder Fleisch aus und kocht dieses dann in sehr scharf gewürzten Öl oder Wasser. Dann stukt man es noch mal in die individuelle Würzmischung. Durchaus lecker. Man bezahlt dann gemäß dem Gewicht der Spieße.

Vermeintlicher Abschluss deutet schon an, dass dies nicht das Ende des Tages war. Gegen viertel zehn gab es ein Erdbeben und unser Hochhaus schwankte ein wenig. Es schepperte aber keine Tassen im Schrank. Das lag vielleicht daran, dass keine Tassen im Schrank waren. Wenig später rief Yuki uns an um uns mitzuteilen, dass wir am Morgen nicht zum Nationalpark fahren können auf Grund des Erdbebens.

Laut Bericht von Tagesschau.de sind Tote und Verletzte zu beklagen und bis 100 Touristen eingeschlossen. Wenn Yuki nicht darauf bestanden hätte, dass wir noch eine Nacht in Chengdu bleiben, wären wir auch gestern schon in Jiuzhaigou gewesen.

Tag 2: Im fahrenden Ritter oder Toilet Canadian-style oder exit through the gift-shop

Nachdem wir mit Yukis Hilfe den morgendlichen Start um eine Stunde nach vorne verschieben konnten, bekamen wir Frühstück vom Hotel im Beutel zum Mitnehmen und konnten um sieben Uhr starten.

Vor dem Eingang des Parks schockierten wir Mr. Huang, da wir nicht durch den Park gefahren werden wollten. Stattdessen schnappten wir unseren Rucksack und liefen los. Es stellte sich heraus, dass es in weiten Teilen des Parks zirka vier Meter breite, asphaltierte Wanderwege mit mehr oder weniger Autoverkehr gab. Wir ignorierten weitere Angebote, uns zu fahren, und liefen voll orientiert (anhand der nur in Chinesisch beschrifteten) Karte weiter. Naja, Karte ist auch eher übertrieben. Eher wie in den Nationalparks in Amerika, handgemalt vom Praktikanten, nur dass die hier weniger an der Wirklichkeit orientiert sind… (wir hatten zwei Karten im selben Layout mit unterschiedlichen Angaben bekommen…)

Die Straßen waren jedoch nicht besonders befahren, so dass dort entlang wandern nicht so schlimm war. Der erste Aussichtspunkt war die Sea of clouds, mit der Einschränkung, dass keine Wolken da waren. Daher war es ein schöner Blick über ein riesiges Tal.

An dieser Stelle überlegten wir uns, dass es doch schon cleverer gewesen wäre, wenn man ein Auto hätte, mit dem wir von einem kurzen Wanderweg zum nächsten hätten fahren können. Da die Kommunikation mit Mr. Huang etwas komplizierter ist, haben wir uns nach anderen Möglichkeiten umgesehen. Einer Gruppe Chines/-innen schilderten wir unser Anliegen, nachdem sie uns auf ein Stück Melone eingeladen hatten. Noch während wir sie mit unserem Problem vor nicht lösbare (n.l.) Aufgaben gestellt hatten (no car!), hielt neben uns wie magisch der fahrende Ritter und sammelte uns ein. Den ganzen Tag zuvor war noch kein Bus zu sehen gewesen, aber im Moment der Not war er zur Stelle und brachte uns dorthin, wo wir wollten.

Der Besuch der Toilette (kein Toilettenpapier) offenbarte die Geheimnisse der Zivilisation (siehe Titelbild) .

Im Anschluss erfuhren wir nach kurzer Orientierung, dass am Bambusmeer eine kurze Fährpassage nötig ist (sagen wir 30m), die lustigerweise genauso teuer war wie eine halbe Stunde Bus fahren.

Dann konnten wir aber tatsächlich auf einem schönen Wanderweg durch den Bambuswald wandern. Der Viewpoint war jedoch eher Alaska-style, d.h. die Sicht war durch Bäume (in diesem Fall überraschenderweise Bambus) verstellt.

Der anschließende Weg an den Klippen entlang offenbarte an der einen Seite einen tollen Blick auf das Tal und auf der anderen Seite tolle Figuren, die in den Fels gehauen waren. Bei den dortigen Plumpsklos zeigte sich, dass sich China eher an Kanada orientiert als an den USA (Canadian-style). Schade eigentlich.

Am Wegesrand gab es unzählige Händler/-innen, die immer mal in Chinesisch ihre Waren anpriesen. Leider wollten wir keine Pilze vom Fuße der Bambusbäume kaufen. Ab und an auch Männer ohne Haare, die einem Räucherstäbchen verkaufen wollten. Oder auch mal Männer mit Haaren, die einen in einer Sänfte den Berg hinaufschleppen wollten. Wollten wir aber alles nicht…

Da wir nicht den selben langweiligen Weg zurück laufen wollten, waren wir quasi gezwungen, die Seilbahn zu benutzen, die uns über die Schlucht brachte.

Am Ende der Seilbahn war zwar nicht der auf der Karte sichtbar Weg, aber es gab Cola und einen Bus (ein Mini-Bully), dessen Motor die ganze Zeit lief (wegen der Klimaanlage) und der uns (als alle 6 Plätze voll waren) über die Rumpelstraße zum nächsten Teil fuhr.

Dort gab es noch mehr Händler/-innen, die Speisen und Handwerkskunst anboten. Während es ja in Amerika gar keine Hütten in den Parks gibt, gibt es hier reichlich. Ein Mittelweg wäre vielleicht gut.

Um wieder zum Ausgang zu gelangen, war der einfachste Weg (so man nicht Höhenangst hat) eine weitere Seilbahn, diesmal mit wackeligen vertrauenserweckenden Zweierkabinen. Gesagt, getan. Am Ende erwartete uns eine ausgiebige Tour durch den Gift-Shop, aber wir entschieden uns gegen ein Pandabärenkostüm.

Den Abschluss bildete eine spontane „Rafting“-Tour. Auf dem Hinweg sind wir bereits an einem ausgetrockneten Fluss entlang gelaufen. Auf dem Rückweg stellte sich jedoch heraus, dass das Flussbett in Steine gefasst und der Fluss gestaut war, damit man später am Tag dort mit dem Schlauchboot hinabsausen konnte. Die Warnung full body wet erfolgte erst als wir schon im Boot waren. War auch angemessen, die Warnung. Sehr schön!

Nun zurück nach Chengdu, um herauszufinden, ob Airbnb in China genauso funktioniert wie im Rest der Welt.

Anmerkung während der Fahrt: Steinschläge an Felswänden lassen sich im übrigen vermeiden, indem man die ganze Felswand mit Beton überzieht.

Tag 1: lost in translation oder fried bamboo…

Im Halbschlaf ins Flugzeug und dann 3000km gen Süden… Dann noch vier Stunden mit dem Auto von Herrn Huang gen Süden zum Bambuswald.

Als wir in das fünf Sterne Ressort abbogen, kam kurze Verwunderung auf, die wir mangels Englisch und Chinesisch-Kenntnissen (ja trotz App) nur mit Hilfe unseres Telefonjokers Yuki (die Frau vom Reisebüro in Chengdu) beheben konnten. Das Reisebüro hat aus Versehen ein fünf Sterne Hotel gebucht anstatt drei Sterne… Uns wurde trotzdem nur der Preis für 3 berechnet…

In dem Ressort ist aber Offseason und (oder generell) wenig los.

Wir beschränkten uns auf einen kurzen Spaziergang und gingen dann in das einzige offene Restaurant (der Großteil war zu).

Das Restaurant hat eine Karte mit Bildern auf einem Tablet, leider sind die Namen der Gerichte immer nur abgekürzt und die Bilder sehr klein gewesen.

Fried bamboo…. war nicht als fried bamboo worms erkennbar.

Auch bei dem eggplant chicken… fehlte hinter chicken (non edible parts of chicken)…

Die Würmer waren also (auch dank der diversen Chilischoten im non edible chicken) die essbarere Variante.

Tag 0: kind of original oder welcome to suburbia

Nach dem Frühstück in Suburbia sind wir mit Steffen und Anni zu den Tonkriegern aufgebrochen. Unterwegs machten wir noch Halt bei einem weitestgehend gescheiterten Projekt: dem Ring of life. Einem hübschen Stahlring von 157 Meter Höhe, der einsam und verlassen zwischen ein paar Bauruinen steht. Davon gibt es einige hier, auch in dem Vorort, wo Steffen und seine Familie wohnt.

Doch weiter zu den Tonkriegern: im Gespräch mit Victoria (eine Chinesin, die in Michigan Medizin studiert) stellte sich (nach Hinweis ihres Vaters) heraus, dass die Krieger durchaus Originalfiguren sind, sie aber nicht an der Originalstelle stehen. Sie wurden vielmehr mit dem Flugzeug aus Xi’an nach Shenyang, die zweite Kaiserstadt, gebracht. Zum Glück kommt sonst niemand auf die Idee, hier nach solchen Tonkriegern zu suchen und man ist daher allein auf weiter Flur.

Außerdem gibt es in der Ecke zwei Tempel (check) und eine Pagode (umgeben von einer Baustelle) sowie eine Sommerrodelbahn, die wir natürlich auch genutzt haben.

Nachmittags haben wir noch eine Sim-Karte (China Mobile) gekauft und Geld geholt und sind nun gerüstet für den Rest der Reise.

Abends gab es dann noch eine sehr leckere Peking-Ente mit tollem Blick über die Stadt. Da die 10 Millionen Menschen auch irgendwo leben und arbeiten müssen, ist die Zahl der Hochhäuser wesentlich höher als in Städten, die sich in Deutschland ihrer Skyline rühmen.

Das Gepäck ließ leider noch auf sich warten, wegen eines Unwetters. Wir sind dann nachts um zwölf noch mal los und zack hatten wir die Tasche wieder… Yeah!

Tag-1: visiting relatives… Oder I’m so excited

In bester Tour de France Manier gibt es auch für die China Reise einen dreitägigen Prolog.

Der erste Teil davon war Donnerstag/Freitag und durch die Flüge geprägt. Normalerweise wäre davon nicht viel zu berichten, aber da der Flug nach Peking überbucht war, erhielten wir, als zwei der wenigen Deutschen, ein Upgrade in die Business Class. Das bedeutete leckeres Essen, aber vor allem auch einen Sitz, den man völlig waagerecht stellen konnte. Sehr praktisch!

Leider war kein Platz für meine Tasche, so dass die noch in München geblieben ist… Naja vielleicht schafft sie es ja noch. Es sind nur meine Anziehsachen und meine Zahnbürste drin.

Der Flug von Peking nach Shenyang hat dann die Erholung der Nacht wieder wettgemacht… Eine Stunde im Stau stehen auf der Startbahn war so mittel erholsam.

In Shenyang angekommen wurden wir von Sandras Cousin abgeholt. Wir haben dann auch gleich noch ein wenig die Stadt erkundet (10 Mio Einwohner/innen), inkl. Mao-Denkmal. Der Urlaub begann, wie der letzte endete: mit einer chinesischen Massage… (Für die Klugscheißer: ja mit der Fahrt zum Flughafen…)

Tag 8: die Lofoten

Mit etwas Verspätung geht es nun weiter… Es ist eben doch kein Urlaub…

Es war Zeit den Polarkreis zu überqueren und einen Abstecher auf die Lofoten zu machen. Das bedeutete vor allem eine schöne Fahrt über schneebedeckte Berge. Da die Sonne schien machte das deutlich mehr Spaß als die Tage zuvor.

Das mit der Sonne gab sich später auch wieder so dass die Fahrt mit der Fähre nicht wirklich schön war (im Sommer kann mal da schon mal Orcas sehen).

Wie mein Gastgeber schon angekündigt hatte sind die LKW aus Osteuropa nicht auf Winter vorbereitet und dass führte dazu dass ich am Ende der Welt im Stau stehen durfte, weil zwei LKW jeweils auf der falschen Spur standen.

Bei meinen Couchsurfing Gastgeber/innen gab es noch Abendessen (Lamm, Möhrenstampf und Pellkartoffeln) und nette Diskussionen (sie kommt von den Philippinen und ist seit 1988 am Ende der Welt). Sehr sympathische Leute, die regelmäßig Gäste aus aller Welt haben.

Da der Schneefall nicht wirklich aufgehört hat war klar dass es mit Nordlichtern nichts wird und ich konnte entspannt ins Bett gehen.

Tag 7: Weird Smoothies oder die Midgardschlange

Als ich aufwachte stellte ich schnell fest, dass mein Auto unter Schnee verborgen war (das war es am Abend vorher noch nicht) , ohne dass sich ein Handfeger in meinem Besitz fand. Außerdem gab es noch einen Beitrag wahlweise zum Thema Chinesische Küche oder zum Thema Merkwürdige Smoothies…

Von Trondheim ging es nach Mo i Rana durch sehr schön verschneite Landschaft. Die anfängliche Autobahn löste sich gleich wieder in Wohlgefallen auf. Leider sind die Straßen nicht so gerade das man irgendwo anhalten kann um zu photographieren. Durch den Schnee gibt es auch keine Möglichkeit am Rand zu halten.

Gerade als ich mich über die mangelnde Tierdichte beschweren wollte fanden sich noch zwei Elchkühe, die neben einer der raren Ausbuchtungen standen und sich photographieren ließen.

Am Abend schlief ich bei Roger der mir von dem geplanten Internetkabel von Virginia nach Mo i Rana erzählte, was dazu führt das sich dann auch Rechenzentren dort ansiedeln, die Dank Wasserkraft auch CO 2 neutral arbeiten (wenn man von der Herstellung absieht). Das Kabel trägt den Namen des Seeungeheuers aus der nordischen Mythologie, die ich trotz Age of Mythology nicht gut genug kenne.

Rogers Haus ist vollgestopft mit Technikschnickschnack wobei eigentlich alles einen kleinen Defekt hat.

Tag 6: Offline Pokémon Go

Nach dem morgendlichen Schneesturm auf den letzten Kilometern zu Leonhard folgte ein spannendes Interview über die pädagogische Sicht auf NDLA. Sehr schön und es bestätigte mein Vorhaben die verschiedenen beteiligten Menschen persönlich vor Ort kennenzulernen.

Der Rest des Tages fuhr ich in Richtung Trondheim, wo ich bei einer chinesischen Familie übernachtet habe. Die Pizzeria nahm keine internationalen Kreditkarte aber ein junger Mann half mir aus und bezahlte einen Teil meiner Pizza. Voll nett.

Außerdem lief mir Pikachu über den Weg. Ich hatte aber keine Bälle in der entsprechenden Größe um ihn zu fangen.

Tag 5: Regen fällt auf die Welt

Die Nacht hatte ich über Couchsurfing am Rande von Haugesund verbracht, wo morgens eine Herde von Rehen auf dem Grundstück grast.

Meine Verabredung zum Interview fand im Home office statt und war sehr nett. Vibeke kam zum Mittagessen noch dazu um auch mal sich den Mann aus Deutschland anzuschauen der durch Norwegen fährt um NDLA kennenzulernen.

Die nächsten Stunden Fahrt nach  Sykkylven waren vor allem geprägt durch Regen, ein großes Holzhaus, was direkt neben der Straße abbrannte und zahlreiche Fähren.

Die letzten 18km waren jedoch dunkel und Schneegestöber, was zwar schöner war aber auch blöd zu fahren.

Tag 4: von Trollen und Bergen

Am vierten Tag war es Zeit für die ersten Interviews. Vorher hieß es aber den Weg nach Bergen vom Airbnb zu finden. Über Nacht war aus einem Weg von einer Viertelstunde einer geworden der eine dreiviertel Stunde dauern sollte. Mysteriös. Vertrauensselig folgte ich dem Navi und wurde wiederum über eine wunderbare Bergstraße mit Blick auf Bergen zu meinem Ziel gelotst. 

Nachdem ich wieder unten war habe ich dann doch mal versucht herauszufinden warum ich dort entlang gefahren bin. Es stellte sich heraus, dass mein Navi noch auf Mautstraßen vermeiden eingestellt war, was in Norwegen sehr schwierig ist und zu solchen lustigen Wegen führt. 

Die ersten beiden Interviews waren sehr spannend und ich hätte gut noch lange weiter fragen können. Aber Øivind meinte ich kann nicht Bergen wieder verlassen ohne noch etwas von der Stadt gesehen zu haben. Daher gingen wir zusammen zum Mittagessen in die Stadt. Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis zum nächsten Interview und nutzte diese  um mit der Bahn auf den Berg zu fahren, die Aussicht zu genießen und wieder runter zu laufen. Alles in allem ist Bergen eine Stadt in der man auch gut mehr als ein paar Stunden verbringen kann. 

Da ich aber nach dem Interview noch nach Haugesund musste war das keine Option. Ist ja auch nicht zum Vergnügen… 

Tag 3: auch Umwege sind Wege… Und manchmal auch die schöneren 

Da das Interview in Hammer abgesagt wurde, war mein Tag verhältnismäßig entspannt. Kernaufgabe war es also nach Bergen zu fahren.

Durch den Lærdalstunnel (25km) und durch das vor sich hin tauende Norwegen.

Nach einer Weile beschloss das Navi, dass es genug hat von der Europastraße (auch nur eine Spur pro Richtung) und leitete mich auf eine einspurige Straße wo man dafür alleine war und die sehr viel schöner war…

Tag 2: Waffeln und Vorträge 

Nach meinen zwei Vorträgen (mit ganz guten Diskussionen)  an der Hochschule des Inlands war erstmal eine Erholung mit Waffeln notwendig, die erfreulicherweise vom Hotel in Form einer Do it yourself Waffelstation zur Verfügung gestellt wurden. 

Tag 1: auf ein Neues oder Lilyhammer

Nach anfänglicher Enttäuschung über egencia (die mein Auto leider nicht wie erwartet bezahlt haben) ging es direkt nach Lilyhammer und zu Florian zum Milchreis essen. Erste interessante Erkenntnisse über Norwegen: die Fernsehgebühren betragen 1300€ im Jahr! Da kann man doch gleich mal aufhören zu jammern… 

Außerdem stellt sich die Frage, ob die Kinder von alkoholabhängigen Eltern in Norwegen schlechter dran sind, weil der soviel teurer ist und die Eltern dann noch weniger Geld haben? 

Der Kilometerstand war bei 5198km.Zum Nordpol sind es sogar weniger. 

Fazit

Nach 70 Tagen und 20500km ein Fazit zu ziehen ist erwartungsgemäß nicht so einfach. Es waren sehr spannende 10 Wochen, mit erstaunlich wenig Moskitos, mehr Regen als erwartet, vielen Tieren (auch wenn noch Photos nachgereicht werden müssen), schönen Wanderungen, schönen Kayakausflügen, tollen Menschen und Unterkünften über Airbnb. Erstaunlich viele Menschen haben gesagt, dass sie Trump wählen wollen. Aber das bleibt abzuwarten und ist vermutlich auch dem geschuldet, dass ich die städtischen Gebiete quasi vollständig ausgespart habe. 

Nicht alles von der To-Do-Liste wurde abgearbeitet und einiges ist auch neu dazugekommen (Alaska im Winter mit Hot Springs und Nordlicht, Highline Trail im Glacier National Park, die übrigen Wasserfälle bei Havasu Falls, Grand Canyon Rafting für zwei Wochen,…). 

Die Wochen zu zweit waren sehr schön, aber jemand für mehr als zwei Wochen zu finden… auch nicht einfach. 

Tag 70: I am coming home 

Seaside lag im Nebel und machte die Abreise einem nicht besonders schwer. San Francisco wird nur zum nach Hause 

Puuh. Die letzten 150km zogen sich noch mal ganz schön. Zäh fließender Verkehr, der mich etwas verspannt auf die Uhrzeit gucken ließ. Eine Tankstelle, vor der Abgabestelle für Rentalcars, die sich als Flüssiggastankstelle herausstellt, eine weiter entfernte, mit langen Schlangen, die sich als members only Costco (so wie bei uns Metro)  herausstellt (immerhin mit einem hilfreichen Mitarbeiter, der mich trotzdem tanken lässt und ein nerviger Checkin-Automat, der mir erklärt, dass er mich nicht kennt. 

All das ist aber abgehakt und wird beim wirklich letzten Burger vergessen. 

Tag 69: Ich habe einen Fischfreund mitgebracht oder One man’s junk is the anemones shelter oder mein erstes Mal 

Der überarbeitete Plan (Wale gucken waren wir ja schon) sah für heute eine der folgenden Aktivitäten vor: Tandemsprung, Kayak fahren, Zipline oder Kletterwald.

Auf Grund des Rückens wurde daraus ein Besuch im Aquarium von Monterey. Dank der Mitgliedskarte der Airbnb Besitzer kam ich für 20$ statt 50$ rein. Es ist aber auch wirklich schön. Nicht nur die Quallen. Durchaus zu empfehlen. Außerdem kann man die Darsteller/innen von Findet Dori persönlich treffen. 

Der Satz aus der Überschrift stand tatsächlich so neben dem folgenden Exponat. 

Nach einem letzten Burger, ging es weiter zur Happy Feet Massage. Gestern das Auto, heute ich. Mein erstes Mal in einem professionellen Massagesalon. Immerhin nahm sich die Chefin persönlich meiner an, das war gut, da nur sie Englisch sprach und ich doch Sorge hatte ob es wehtun würde. Aber im Gegensatz zum Rest des Tages tat der Rücken hier nicht weh. Erst bei der geforderten Drehung um die Körperachse, wusste ich wieder weshalb ich hier war. Insgesamt ging das Aufstehen danach dann schon einfacher. 

Tag 68: Beeindruckender Service oder happy campers

Der Tag verlief weniger aufregend als gedacht, da sich meine Rückenschmerzen über Nacht leider nicht gegeben haben. Ich bin also zum Safeway gefahren und habe mir die gleichen Heizpads gekauft wie im letzten Jahr. Der Weg dorthin war aber ganz schön, da es von den Bergen im Los Padres National Forest hinunter ging zum Highway 1, eine kleine Straße mit Serpentinen und Meerblick. 

 

Der nächste Programmpunkt war das Auto zu waschen. In Anlehnung an das Vorjahr gedachte ich einmal durch die Waschstraße zu fahren und den Rest per Hochdruckspritze zu säubern. An der Autowaschanlage angekommen, stellte ich fest, dass der Plan zwar gut aber hier nicht umsetzbar ist. Eine einfache Durchfahrt kostet 9,90$ cash. Cash hab ich ja nicht also nehm ich die Variante für 20,95$. Das bedeutet aus dem Auto aussteigen und den Schlüssel abgeben. Dann saugt jemand Staub, fährt den Wagen durch die Waschstraße und im Anschluss putzen vier Leute gleichzeitig das Auto mit Lappen, Handtüchern und Sprühflaschen. Für 18€ und ein bisschen sind x Leute (x>6) mit meinem Auto beschäftigt und übergeben es mir nach kurzer Zeit blitzend wieder. Und das war noch nicht die Geschichte warum dieser Beitrag mit Beeindruckender Service überschrieben ist. 

Im Anschluss fuhr ich nämlich um die Ecke zu UPS um ein Paket an Amazon zu schicken. Die Box hatte ich von Betty und das Label hab ich ebenfalls bei ihr ausdrucken können. Mein Paket war aber noch nicht zugeklebt und das Label auch noch nicht aufgeklebt. Nun alle haben vermutlich eine Ahnung wie die Geschichte höchstwahrscheinlich in Deutschland weitergehen würde. Ich kam in den Laden, wurde freundlich begrüßt, fragte nach Tape und die Mitarbeiterin erklärt mir Sie würde nur kurz das Label scannen, damit ich meinen Beleg erhalte und sich dann um alles andere kümmern! 

Weiter zum Airbnb, was mehr ein BnB ist (d.h. mehrere Zimmer und Frühstück und ein bisschen professioneller) , aber auch wunderschön. Ich habe das Zimmer mit Blick in 3 Richtungen und (ein Vorzug der Stadt) unbegrenztes und schnelles Internet, so dass ich die Debatte zwischen Clinton und Trump gucken konnte. Es ist schwer zu sagen, welchen Effekt sie hat. Inhalt war fast nur bei Hillary zu finden. Trumps berechtigte Kritik war, warum sie ausgerechnet jetzt alles anders machen will und es nicht schon in den letzten 30 Jahren anders gemacht hat. Ansonsten stellte er sich erneut gegen den Pakt mit dem Iran und verweist auf die entsetzten Verbündeten (Benjamin Netanjahu for example, he is not a happy camper…). Man kann gespannt bleiben wie es weitergeht… 

Tag 67: kleine Fische oder Thanksgiving in September 

Den vorvorletzten Tag habe ich genutzt um mir irgendwelche Rückenmuskeln zu zerren. Wie schon im letzten Jahr habe ich dazu kaltes Wasser benutzt. Draußen war es sehr warm aber der kleine See war sehr kalt und vermutlich hab ich mir da irgendwas im unteren Rückenbereich verkühlt.

Das ist ein wenig schade, aber man weiß wieder wofür man dankbar sein kann. Es ist ein bisschen wie mit der Halterung vom Navi, wenn es ständig runter fällt nervt es, aber wenn alles schick ist vergisst man dankbar zu sein.

Dafür gab es im See ganz viele kleine Fische und zwei große und eine scheue Schildkröte.

Tag 70-4: Looking back, down that long road you have traveled

Der Artikel bei Spiegel online heißt ja And it burns, burns, burns… Er bezieht sich auf das Feuer 17 Meilen nördlich von hier, welches mit über 200 Millionen $ Kosten das teuerste in der Geschichte der USA ist. Entstanden ist es durch ein illegales Lagerfeuer. Es ist immer noch nicht gelöscht, aber es kommt nicht in diese Richtung. 

Nach dem ich Pelz in Fresno zum Flughafen gebracht habe, wollte ich noch die lokalen Händler unterstützen aber letztlich einsehen, dass es nicht geht und doch bei Amazon kaufen. Nun ja, mal sehen ob es rechtzeitig in Monterey ankommt. 

Entsprechend des ursprünglichen Plans fuhr ich heute nach Big Sur. Es gab den kurzen Moment der Überlegung noch mal nach Yosemite zu fahren aber da es Wochenende ist und es dort ohnehin schon voll war, hab ich davon abgesehen. 

Wie so oft bei dieser Reise ist der Weg zu dem Airbnb ein Abenteuer. Der Beginn ist harmlos aber wunderschön. Eine einsame Straße durch das Hinterland der kalifornischen Küste, gesäumt von Hügeln und (leider goldgelben) Wiesen. Ich würde es gerne mal im Frühjahr sehen, ob dann alles grün ist, dass sieht bestimmt auch schön aus. Auffallend ist die steigende Zahl an diversen Hörnchen, die im Abstand von einigen Metern über die Straße huschen. Die haben sich offensichtlich auch am Schild „National Forest closed“ orientiert. Die Straße führt durch ein Militärgelände zum Los Padres National Forest. Mittlerweile trifft man niemand mehr,auch keine Hörnchen oder Rehe. Die Straße wird kleiner und die Sonne verschwindet hinter den Bergen. Ebenso ist das Internet verschwunden. Die Straße windet sich über 17 Meilen hoch und runter durch den Wald, wird immer schmaler. Irgendwann treffe ich auf eine kleine unbefestigte Straße, die gesperrt ist und nur Anwohner/innen benutzen dürfen. Nach Aussage von Betty bin ich Anwohner. Damit verlasse ich den Bereich der dem Navi bekannt ist und verlasse mich vollständig auf Google Maps. Die Spannung steigt. Es geht weiter hoch und runter, nur steiler und mit Sand statt Asphalt. Erste Ausblicke auf das Meer sind wunderschön aber ich trau mich nicht zur Photoapp zu wechseln aus Angst die Navigation könnte abbrechen. 

Kurz vor Sonnenuntergang erreiche ich das Haus von Betty, wo wir bei Kerzenschein (ihre Solaranlage ist nicht richtig konfiguriert, daher hat sie abends keinen Strom) noch einen Tee trinken. Dabei erfahre ich, das normalerweise die Sandstraße gesäumt ist von Zelten, nur auf Grund des Feuers seit 6 Wochen niemand mehr da ist, was auch ungewohnt ist für all die Leute, die sich vorher über die Camper/innen aufgeregt haben. Es bringt scheinbar auch Probleme mit sich, dass man in National Forest einfach so zelten darf. Auch abgesehen vom Feuer. 

Tag 65: Ferdinand, die alte Fettflosse

Da wir ja eine weitere Nacht in Sand City verbracht hatten, war der Weg nach Moss Landing nicht besonders weit. Von dort startete unsere Whalewatching-Tour. Neben Pelikanen, Kormoranen, Seehunden,  Seelöwen und Seeottern die zuverlässig im Hafen rumhängen ist die Suche nach den Walen ja immer ein bisschen Glücksspiel. 

Nach längerer Fahrt hatten wir dann aber doch Glück und konnten zumindest einen Orca (Ferdinand oder Fat-fin) und ein paar Delphine sehen.

Im Anschluss fuhren wir nach Fresno, von wo Pelz morgen zurückfliegt. Dabei kamen wir erneut durch die Farmgebiete Kaliforniens, die überwiegend für Trump Werbung machen. (Ich habe kein einziges Hillary Schild gesehen.) Wir haben aber auch keine Städte durchfahren. 

Tag 64: Ein Tag am Meer oder gepackt wie Sardinen

Im letzten Jahr war keine Zeit für den Point Lobos State Park gewesen, daher bot es sich an heute dort zu wandern. Da es quasi eben ist, war es auch nicht sonderlich anstrengend. Außerdem gab es Pelikane, Seeotter, Reiher und Seelöwen zu sehen.

Mit dem selben Ticket kann man auch noch beim Julia Pfeiffer Burns State Park vorbeischauen. Da der Wasserfall am Strand wirklich schön ist konnte man das ruhig nochmal angucken.

Gleiches gilt für die rumliegenden Seeelefanten bei San Simeon. Auch wenn es überwiegend jüngere Tiere waren und daher die Nasen noch nicht so beeindruckend waren, war es schon toll so nah dran zu sein. Die Tiere liegen zum großen Teil eng beieinander.

Lustigerweise stehen auch die Menschen auf den ersten Metern wie die Sardinen, obwohl der Weg eine halbe Meile lang ist und nach 20 Metern niemand mehr da ist.

Tag 63: Wenn ich nicht hier bin, bin ich am Pazifik

Heute morgen sind wir vor dem Frühstück vom Porcupine Flat Campground zum White Wolf Campground umgezogen. Leider begann es nach 4/5 des Frühstücks zu regnen.

Auch im Yosemite Valley herrschte Mistwetter, die Wasserfälle waren wohl auch nicht mehr so spektakulär, daher entschieden wir uns gegen die Wanderung. In Sequoia ist es wohl richtig kalt (eher minus 6), daher haben wir nach einem halben vertrödelten Tag beschlossen, Yosemite mit seinem Mistwetter alleine zu lassen und an die Pazifikküste zu fahren.

Nach einer Weile Fahrt durch sonnenbeschienene Obstanbaugebiete erreichten wir gegen Abend Monterey. Morgen geht es dann am Pazifik entlang Richtung Point Lobos.

Tag 62: Mono total oder Scheiterhaufen des Teufels oder 1 is the loneliest number 

Auf dem Weg vom Death Valley zum Yosemite machten wir Halt an zwei Punkten (naja auch noch beim Tanken und beim Supermarkt, berichtenswerter waren aber der Devils Postpile und der Mono Lake).  

Ersterer ist ein Vulkanüberbleibsel, wo die Lava sechseckige Stelen gebildet hat,die dann vom Gletscher freigelegt wurden. Ganz hübsch und irgendwie unnatürlich wirkend. 

Zweiterer ist ein See, aus dem die Bevölkerung von Los Angeles über Jahrzehnte Wasser entnommen hat, so dass der Wasserspiegel immer weiter gesunken ist und Tuffsteine freigelegt wurden. Da er aber sehr salzhaltig (ähh schleimig) ist haben wir uns gegen baden entschieden. 

Über den Tioga-Pass ging es weiter zum Porcupine Flat Campground, der letzte Zeltplatz mit freien Plätzen. 

Tag 61: Helipooday oder Tal des Todes 

Heute war ein Transfertag von der Ecke zwischen Bryce und Zion zum Yosemite. Dazwischen liegt nicht nur das Alien Travel Center sondern auch das Tal des Todes. Dort ist es erfrischend warm (42°C) aber auch schön. Kommt nicht ganz an die anderen Parks ran aber ist schon beeindruckend. Jetzt schnell nen Zeltplatz suchen. 

Wir hatten im übrigen Glück das wir nicht heute Angels Landing machen wollten, dort ist nämlich Helipooday. Der Weg ist gesperrt, da heute die Klos per Hubschrauber geleert werden. 

Tag 60: Hast du nasse Füße? Da bist du aber selber Schuld! 

4 Uhr: Wecker klingelt. Okay. War so erwartet. 

4.30 Uhr: Sitzen im Auto. Es ist wärmer als gestern um sieben. 10°C. 

5.30 Uhr: Sind in Zion beim Visitorcenter auf dem Parkplatz und die ersten in der Schlange für den 6 Uhr Shuttlebus. Zeit für ein Frühstück. Es ist wärmer hier: 18°C. 

6 Uhr: Mit uns steigen etwa zwanzig Gestalten in den ersten Bus. Einzelne steigen schon unterwegs aus aber der Großteil begleitet uns bis zum Ende des Canyons. 

6.20 Uhr: Wir erreichen die letzte Station und leichte Zweifel machen sich bei mir breit,ob das so eine tolle Idee war. Es ist frisch und dunkel. Wirkt irgendwie nicht so als würde man in einem Fluss ein paar Meilen waten wollen. Aber bis zu den Narrows ist es noch eine Meile asphaltierter Weg, den kann man auch im Mondschein gehen.

7 Uhr: Es ist einigermaßen hell als wir das Ende des Asphalts erreichen. Wir ziehen unsere Hosen aus und unsere ausgeliehen Neoprensocken und Wasserwanderschuhe an. (Wir haben jeder noch eine Schicht schnelltrocknende Klamotten an, wir sind nicht nackt gewandert.) Die übrigen Sachen verstauen wir im wasserdichten Rucksack. 

Mit unseren Stöcken bewaffnet stürzen wir uns in den Virgin River, der im Unterschied zum Vorjahr tatsächlich jungfräulich wirkt. Nach den ersten Schritten sind die Zweifel wie weggewaschen. Es macht wirklich Spaß. Es ist ungefähr wie in Pfützen herumplatschen, aber eben über ein paar Stunden zwischen engen Canyonwänden. Dank des zeitigen Aufbruchs und Photostops waren wir auf dem Weg quasi allein. Sehr schön! 

9 Uhr: Wir machen uns auf den Rückweg. Nach und nach treffen wir immer mehr Leute, bis es richtig voll wird.  Damit wird klar, dass es die richtige Entscheidung war früh aufzubrechen. 

Tag 59: Pech im Spiel,  Glück in der Schule oder besser als nüscht 

Auch knapp vorbei hilft nicht. Bei der Lotterie wurden 20 und 22 gezogen aber ich hatte 21. Also beim nächsten Besuch hier in der Ecke noch mal probieren.

Und nun? Wir entschieden uns für eine 10km Wanderung zum Observation Point in Zion, von wo man einen schönen Ausblick über das Tal und Angels Landing hat. Sehr entspannt und trotz Sonnabend quasi menschenfrei (der Weg, nicht der Aussichtspunkt).

Die Holländer, die wir oben trafen haben dann doch noch mal die Narrows ins Spiel gebracht,so dass wir morgen früh durch den Virgin River wandern. Also um vier raus, dass wir um sechs das erste Shuttle nehmen.

Tag 58: more than 50 shades of orange (and brown and red) 

Nach den Glücksspielversuchen von Pelz in Las Vegas (unglaubliche 6$ vernichtet) war ich heute an der Reihe. Es gibt eine vor-Ort-Verlosung von Permits für Coyote Buttes. Nach dem ich im Internet schon nicht gewonnen habe (10 Permits bei 1000+ Bewerber/innen in 400+ Teams) wollte ich mein Glück noch mal probieren. Nunja es hat nicht funktioniert. Aber die Quote war deutlich besser (90 Menschen in 40 Teams für 11 Permits). Naja vielleicht morgen. 

Den Rest des Tages verbrachten wir im Bryce Canyon im strahlenden Sonnenschein. Die geplante Wanderung zum Bryce Point musste abgewandelt werden (weil da gebaut wird) aber es war trotzdem sehr schön. 

Tag 57: Gartenzwerge des Teufels oder Brot und Spiele 

Trotz aller Warnungen mach ich mich doch öffentlich darüber lustig, dass im Devils Garden ja vor allem Gartenzwerge stehen. Ist schon ein wenig peinlich, dass der genauso ein Spießer ist wie alle anderen.

Nach einem Frühstück mit Brot von Forscher (eine deutsche Bäckerei im Nachbarort) fuhren wir erst zum Grand Staircase-Escalante National Monument Visitor Center um uns zu informieren was denn empfehlenswert ist und vor allem ob der Wasserfall  zu dem wir wollen im Herbst noch Wasser führt.

Mit der Empfehlung Devils Garden (nicht der im Arches) und Lower Calf Creek Falls machten wir uns auf den Weg.

Zufriedenheit lebt ja auch vom Kontrast. Insofern war es gut, dass die Wanderungen mit Gepäck am Anfang der Reise mit Pelz standen. Weil ohne Gepäck: alles gleich entspannter. (Das ist keine Beschwerde.) Der Wasserfall ist wirklich schön auch wenn  es doch zu frisch ist zum Baden.

Nach dem Abendessen bleibt noch Zeit um für Pelz ein unbekanntes Pokémon (einen Stier, den es scheinbar nur in Nordamerika gibt) zu fangen und zwei Arenen zu besetzen.

Tag 56: 3 in 1

Der heutige Tag hielt 3 Dinge für uns bereit. Als Erstes: ein mal-vorbeifahren am Grand Canyon. Viel mehr war es auch nicht, da wir die Reise nicht 13 Monate im Voraus gebucht haben und daher nicht auf der Phantom Ranch schlafen konnten. Daher hab ich dann auf ein erneutes runterklettern verzichtet. War vielleicht, nach der To(rt)ur gestern, auch gut für die Motivation der Mitreisenden. 

Nach ein paar wirklich schönen Ausblicken und einem ausgiebigen Mittag bei den Navajos fuhren wir weiter zum Lower Antelope Canyon, wo wir entspannt eine Phototour zu zweit machen konnten. Was ein Stativ alles ausmacht. Die anderen Gruppen wurden deutlich schneller durch den Canyon geschleust und waren in etwa 5-10mal so groß. War sehr sehr schön und wir haben etwas über unsere Kameras gelernt. Hat sich also voll gelohnt. Außerdem konnte man noch unseren Guide ein bisschen über die Navajos ausfragen. Es gibt tatsächlich ein vollständiges Alkoholverbot (was nicht beachtet wird, aber ggf. polizeilich geahndet wird). Außerdem erstreckt sich das Gebiet der Navajos über eine Fläche, die in etwa so groß ist wie die Schweiz. 2010 waren es etwa 300000 Stammesmitgliedern, die aber zum Teil abgeschieden ohne fließend Wasser und Strom leben. 

Bevor wir zu unserer Schlafstelle für die kommenden 5 Tage fuhren, haben wir schnell noch dem Horseshoe Bend einen Besuch abgetastet. War nicht so schön wie mittags aber immer noch schön. 

Tag 5×11: Jeder Anflug von Faulheit im Keim erstickt

Am nächsten Tag meint morgens um vier aufstehen und um fünf loslaufen. Schon am Tag zuvor war klar, dass Mogeln keine Option ist, da die Hubschrauber am Mittwoch nicht fliegen (scheinbar auch Dienstag nicht). 
Da absehbar war, wie weit es ist, fand ich es weniger schlimm als runter (was sich am Ende doch zog). Aber auch insgesamt lässt sich sagen, wenn man erstmal wieder im Auto ist, ist alle Anstrengung schnell vergessen. 

Durch den früheren Aufstieg haben wir einen Tag gewonnen. In Seligman haben wir neben etwas zu essen uns ein Airbnb in Flagstaff organisiert. 

Von dort aus besuchten wir noch eine  800 Jahre alte Siedlung und einen erloschenen Vulkan. 

Tag 54: Unter Indianern oder König ohne Volk

Auch wenn es schwer fiel unser schönes Zuhause zurückzulassen machten wir uns auf zum Havasupai Canyon. Auf zwei Schultern verteilt (und ohne Bärenfass) war das Gepäck weniger schlimm als in den letzten Wochen. 

Auch wenn die Wanderung durch ähnliches Gelände führt wie beim Grand Canyon, ist die eigentliche Motivation für die 10 Meilen: Havasu Falls und die anderen Wasserfälle im Canyon. 

Diese erreichten wir dann irgendwann nach einer Weile. Zuvor mussten wir uns aber noch im Office registrieren. Havasu Falls und der Campground liegen im Gebiet des Havasupai Tribe. Erreichbar ist das Gelände aber eben nur per Fuß oder Pferd bzw. per Hubschrauber. Einige ließen ihr Gepäck per Pferd transportieren,  aber wir hatten uns für das ganze Vergnügen entschieden. 

Insgesamt lässt sich sagen, dass viele Indianer/innen eher unfreundlich oder gar nicht auf uns reagiert haben, was schon ein Unterschied darstellt zum Rest der USA wo ich/wir immer sehr freundlich empfangen wurde. 

Die Wasserfälle sind nichtsdestotrotz sehr schön und den Aufwand wert. Leider hat Pelz seine eine Kontaktlinse beim Baden im Wasserfall verloren. Da es keine Blinden gab, nützte ihm seine Einäugigkeit jedoch nichts. Da die Ersatzbrille im Auto lag haben wir uns dafür entschieden bereits am kommenden Tag wieder hochzulaufen. 

Tag 53: Unter Linken

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer kurzen Einkaufstour bei REI (ich hab wieder einen Gürtel, Pelz wassertaugliche Sandalen und nen schicken und wir haben Essen für die nächsten Tage) fuhren wir direkt nach Seligman. Naja nicht wirklich direkt. Eher ins Nirgendwo 20km davor. 

Aber ein wundervolles Haus am Ende einer Dirtroad mit einem sehr reizenden Gastgeberpaar. Es stellt sich heraus, dass sie eine realistische Einschätzung von Trump haben (sexist, racist,…) und zu den wenigen blauen Punkten im roten Arizona gehören. 

Nach einer Weile bin ich noch mal rüber gegangen wegen Empfehlungen für einen Spaziergang und es wurde auch klar warum sie so anders sind. Sie haben beide in Hollywood in der Filmbranche gearbeitet und dann parallel über 20 Jahre diese beiden Häuser gebaut. 

Zur Krönung gab es dann noch südamerikanische Wildschweine zu beobachten. 

Jetzt ist es halb acht und stockduster. Man hört den Lärm der Zikaden (geht noch sagt Pelz) und vergessen ist Las Vegas und der 32. Stock. Kein Lichtermeer, keine Autos. Und man fragt sich nicht wie weit man wohl die Bierdose auf das leere Parkhausdach 28 Stockwerke unter einem werfen könnte. 

Morgen geht es zu den Havasu Falls. Daher ggf. erst in 3 Tagen neue Einträge. 

Tag 52: Deplorables und custard oder Thirst for the würst

Der Kontrast wird wohl nicht mehr größer werden. Vor ein paar Tagen waren es beim Aufwachen noch minus 2 Grad und heute waren es 28! Also schnell noch einen Spaziergang im Valley  of fire den ich gestern ausgelassen hatte absolvieren und dann… Ja was dann? 

Der Tag 52 widmete sich vor allem der Frage was tun um nicht in Las Vegas abhängen zu müssen. Ich widersetzte mich also als erstes der Frauenstimme in meinem Auto und nahm den langen Weg. Dieser führte sehr entspannt und sehr schön durch Wüstenlandschaft am Lake Mead Stausee. 

Am Ende der Straße holte ich mir beim Eingang der Lake Mead National Recreational Area noch Tipps für Badestrand und Mittagessen. Bei selbigem lernte ich dann zwei Vokabeln:custard und deplorables. 

Ersteres klingt eklig wie Senf ist aber Vanillesoße. Letzteres ist der Versuch von Hillary Clinton, dass Rennen noch mal spannend zu machen,  in dem sie die Hälfte der Trump-Wähler/innen als bedauernswert bezeichnet. Sicher hat sie Recht und vermutlich sind es sogar mehr als die Hälfte, aber sie gewinnt niemand dadurch. Günstiger wäre es wohl gewesen, aufzuzeigen dass sie eine Politik machen will von der auch diese Leute profitieren (so zumindest ihre Wahlwerbung, in der tatsächlich Inhalte vorkommen). 

Achso,  warum überhaupt schon wieder Las Vegas? Um Pelz abzuholen, der mich die nächsten 2 Wochen begleiten wird. 

Schildkröten hab ich leider nicht gesehen nur noch mal Big Horn Sheep. 

Tag 51: It’s getting hot in here

Hier nochmal ein Photo bei Licht. 

Beinahe hätte ich es in diesem Jahr geschafft zu Pando (dem größten und ältesten Organismus der Welt) zu fahren. Es wäre aber immer noch ein Umweg von vier Stunden gewesen und der Zeltplatz auf dem ich schlafen will war ohnehin schon vier Stunden entfernt und first come first serve (und beliebt). Daher wohl beim nächsten Mal. 
Schon die Fahrt vermittelte einen Eindruck von den kommenden Wochen. Schöne Canyons,  tief eingeschnitten in die Landschaft. 

Da es jetzt 39°C sind und Sonne habe ich die Wanderungen im Valley of Fire auf später verschoben und esse erstmal Mittag. Da es kein Internet auf dem Zeltplatz gibt, hier schon mal ein Bild vom selben. Der Typ am Eingang meinte, das 21-24 auf dem Arch Rock Campground am schönsten sind und Recht hat er. Vermutlich der schönste Zeltplatz und auf jeden Fall der wärmste. 

Baden viel mangels See aus (der Wasserstand ist so niedrig, dass es die Badestelle nicht mehr gibt. Dafür gab es ein paar nette Miniwanderungen im Valley of Fire (inkl. Big Horn Sheep). War ganz schön (warm). 

Tag 50: Sie sagen es uns, wir sagen es Dänen oder Lord of the flies 

Die heutige Etappe von Yellowstone nach Monroe führte durch vier Bundesstaaten: Wyoming, Montana, Idaho und Utah. Vorbei an Salt Lake City. Da musste ich doch einen Abstecher hin machen. Der Antelope Island State Park wurde mir empfohlen und in der Tat war es ein schöner Zugang zum Salzsee. Am beeindruckendsten waren jedoch die 8,5 Fantastilliarden kleine Fliegen am Strand (zirka 1m breiter dunkler Streifen vom See weg) und wenn man dort lang lief gab es ein beständiges Summen und man sah Schwärme aufsteigen und wieder landen. Wenn man jedoch kurz stehen blieb verschwand das Summen. Der See an sich kommt nicht an den See im Iran heran. 

Außer mir war noch eine Familie mit 2 Kindern aus Dänemark da, die einfach die Schule schwänzen und die man vielleicht noch mal trifft, da sie eine ähnliche Richtung einschlagen wie ich. 

Übernachten werde ich in einer warmen Hütte bei den Mystic Hot Springs in Monroe, eine hippiemäßige heiße Quelle. Es gibt Badewannen, von denen man aus den Nachthimmel bewundern kann und die mit der Quelle verwachsen sind. Wenn man sich rumdreht sieht man das Quellwasser im Mondschein über die Steine in die Wanne laufen. Sehr schön! 

Tag 49: I am here, so I am doing it oder The price for the worst food goes to… 

Es hat übrigens gestern den ganzen Tag nicht geregnet oder geschneit. Also auch in der Nacht nicht. Das heißt es ging voll schnell beim Zeltabbau. Um so größer war die Überraschung als ich über den (relativ kleinen)  Zeltplatz fuhr und ein Bison direkt vor mir stand und graste. Ich war doch froh,  dass es nicht mein Zelt war das daneben stand. 

Auf dem Weg durch das Lamar Valley konnte ich noch ein Rudel Coyoten bei der Jagd photographieren. 

Mehrfach wurden Straßen und Brücken von Bisons blockiert. 

Ziel des Tages war die Stelle, wo sich Boiling River und Gardener River vermischen. Letztes Jahr von dem Lehrerehepaar in Arches beworben war nun genug Zeit um in den Norden von Yellowstone zu fahren. Anfängliche Zweifel (Bakterien die im Hotspringwasser enthalten sein können) wurden beiseite gewischt und tatsächlich ist es lustig, weil die eine Seite des Körpers von warmen Wasser und die andere von kaltem Wasser umgeben ist. Je nachdem wie man sich ausrichtet ist es also mehr oder weniger kalt/warm.

Auf dem Rückweg gab es noch Bighorn Sheep, Bisons, Hirsche und einen Bären, der auf einen Baum geklettert war. Alles in allem wohl organisiert. 

Ach ja der Preis für das schlechteste Essen geht an Terracce Grill in Mammoth Hot Springs. Ein Chickenbreast Sandwich (aus der Kategorie Healthy Choice)  entpuppte sich als trocknes Hühnchen zwischen einem trockenen  McDonalds-Hamburgerbrötchen mit einer ebenso trockenen Scheibe Tomate. Hab ich erwähnt, dass es sehr trocken war? 

Außerdem bin ich jedes mal wieder beeindruckt wieviele Leute in amerikanischen Restaurants arbeiten. Server Assistent sag ich nur. 

Tag 48: antizyklisches Verhalten und der (neue) Plan 

Yellowstone ist von den Straßen als Kreis angelegt und gestern war es sehr entspannt weil alle den Kreis in die andere Richtung befahren haben, in Richtung Südeingang. Insofern bin ich gespannt wie es weitergeht. Aber da Labor Day vorbei ist, dürfte niemand mehr Ferien haben. 

Gestern Abend war der schönste Sonnenuntergang mit rosaroten Schäfchenwolken aber leider war im Vordergrund nur der Parkplatz vor der Dusche. 

Selber Campground, ähnliche Temperaturen. Das Auto zeigte eben erfrischende minus 2°C an. Nachdem ich gestern Abend noch herausfinden konnte wie die Einstellungen für das Internet bei AT&T sind geht es jetzt auch sehr langsam, ohne das ich Xanterra (die Firma, die die Lodges hier und vielen anderen National Parks betreibt) 10$ für 2 Stunden Internet in den Rachen werfen muss. D.h. ihr müsst aber ggf. noch auf Bilder verzichten. 

Der eigentliche Plan war über die Wiesen zu den Duanda Falls zu wandern aber nach den Unwettern gestern und den Temperaturen habe ich davon doch Abstand genommen und werde voll spontan ins Lamar Valley fahren und beim Pebble Creek zelten. Dort hat man die Chance die Eisfüße am nächsten Morgen im Auto aufzutauen und muss nicht über wenig begangene nasse Wiesen (muss gerade nicht mehr). Da es da oben vermutlich kein Netz gibt schreib ich hier mal den Plan hin. 

Okay. Pebble Creek it is. Unterwegs gab es noch Bisons. Außerdem noch eine Wanderung auf dem Pebble Creek Trail. Bis auf die Bauchschmerzen ganz schön und begleitet von Lucy und Stephen Hawking Der geheime Schlüssel zum Universum. Karmapunkte sammeln in dem man eine von den drei alten Backcountry Camperinnen wieder mit zu ihrem Auto nimmt. Jetzt schnell was essen in Cooke City am Nordende des Parks. 

Tag 47: just in time oder let it snow oder if you don’t like the weather wait 5 minutes 

Auch wenn der Sternenhimmel verheißungsvoll aussah war der Morgen doch geprägt von einem weiteren erfolglosen Versuch die Morgenröte auf den Tetons abzubilden. Nicht mal Elche gab es zur Entschädigung. Naja. Also nochmal wiederkommen. 

Nächster Halt:Yellowstone. 

Auf dem Weg dahin gab es schon die Folgen des Waldbrands zu besichtigen. 

In Yellowstone angekommen hielt ich als erstes bei Old Faithful. Letztes Jahr hatten wir keine Zeit zu warten bis er ausbricht aber in diesem Jahr stand keine Wildlife-Tour auf dem Plan. Als ich ankam fragte ich einen Mann mit Stativ wann der nächste Ausbruch bevorstünde. Er antwortete: right now und schon ging es auch los. Außerdem kam die Sonne raus. Wirklich schön und ich verließ den Ort des Geschehens mit einem Lächeln auf den Lippen. 

Danach gab es noch einen Rangertalk, der nochmal beruhigte, dass der nächste Ausbruch des Supervulkans auf dem wir stehen, den Ranger/innen keine unruhigen Nächte bereitet. 

Ein paar Ecken weiter wurde aus dem Regen dann Schnee. Man darf gespannt sein auf heute Nacht. 

Da das Internet 5$ kostet bin ich noch nicht sicher wann ich wieder online bin. 

Tag 46: Praise the lord! 

Er auf dem Pferd, mit Cowboyhut, ich auf Schusters Rappen: Having a good day? Yes, I do. Well, then: praise the lord! Have a blessed day! Es war nicht die Situation drüber zu diskutieren…

Aber von Anfang an: 5.45 Uhr klingelt mein Wecker und ich stehe auf und fahre zu Schwabachers Landing um die Berge in der Morgenröte zu photographieren. Ich war da, die Berge waren da, die Spiegelung war da, es fehlt allein die Sonne. Wolken. Hmm. Mist. Naja als Ersatz gab es Elche. Ich probiere es wohl morgen noch mal. 

Im Anschluss fuhr ich zum Taggart Lake Trailhead, wo noch nichts los war, frühstückte und wanderte Richtung Bradley Lake. Erfreulich waren die brauchbaren Karten inkl. Höhenlinien die es am Trailhead gab. Sie würden sich gut eignen für fachübergreifenden problemorientierten Unterricht eignen. Deine Eltern wollen zu beiden Seen wandern, finde den kürzesten Weg. Du willst Bären oder Elche sehen, welcher Weg eignet sich am besten und zu welcher Zeit. Usw. 

Die Seen sind schön kommen aber nicht ganz an die in Banff und Jasper und Yoho heran. Es war aber auch dunkel bewölkt in den Bergen. Als ich zurück am Trailhead war begann es auch prompt zu schütten. Nach einer Dusche beim Alpenverein schien aber wieder die Sonne. 

Ich nutzte den Nachmittag zum Karten schreiben und kuschel mich nun in den Schlafsack. 

Beim Abendessen kam die Frage auf ob ich überhaupt zu meiner Backcountry Campsite komme da die Straße dorthin wohl auf Grund des Feuers gesperrt ist und selbst wenn, ob man das wirklich möchte, da der Rauch wohl in diese Richtung zieht. Na das kläre ich morgen. 

Tag 45: Day of Honesty oder Arschgeweihe ähh Elchgeweihe

Nach einem ordentlichen Gewitter (da fühlt man sich im Zelt nur so mittelsicher) in der Nacht war das Zelt nun nass und die Frage war zurück zum Jenny Lake (bergab)  oder 1000m hoch zum Paintbrush Canyon. Nach dem Abstieg zur Kreuzung und einer längeren inneren Diskussion entschied ich mich doch für Jenny Lake. 

Die Ranger, die ich traf,  erklärten mir, dass der Hubschrauber und mittlerweile auch sie nach einem vermissten Freeclimber suchen. Puhh, dass Gewitter würde ich nicht ohne Zelt erleben wollen. Hoffentlich finden sie ihn… Leider wissen sie nicht genau wo sie suchen sollen, da er seine Pläne immer mal ändert… 

Auf dem Weg waren dann die auf dem Boot bereits angekündigten Elche zu bewundern, wobei man zum Teil nur das Geweih sah. 

Außerdem hab ich Pica gesehen. Der Mann,  dem ich davon erzählt habe, das eine Ecke weiter welche zu sehen sind, meinte nur: „I don’t like Pica.“

Tag 45-1: Forced to be inspired oder let’s go to the mall oder da hilft nur noch Hubschraubereinsatz

Da Tag beginnt mit einer Bootsfahrt über den Jenny Lake (5$ cash only, weil das Kreditkartengerät noch schlief). Aber man spart 2 Meilen, bei einer Wanderung mit Zelt, Isomattte, Schlafsack und einem bärensicheren Essenskanister usw. sehr erfreulich. 

Die Wanderung zum Inspiration Point, die wir letztes Jahr noch ausgelassen haben, ist dieses Jahr auf Grund von Baumaßnahmen obligatorisch. Ganz schön aber nich irre inspirierend. 

Den ersten Teil der Wanderung bestreite ich mit einem älteren Paar (Jenny und Dennis aus Wisconsin, naja eigentlich aus Neuseeland). Da es auch hier viele Bären gibt und sie sehr nett aussahen hab ich mich Ihnen angeschlossen. 

Jenny arbeitet in einem Schuhladen in einer Mall und warf die Frage auf, wieviele Leute wohl im Jahr durch den South Cascade Canyon gehen. Heute habe ich 15-20 gesehen. In der Mall in der sie arbeitet sind jährlich 4,5 Millionen Besucher/-innen. Sie liegt neben einem Flughafen und hat ein Hotel angeschlossen. Aber passend dazu gibt es wohl auch Umfragen, dass eine Mehrheit der Amerikaner/innen einen Shopping-Urlaub einem Outdoor-Urlaub vorziehen würden. Dabei wette ich das es hier viel schöner ist. Auf der anderen Seite, wenn die alle auch noch hier wären. 

Die beiden dürfen nicht wählen, aber wenn sie dürften, würden sie Trump wählen. Warum? Weil sie schon immer die Konservativen wählen und wegen der enormen Schulden, der zu umfangreichen Regulierungen für die Wirtschaft,  den zu hohen Steuern für die Wirtschaft und weil sie Hillary nicht vertrauen. Hmm. Aber ansonsten sehr nett. Sie wollten zum Hurricane Pass hinauf, das hat meine Motivation gesteigert weiter als bis zum ersten Zeltplatz mit großartiger Aussicht zu gehen. ☺️ Die Rangerin meinte weiter oben sind die schönsten Plätze. Nun gut. Leider musste meine Motivation nach einer Weile umkehren, so dass ich mich alleine zum Zeltplatz weiterschleppte (es gibt eine Camping-Zone und innerhalb dieser ausgewiesene Plätze, die first come first serve vergeben werden). Dort angekommen begann ich mit einer Slapstickeinlage. Ich hatte das Innenzelt aufgebaut und bin kurz meine Stöcke holen gegangen. Als ich die anfasste kam ein Windstoß und ich dachte noch gut das es dort beim Zelt nicht so windig ist. Im nächsten Augenblick erfasste der Wind das Zelt und wehte es den Anhang hinunter. 

Ich also vorsichtig hinterher und gerade als ich fertig war mit aufbauen begann es zu gewittern. 
Just als ich dachte es gäbe keinen Zivilisationskrach kommt ein Hubschrauber und umkreist den gegenüberliegenden Berg. Er tat das eine ganze Weile, flog weg, kam wieder. 

Tag 43: I am on fire… 

Naja zumindest rieche ich wieder so.   Und das ohne Lagerfeuer. Das Feuer im Nationalpark wird nicht gelöscht sondern nur gemanagt. Heute morgen habe ich schnell ein Bild gemacht von dem Sonnenaufgang über den Grand Tetons und bin dann einmal um sie herum gefahren um einen der wenigen first come first serve Plätze am Jenny Lake zu bekommen. Da ich die kommenden 3 Tage wandern werde und in den Bergen schlafe habe ich den heutigen Tag genutzt um die kommende Ausgabe der Online Zeitschrift fertig zu machen. 

Jetzt schnell noch was essen und dann Sachen packen für morgen. 

Tag 42: between Wisdom and Opportunity 

Ich begann meinen Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und einem Plausch mit einer sehr netten Familie aus Seattle deren 11 jährige Tochter bei den Rat City Roller Girls trainiert. 

Die Wirtin wählt übrigens auch Trump, kann es aber auch nicht wirklich begründen außer mit Enttäuschung über die Demokratische Partei. 

On the way I wanted to go to Wisdom but it was to far so I took Opportunity. 

Da ich weder nach Amsterdam noch nach Manhattan abgebogen bin, bin ich am Ende in Tetonia angekommen auf der anderen Seite der Grand Tetons. 

Tag 41: Die Nacht im Bordell bzw. im Leichenschauhaus 

Hike. Eat. Sleep. Repeat. 

Das war ja das Motto der vergangenen Tage. 

Heute ging es nach dem Zelt einpacken (leider wieder nass, weil es ausgerechnet letzte Nacht regnen musste) und dem Frühstück wieder per Auto weiter. Durch Montana. Die sind anders drauf als andere. Zum einen darf man 130kmh fahren, zum anderen laufen Kühe, Pferde und Hunde einfach so ohne Zäune in der Gegend rum und damit auch auf der Straße. Vorbei bei den Schwarzfußindianern (ich hab gestern geduscht…). Vorbei an Helena, dass den Zug-um-Zug-Spieler/innen bekannt ist und an Ulm. 

Landschaftlich sehr schön,  bis ich in die große graue Rauchwolke hineinfuhr. Ja, da sind sie wieder: Die Waldbrände. Eigentlich hab ich sie nicht vermisst. Aber die Gegend ist eher trocken daher kann jeder Funke zum Flächenbrand werden. 

Ich bin zuerst über das Ziel hinaus geschossen, dadurch habe ich aber noch eine Herde Bighorn Sheep gesehen die einfach auf dem Feld neben der Straße standen. Insofern lustig als dass gestern am Parkplatz noch Leute mit riesigen Teleskopen die Berghänge nach ihnen abgesucht haben. 

Hier auf dem Gelände des Airbnb Dorfes würde ich von den Pferden begrüßt,die sich vor mein Auto gestellt haben und es abgeleckt haben. Nach einem kurzen Moment der Hilflosigkeit durfte ich dann doch noch weiterfahren. 

Der Rest kommt nach dem Schlafen…mir sind die Augen zugefallen. 

Das Dorf war ursprünglich eine Siedlung von Ureinwohner/innen, die dann von einer Frau aus Pennsylvania ergänzt wurde um einige Häuser, die sie aus der näheren Umgebung gekauft hat und neu aufgebauen hat lassen. Dazu gehört auch das Leichenschauhaus von Anaconda. Das wird von den neuen Besitzern aber als Bordell und Saloon vermarktet. Lässt sich vermutlich einfacher vermieten. 

Ich beschloss der Empfehlung der Wirtin zu folgen und bin zum Storm Lake gefahren. Die Wilderness Access Road ist im Mittel okay. Da der Anfang der Straße zwar unbefestigt aber in Ordnung ist und der anschließende Teil überraschenderweise asphaltiert bedeutet es, dass der Rest katastrophal ist, mit riesigen Steinen und Schlaglöchern. Oben angekommen dachte ich das könnte sich ja sonst niemand angetan haben, aber es waren vier Autos dort. Eins davon gehörte einem alten Mann mit 3 Zähnen, der extrem angepisst war, weil sein Truck die Straße auch blöd fand und kaputt war und er eigentlich dachte dort allein fischen und zelten zu können. 

Der See war weniger spektakulär als die Fahrt. Außer Sturm und Regen war noch ein Greifvogel beim Fischen zu bewundern aber ansonsten nich so umwerfend. 

Ich war auf jeden Fall froh wieder unten zu sein (mit Luft in allen Reifen)  und weiß jetzt warum Autovermietungen unbefestigte Straßen ausschließen. 

Tag 40: Solitude standing (at the glacier lake) or staying in shape 

Im Trailguide für Glacier National Park weisen sie darauf hin, dass man auf Wegen wie dem zum Grinnell Glacier wenig Einsamkeit finden wird. Die langen Schlangen der entlang der Straße geparkten Autos ließen das auch schon vermuten. 

Nun, es kommt drauf an. Ich bin um 7 losgelaufen und siehe da ich war alleine oben. Der Nachteil ist, dass man niemand trifft der einem sagen kann wohin man muss. Der Weg geht lange Zeit am Abgrund entlang und man sieht unten einen See und bleibt ein wenig im Ungewissen, ob noch was kommt oder nicht. Kommt dann noch. Sieht auch sehr schön aus. Gletschersee mit Eisbröckchen. Leider musste ich feststellen, dass meine geschmierten Stullen und die Tomaten sich nicht in meinem Rucksack befanden sondern im Auto. Schade eigentlich. 

Kurz nach 12 war ich also wieder unten, so dass ich den Nachmittag nutzen konnte um mein Juniorranger Heft auszufüllen. Es sind nette Aufgaben bei denen man etwas über die Parks lernt und ein interessantes Beispiel für den Umgang mit Vielfalt in pädagogischem Material (Abbildungen, Aufgaben mit Gebärdensprache). Außerdem erhält man eine tolle Plakette aus Holz!

Ach ja wer die Gletscher noch sehen will sollte sich beeilen, da sie bis 2020 wohl alle verschwunden sein werden. 

Außerdem vergessen zu erwähnen… Als ich loslief war noch ein Typ auf dem Parkplatz, mit kompletter Ausstattung und ich habe ihn gefragt ob er oben zelten will und er meinte, er würde immer mal mit Gepäck wandern um in Form zu bleiben. Schon krass. Freiwillig und umsonst hätte ich nicht den ganzen Quatsch da hochschleppen wollen. 

Tag 39: We thank you for your support 

Der Text auf dem T-Shirt davor heißt:

Feed the bears, ride the goats, climb the rock slides, raft the waterfalls, drive fast and pass on curves. Glacier paramedics 

Aber dazu später mehr… 

Heute morgen bin ich zeitig aufgebrochen zum Cracker Lake. Ein einsamer aber nicht minder türkiser Bergsee. Die 6 Meilen schrecken scheinbar ausreichend viele ab. Ich habe ein Tier (bzw.  2 Tiere der selben Art)  getroffen aber auch hier gibt es keine Bilder bis ich die von der großen Kamera runter hab. Tipps werden entgegen genommen. 

Auf dem Rückweg hab ich einen Wanderer getroffen der mir erklärte das der Weg, den ich gestern gelaufen bin, gesperrt ist weil dort ein Bär einen Frau angegriffen hat, als sie Huckleberries gesucht hat. Jetzt ist sie wohl im Krankenhaus. Machte dann doch ein mulmiges Gefühl. 

Da erst der halbe Tag um war, war die Frage was mit der anderen Hälfte tun. Ich bin also zum Logan Pass gefahren und habe mich auf die Suche nach Mountain Goat gemacht. Dafür reicht es den Hidden Lake Trail lang zu laufen. 

Ist quasi zwei in einem: Mountain Goat und Bergsee. Allerdings sehr überlaufen,  zumindest bis die Höhenmeter die dickeren herausgefiltert haben. Aber wunderschön und heute war auch das Wetter so das ich verstehen kann warum man Fan des Glacier National Park wird. Wirklich wirklich schön auch wenn die Gletscher bald Geschichte sind. 
Ich habe mir dann noch einen Rangerinnen Talk angehört und mir ein Juniorranger-Heft besorgt. Doch dazu später mehr. 

Tag 38: Bären oder Aussicht oder Half the park happens after dark 

Nach meiner ersten Nacht im Glacier National Park (erfreulich warm) lautet die Frage, wie so oft, was tun? 

Auf Grund eines Stromausfalls gab es im Motel kein Frühstück, daher war klar Blog schreiben beim Frühstück geht nicht. Also zu Hause frühstücken. 

Im Anschluss wanderte ich in Richtung Swiftcurrentpass. Es windete sehr (tut es auch immer noch). Auf dem Weg zum Pass hinauf befragte ich einige ob der Weg hinauf sich lohnt und ausgehend von diesen Ergebnissen beschloss ich bis zur Mitte zu gehen. 

Eine Familie kam mir entgegen und wir sprachen kurz über Bären und gerade als ich weiter lief riefen sie mich zurück, weil sie einen gesehen haben (der verschwand dann hinter einer Biegung des Hügels und war nicht mehr zu sehen). 

Bei der Frage Bär oder windige Aussicht mit geschlossener Wolkendecke entschied ich mich dann doch für den Bären und ging mit den 3en zurück. Das Gespräch mit allen entgegen kommenden war dann natürlich der Bär und ein Mädchen an einem See meinte ja sie hat ihn gesehen und da drüben wäre er ja auch. So konnte ich ihn noch ganz in Ruhe photographieren. 

Jetzt sitze ich mal wieder vor dem Visitorcenter und lese gerade noch das Plakat, das die Hälfte des Parks nachts zu bewundern sei. Na mal gucken, Dank dem Toilettenhaus wohl eher nicht. 

Da fällt übrigens auf, quasi alle Park und anderen öffentlichen Toiletten,  die ich in Kanada gesehen habe waren super eklig, während die Amis dass echt super hinkriegen. Selbst die Häuschen ohne Wasserspülung sind sauber und stinken nicht. 

Tag 37: Stonehenge, keine Star-Party

Nach einem schönen Frühstück mit meinem gastgebenden Pärchen und einem Vormittagsspaziergang zu einem Geocache (der eine Travelbug wollte ja in Kanada bleiben) machte ich mich auf den Weg Richtung Glacier National Park. Zum Westeingang waren es nur 3h Fahrt, da konnte man schon mal trödeln.

In den USA angekommen wollte ich erstmal (bei) on the fly etwas essen. Die Ortsmarkierung lag irgendwo im nirgendwo neben dem Highway. Also bog ich dort ab und folgte der Straße und meinem Telefon eine Weile.

Es sah aber irgendwie nicht nach Essen aus. Dafür habe ich Stonehenge gesehen. Da es auf Privatgelände liegt habe ich auf Photos verzichtet und verweise euch auf Google Maps.

In Whitefish habe ich mir eine Sim-Karte gekauft,  da sich meine alte nicht mehr aktivieren ließ. (001 7203605957) Da mein Handy zwei SIM Karten unterstützt kommen auch SMS an die normale Nummer an. Insgesamt nützt es trotzdem wenig da oft kein Empfang ist. Aber so muss man wenn man in die Zivilisation kommt nicht erst gucken welches Restaurant mit WLAN ausgestattet ist.

Dann hab ich mal geguckt wie lange es noch bis zum Zeltplatz ist und festgestellt dass es doch einmal durch den Park durch und wieder in den Park rein ist. Also doch nochmal 130 Meilen.

Da es also schon spät war, war ich gar nicht so traurig, dass ich keine Einladung zur Star Party am Johnson Pass hatte. Auch wenn Sterne gucken unter Anleitung schon schön gewesen wäre, war ich dann auch froh als ich halb zehn mein Zelt aufgebaut hatte.

Auf dem Weg habe ich noch Mountain Goat und einen Schwarzbär gesehen.

Tag 36: Yoho und ne Buddel voll Rum

Erster Vorteil,  wenn man früh aufsteht: es regnet noch nicht und man kann das Zelt  trocken zusammenzulegen. Yeay! 

Zweiter Vorteil: beim Johnston Canyon, wo sonst die Autos auf dem Highway parken (weil der Parkplatz voll ist) ist nix los. Der Weg zu den Wasserfällen ist quasi leer und die wenigen Leute die unterwegs sind brechen auch mit zunehmender Distanz weg. Ja, die 300 Meter zum Upper Viewpoint waren echt krass. Nein im Ernst es war ganz schön. Den Rest des Trails zu den blubbernden Matschlöchern habe ich mir gespart, da ich ja noch nach Yellowstone fahre. Da gibt es dann genug blubbernde Matschlöcher. 

Auf dem Rückweg war es dann auch angemessen voll. 

Plan für den Tag war ja Yoho. Ein kleinerer, dafür aber weniger überlaufener Park westlich von Lake Louise. Im Visitorcenter empfahl man mir einerseits Emerald Lake und Wapta Falls. 

Beim See waren auf der trockenen, sonnigen Seite doch viele Leute, aber auf der feuchteren quasi auch keine. Der See ist wunderschön und hat ebenfalls tolle Berge drumherum. Leider hat die Lodge (an sich ein schönes Ziel) das selbe Problem wie die Viewpoints. Seit die Häuser gebaut wurden sind die Bäume davor einfach in den Weg gewachsen. 

Eine deutsche Familie paddelte vorbei als ich gerade aus dem Wald trat um ein Bild zu machen und der Vater meinte: „Oh ein Bär.“ „Ja,  aber nur ein ganz kleiner.““Ein Bär der Deutsch spricht…“ Ja,  man muss doch aufpassen im Ausland… 

Die dritte kurze Wanderung ging wieder zu Wasserfällen, die allerdings größer und imposanter waren, als die vorherigen. Man konnte sich ordentlich vollsprühen lassen und es stellte sich heraus, dass es gut wenn man ein Erste Hilfe Set dabei hat. Noch besser: wenn man  selber nicht derjenige ist der es benötigt (eine junge Frau hat sich nen Schnitt zugezogen). 

Heute Abend gilt es alle Akkus noch mal aufzuladen bevor es morgen zurück in die USA geht (und zum nächsten Zeltplatz im Glacier National Park). Und so lieg ich hier zufrieden auf dem Bett und schreibe diese Zeilen. 

Tag 35: Somebody! Oder coming back for more oder Halbzeit 

Ja man kann es kaum glauben: der Urlaub ist zur Hälfte rum. 

Da heute der letzte Tag in Banff war, war es auch: die letzte Chance zur Versöhnung. Aber ich muss sagen, es ist noch mal gut gegangen. Banff mit vernünftigem Wetter ist wirklich wunderschön und wenn man früh genug los geht ist man beim Wandern auch noch allein. Weil es in der Nacht immer noch geregnet hat habe ich den Wecker um 5 auf um 6 weitergestellt. 

Dann bin ich aber gleich losgefahren zum Moraine Lake. Ohne Sonne im Tal sah der aber noch nach nix aus. Also erstmal hinauf zum Sentinel Pass. Nach einer ordentlichen Steigung erreicht man das Larch Valley und am Ende dieses hat man eine wunderschöne Sicht auf das Valley of the ten peaks und zwei kleine versteckte (eher frische) Bergseen. Der Anstieg zum Pass ist dann gar nicht mehr so fies und man kann  auf der anderen Seite runtergucken. Runtergehen ginge auch(ist wahrscheinlich auch schön), da hätte man sich aber irgendwie kümmern müssen wie man wieder zum Auto zurück kommt. 

Wieder runter und dabei beobachten wie die Relation zwischen zurück gelegtem Weg und Motivation/Happiness ist. (Macht sich auf dem Weg runter am besten, vor allem wenn man  der erste ist, der runterkommt). 

Unten angekommen musste ich natürlich auch noch mal auf den Rockpile um Bilder vom See zu machen. Denn Kanada hat das selbe Problem wie Alaska:im Weg stehende Bäume, die die Aussicht blockieren. Auf dem Rockpile polierte eine ältere Asiatin und rief: „Somebody!“ Also habe ich sie und den See photographiert…  Hat sie sichtlich irritiert. Aber dann musste sie auch lachen. Wie auch der Junge den ich gebeten habe „Bear!  Bear!“ auf der anderen Seite zu rufen damit ich ein Bild vom See ohne Touris machen kann. Auch schön war die asiatische Braut, die unter ihrem Kleid Wanderschaft trug. 

Nach einer Stärkung und dem Wetterbericht für morgen (mistig)  beschloss ich doch eben noch kurz zum Lake Louise zu fahren. Dort sind noch mehr Menschen aber auch dort ist der Viewpoints für den man 2km laufen muss fast leer (ein Paar). Lustigerweise stehen auf den Schildern immer die Angaben inklusive Rückweg. Ein wenig ungewöhnlich,  aber zur Abschreckung wohl nicht verkehrt. 

Da die Bilder von Peyto Lake (zu Recht) kritisiert wurden, ob der mangelnden Sonne bin ich dann doch schnell noch mal hingefahren. Auch heute war es am upper Viewpoint viel schöner. 

So jetzt schnell ins Bett ähh in den Schlafsack. 

Tag 34: the first snowflake(s) 

Die Nacht fühlte sich kälter an als die davor und wie zur Bestätigung sind die umgebenden Berge mit Schnee gepudert. 

Am Sonntag hab ich hier auf dem Zeltplatz eine Gruppe deutsch sprechender Teenies getroffen. Es stellte sich heraus, dass sie alle vor ein paar Jahren (3,5,10) mit ihren Familien (insgesamt 30 Familien!) aus der Nähe von Bremen in die Nähe von Calgary gezogen sind. Mittlerweile sind sie alle fast erwachsen (oder zumindest in einem entsprechenden Alter), aber ich stell es mir schon krass vor so als Teenie in ein anderes Land zu ziehen. 

Apropos Teenie: ich kann verstehen warum das Mädel letztens Banff als Highlight ihrer Reise bezeichnet hat, es ist ein Shoppingparadies mit allem was man so kaufen kann von Mitbringsel über Klamotten (von chic bis outdoor) bis Spielsachen… dazu etliche Restaurants. Man merkt das Banff als Touristadt konzipiert wurde. 

Eine andere Stadt in der Nähe wurde hingegen geschlossen und dem Erdboden gleich gemacht. Ein Kohletagebau, den sie erst zur Finanzierung des Nationalparks noch genutzt hatten aber dann in den 30er Jahren dicht gemacht haben. Heute ist da nur noch ein Trail mit Schildern und einem Geocache. 

Meine vier Caches habe ich dann im Visitorcenter eingetauscht gegen eine Geocoin (allerdings ohne Trackingcode, wie albern). 

Nach dem Frühstück habe ich mich (dem Wetter zum Trotz) auf den Weg gemacht zum Peyto Lake, der (obwohl im selben Park)  noch 100km entfernt ist. Der erste Viewpoint war ganz ganz furchtbar, der zweite hingegen (mangels Schild am ersten) wunderschön und idyllisch. 

Auf der Rückfahrt kam dann das Photowetter was ich den ganzen Tag haben wollte und der Bär von gestern war auch wieder da. 

Tag 32+1: Wenn echte Muggel zelten oder Überholen ohne Einzuholen 

Wenn echte Muggel zelten,  dann hoffen sie in der Regel durch das Zelt vor den Gewalten der Natur beschützt zu werden. Da hatte ich zwischendurch heute Nacht meine Zweifel. Der Wind fegte so über den Zeltplatz dass er die Heringe rausriss und ich froh war dass ich nicht direkt mit weggeweht wurde. Aber ich bin ja auch nicht in Kansas.

Der zusätzliche Regen zerstörte abermals meine Motivation zeitig aufzustehen und zu Lake Moraine zu fahren. Als ich mich dann doch aufgerafft habe (7.40), schien sogar die Sonne durch die Wolken (hier und da).

Ich suchte mir Frühstück und wusch Wäsche. Danach hatte sich das mit der Sonne leider endgültig erledigt.

Daher beschloss ich die Geocaches zu suchen die Parks Canada versteckt hat und wo man einen Travelbug erhält wenn man sie gefunden hat. Irgendeine Motivation brauche ich ja doch zum Wandern: Aussicht, Tiere oder eben Schätze bzw. Schatzanteile.

In Ketchikan wäre das Wetter als „kein Regen“  durchgegangen aber hier…

Ich wanderte also zum Sundance Canyon, wo ich mir gut vorstellen kann das es mit Sonne zauberhaft aussieht. 

Auf dem Weg habe ich eine Reitergruppe überholt, da hätte ich wohl dolle gefroren, so im Wind und Regen, ohne doll bewegen. Viele der anderen (wenigen)  Leute waren Deutsche. Der Rest  ist wohl nicht rausgegangen.
Auch  der Marsh Loop am Bow River ist wohl mit Sonne schöner.


Der dritte Cache war am Bow River Parkway gelegen bzw. am Weg zum Castle Mountain Lookout. Dank Regen und fieser Wolken war an Aussicht nicht zu denken.

Tag 32: das steht auf meiner not-to-do-Liste

Der eigentliche Plan früh aufstehen und zum Lake Louise fahren wurde Dank nächtlichem Regen auf die not-to-do-Liste gesetzt. Ich hatte eigentlich gehofft das Zelt mal trocken zusammenzulegen… 

Auch auf der Liste: den Icefield Parkway mit dem Fahrrad langfahren. Auch wenn man sicherlich mal ein Tier oder nen Gletscher mehr entdeckt weil man langsamer unterwegs ist, so würde es mich doch doll nerven weil einfach so viele Autos an einem vorbei rasen. 

Außerdem: Paddeln bei einem Wind wie heute auf dem Waterfowl Lake. 

Ansonsten war der Tag anstrengend, aber ich hab noch ein paar Tiere (sehr gut versteckte aber nahe Big horn sheep) photographieren und einen Cache finden können. Letzterer war an einer Quelle mit Treibsand, dass sah schön aus. 

Tag 31: Jeden Tag Sonntag oder survival of the fittest 

Da ich das Datum in meinem Auto nicht eingestellt habe ist jeden Tag Sonntag…

Diesen Sonntag nutze ich um den Jasper National Park per Auto zu erkunden. Wasserfälle und Gletscher. Bei letzterem hab aber keine Lust mit dem Bus über den Gletscher gefahren zu werden. Schließlich hatten wir auf einem Gletscher stehen bereits abgehakt. Außerdem ist dieser Teil wirklich noch voller als alles andere. 

Auf dem Weg gab es Bären, Wild und Schafe zu sehen. Das war doch ganz schön. Und zwei Caches. 🙂 

Ich bin daher wieder nach Norden gefahren und habe mir doch noch die Lachse im Mt. Robson Park angeschaut. Da sich der Wasserfall am Ende eines langen Stroms befindet kommen nur die stärksten und größten dort an. Wenn man davor steht, dann sieht man das es nicht mehr so viele sind. 

Der Aufwand den Wasserfall hochzuhüpfen um dann oben Eier abzulegen und zu sterben erscheint trotz der geringeren Zahl der Feinde schon krass. 

Tag 30: Glatzköpfige Hügel oder blister in the sun

Heute morgen war die Schneeflocke wieder im Autodisplay zu sehen(leider nur da) und da ich mittlerweile die Temperaturanzeige umgestellt wusste ich auch warum die Nacht trotz der kuscheligen Denali Fleecedecke etwas frisch war: es waren 4°C. Außerdem braucht mein Vorderreifen Luft. 

Plan für heute sind die Bald Hills. Ein paar Hügel von denen man auf Maligne Lake gucken kann. Auf dem Weg war ein Schwarzbär zu sehen aber dann wieder im Wald verschwunden. 

Hoch war undramatisch aber beim runtergehen ist meine eine Blase aufgegangen… Schade eigentlich, dass war in Alaska irgendwie besser. Insgesamt ist es viel voller hier und die vier netten Deutschen, die ich oben getroffen habe,  haben mir  schon angekündigt dass es in Banff nur noch voller wird. 

Wieder unten entschied ich mich dazu mit der Seilbahn auf den Whistler Mountain zu fahren. Angesichts der Blase wollte ich zwar nicht die 2,8km bis zur Spitze laufen aber nur an der Station zu sitzen war dann doch zu Omi-Opi-mäßig. 

Dies wurde belohnt mit einem tollen Rundumblick und bestraft mit einer weiteren geplatzten Blase.  Nunja, war ja  vorher klar. 

Jetzt schnell Essen suchen und Luft aufpumpen. 

Tag 29: The hottest Hot Springs of the Rockies 

Tagesziel war Jasper. Leider weiß man nie was man auf dem Weg alles noch angucken sollte (zumindest bei so saisonalen Attraktionen). Man kann auch nicht bei allen Schildern anhalten, aber nachdem ich beim Visitorcenter in Jasper war, weiß ich, dass ich 70km vorher 1m lange Lachse hätte sehen können. Gerade als ich die Grenze zu Alberta passiert habe begann es zu regnen. Das senkte meine Motivation nochmal hinzufahren ein wenig (die übrige auch). 

Ich fuhr also zum Pocahontas Campground, kehrte kurz noch für Essen ein, baute das Zelt auf und fuhr zu den Miette Hotsprings (den heißesten Quellen der Rocky Mountains). Leider auch sehr überlaufen (eher so gestapelte Menschen). Daher bin ich nur zu den Quellen und der alten verfallenen Badeanstalt spaziert. Der Cache dort war auch zu gut versteckt bzw. das GPS vom Handy vielleicht nicht gut genug. 

Fazit: macht alles zu zweit schon mehr Spaß. 

Tag 28: Ein Klavier, ein Klavier oder Crater Lake 

Beim Frühstück hatte ich angenehmer Gesellschaft als gestern: Pashan, meine Gastgeberin. Da wir noch über ihre Begeisterung für ihren indischen Guru und die Auswirkungen auf ihre Ehe (ich hab sie gefragt, ob sie zusammen zu den (etwas kostspieligen) Seminaren fahren) sprachen, dauerte es auch etwas länger. 

Ungern verlasse ich dieses schöne Haus, mit dem wundervollen Blick. Aber hier wenigstens noch ein Bild:

Da in Smithers wieder strahlend blauer Himmel war beschloss ich nicht direkt weiter zu fahren,  sondern erst eine Wanderung zum Crater Lake zu  unternehmen. 

Er ist nicht so beeindruckend wie der Namensvetter in Oregon, aber auf dem Weg dorthin gibt es tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge. Außerdem gibt es auf dem alpinen Weg jenseits der Baumgrenze ein Klavier (#smithersstreetpiano), auf dem man mit Blick auf die Berge spielen kann (wenn man kann). Sonst kann  man Photos machen. 

Am See traf ich eine Familie (2 Teenie-Mädchen mit Eltern)  aus dem Saarland. Auf die Frage, wo sie es am schönsten fanden, fing die eine der beiden an zu überlegen, wo man am besten shoppen konnte. Nunja: unterschiedliche Prioritäten. 

In Telkwa hielt ich an einer deutschen Bäckerei und quatschte kurz mit dem Bäcker, der vor 20 Jahren ausgewandert ist. Zumindest beim Fettgehalt der Kokosmakronen hat er sich an lokale Gegebenheiten angepasst. 

Ein paar Stunden später liege ich nun im Schlafsack im Crooked River Provincial Park und kann sagen, dass sich die 70km hierher tatsächlich nicht gelohnt haben. Das liegt vor allem am Highway, der zwar auf der anderen Seite des Sees liegt, aber jedes einzelne Auto ist beeindruckend laut und lange mitzuerleben. Da ich zu faul war zu kochen oder noch mal loszufahren geh ich jetzt ohne Abendbrot ins Bett, dabei war ich eigentlich ganz lieb. Außerdem frage ich mich, welches Tier hier neben mir im Wald solche Kaugeräusche gemacht hat. Zu sehen war nix. Ich mach mal Ohrstöpsel rein und versuche zu schlafen. Gute Nacht. 

Tag 27: Expect the unexpected oder I saw the sign… 

Beim Frühstück in Kathys Kitchen traf ich die bisher unsympathischsten Typen der Reise: zwei bärtige alte Männer. Der eine erzählte das in New York ein Imam erschossen wurde und der andere meinte „Oh gut“ . Und:“A society where everyone has a gun, is a polite society.“Gruselig. 

Watch for wildlife, watch for life stock, extremely dusty  conditions, solche Schilder begleiten mich heute schon über 400 km aber es war außer 2 Cariboo und einem kleinen Fuchs nichts zu sehen. 

Außerdem ist das Internet in der Region kaputt, so dass ich nicht mal Pausenbeschäftigung durch Geocaches habe. 

Alle Paul Temple Krimis sind fertig gehört, die gröbsten Baustellen überstanden (manchmal kann man über den Schotter gut drüber fahren, manchmal hat man doch ein Gefühl als würde das Auto eher unkontrolliert rutschen, wie mit nem Fahrrad im märkischen Sand), so komme ich zu einem Schild expect the unexpected. Eine Meile weiter:fresh baked goodies. Eine weitere: organic meals. Und schließlich: an outdoor hot tub… Eine Lodge, mit leckerem Essen und noch mehr lustigen Schildern, wo man auch gut schlafen könnte. 

Aber mein Ziel war wieder Smithers. 

Ein paar Meilen entfernt waren dann eine Bärenmutter mit zwei Jungen unterwegs, die sogar dablieben bis ich gewendet hatte und zurück gefahren war und sich in Ruhe photographieren ließen. 
16 Kilometer vor dem Ziel bog ich dann auf eine kleine nicht asphaltierte Straße, die dank Sonne, offnen Fenstern, toller Landschaft und geringerer Geschwindigkeit der entspannteste Teil der Fahrt war. Als die Dame in meinem Auto behauptete ich sei da, wusste ich an der Farbe der Hunde, dass ich falsch sein muss. Der Besitzer erklärte mir aber ungefähr wie ich fahren muss (1 Meile zurück): rechts ein Haus und links eine Einfahrt. Diese Kombination gibt es mehrfach und am Ende der ersten Einfahrt war ich in einem eher schäbigen Grundstück mit Autowracks und wiederum nicht passenden Hunden. 

Da an der nächsten Straße nur ein Bible Camp ausgeschildert war habe ich es dann doch mit anrufen probiert und siehe da, hier bin ich bei sehr netten Menschen, die mir noch was zu essen gekocht haben und ein wunderschönes Haus mit Blick auf den Gletscher haben. 

Tag 26: und dann bist du wieder allein allein… 

Zack sind die zwölf Tage rum und ich bin wieder allein. Sehr sehr schade, war es doch abgesehen von drei hässlichen Skipbo Niederlagen in Folge gestern und heute sehr schön. Ab Whitehorse fuhr ich also allein in Richtung Watson Lake wo außer einer großen Schildersammlung nicht so viel los ist. Diese entstand wohl durch die Soldaten, die den Highway gebaut hatten und dann ihr Heimweh mit Schildern zu ihren Heimatort ausdrückten, die sie nachts heimlich anbrachten.

Mittlerweile sind es Touris, die für den Schilderwald sorgen.

Aber in Watson Lake gibt es „a nice motel“ und es ist tatsächlich ein nettes Motel und nun sitze ich auf der Terrasse und hoffe, dass auch die Burger in Kathys Kitchen so gut sind wie versprochen.

Ein Ausflug um das Berlin Schild zu suchen war relativ schnell beendet (weil gefunden), aber die Regenwolken waren auch beeindruckend.

Damit ist auch der Alaska-Teil der Reise abgeschlossen und man kann ein Zwischenfazit ziehen. Es waren deutlich weniger Mücken als erwartet (auch wenn man bei der Chena River Cabin denken konnte, dass alle Mücken Alaskas sich dort versammelt haben).  Das lag wohl daran, dass wir spät dran waren. Es war nasser als erwartet, für trockeneres Wetter muss man wohl eher kommen. Die Distanzen waren  nicht so dramatisch. Die Viewpoints waren oft zugewachsen. Es gibt immer noch viel zu sehen (Bären in Katmai, jede Menge Schneeflocken und Nordlichter im Winter). Insofern muss man wohl nochmal wiederkommen.

Tag 25: Jingle Bells, Jingle Bells, jingle all the year 

Schneller als erwartet (dank der Abkürzung über eine üble Schlaglochpiste) erreichten wir North Pole, ein kleines Städtchen ganz im Zeichen des Weihnachtswahnsinns. Einziges erfrischendes (manchmal auch trauriges) zwischen dem Kommerz waren die Briefe der Kinder an den Weihnachtsmann. 

Im Visitorcenter von Tok fragten wir nach Empfehlungen für Lunch und die Frau meinte, dass wäre einfach, da nur ein Restaurant Mittag am Sonntag anbietet. 

Der Rest des  Tages bestand vor allem aus einer langen Fahrt über Baustellen, die zwar auch Sonntagspause machten aber dank Schotterabschnitten extrem staubig waren. 

Am Ende des Tages konnten wir noch die Schafe am Sheep Mountain bewundern, die wie Schneeflocken über den Berg verteilt waren. Vor zwei Wochen waren sie nicht zu sehen. „Die Bäume leuchten gelb und die Schafe kehren zurück, es wird Herbst“,sagte Polly vom B&B. Die Hütte in der wir schlafen hat Strom, ein Bett und eine Heizung. 

Tag 24:  Winning a battle, loosing the war oder indoor camping 

Mit dem ersten Bus (6.3o) ging es zurück in die Zivilisation. Die Busfahrerin schlief auch bei uns in Wonder Lake und diesmal hat auch niemand um 3 an ihre Tür geklopft um zu fragen, wo der 6.30 Bus ist. 

Auf dem Weg haben wir noch ein paar Backcountry Camper/-innen eingesammelt, die zum Teil schon ganz schön kaputt aussahen. 

Ein paar Stunden später war die erste Aufgabe, den Zahlencode für das Schloss von der Cabin in der wir übernachten wollen herauszufinden. Da es keine Hinweise gab, auf der Rückseite von Bildern oder ähnlichem, versuchten wir ein öffentliches Telefon zu finden. Bekanntermaßen ja kein einfaches Unterfangen in Amerika. Der freundliche Mann vom Visitorcenter ließ mich dann mit seinem Diensttelefon telefonieren, bis ich feststellte, Sonnabend ist und niemand zu erreichen. Aber vielleicht kann uns das Visitorcenter in Fairbanks weiterhelfen… Also nüscht wie hin… 

Sehr hilfsbereite aber wenig hilfreiche Mitarbeiter/innen dort können auch nix ausrichten und verweisen uns an die Campgroundhosts in dem Statepark. Vielleicht können die uns helfen. 

Am ersten Zeltplatz: kein Host. 

An der Cabin: ein vierstelliges Zahlenschloss und tausende Mücken. 

Am zweiten Zeltplatz: ein altes Paar mit Hund und vor allem auch der Kombination für das Schloss. Hurra! 

Erleichtert fuhren wir erstmal ans Ende der Chena River Hot Springs Road und legten uns in die heiße Quelle. Sehr anders als in Japan: geschlechtergemischt, ohne stundenlanges Reinigungsritual, man verweilt länger drin und es ist nicht so heiß. Die Amis haben trotzdem gejammert und es wurde mehrfach auf den Winter verwiesen, wenn einem die Schneeflocken auf dem Kopf liegen… Aber mit Sonne war es auch sehr schön. 

Zurück in der Cabin haben wir versucht alle vorhandenen Mücken zu töten und uns dann geschlagen gegeben und das Innenzelt aufgebaut und da drin geschlafen, da wir sonst vermutlich komplett zerstochen aufgewacht wären. 

Außerdem haben wir schnell noch vor dem einsetzenden Regen einen Cache in unmittelbarer Nähe gesucht und die Travelbugs aus Japan ausgesetzt. 

Tag 23: Drüben auf dem Hügel oder water over the bridge 

Obwohl es etwas frisch war, war der Regen der Nacht doch nur Regen und die Schneeflocke im Auto hat sich nicht eingestellt. 

Ganz entspannt ausschlafen und Frühstück geht nicht zusammen. Als wir festgestellt haben, dass wir entweder den 8 Uhr Bus nehmen können oder den um halb eins, packten wir schnell unser Frühstück ein und fuhren erstmal zum Eilson Visitor Center, um dann dort wandern zu gehen. Auf dem Weg fuhr der Bus über mehrere kleine Brücken, wo das Wasser drüber floss. 

Gestern waren die Wege am Visitorcenter gesperrt, weil der Bär dort weilte. Heute waren sie offen. Am Vortag hatte ich einen Ranger gefragt, ob es Empfehlungen gibt, wo entlang der 80 Meilen Straße man wandern sollte. In Denali gibt es nämlich nur wenige Wege und (anders als in den anderen National Parks) wird man dazu aufgefordert, sich querfeldein eigene Wege zu suchen. Die Antwort war wenig hilfreich: well you could go anywhere you want. It is all really nice. 

Ein anderer Ranger hatte uns aber empfohlen, unten über den Fluss zu gehen (bzw. durch Fluss) und drüben auf den Hügel. Im Flussbett angekommen zogen wir also die Stiefel aus (und die Sandalen an). In diesem Moment sahen wir auf dem Berg vom Visitorcenter fünf Menschen, die uns winkten. Es war aber beim besten Willen nicht zu erkennen warum.  Es war kein Bär zu sehen und auch sonst nichts. Daher entschieden wir uns dafür weiter zu gehen und einen Weg den Hügel hinauf zu suchen. Ein paar Cariboo und ein paar Alaskahühner liefen uns über den Weg. Dann war kein Weg mehr zu sehen und wir mussten uns durch die Bäume schlagen, bis wir die Moos und Heidelbeerfelder erreichten. Ab da konnten wir dann relativ entspannt, wie auf dem Trampolin, den Kamm entlang wandern. 

Oben angekommen konnten wir dann auch den Bären im Flussbett sehen,der uns vorher noch verborgen war. Außerdem Vater und Sohn (später stellte sich heraus, dass es Vater und Tochter waren), die versuchten eine Brücke über den Fluss zu bauen und vom Bär nichts mitbekommen hatten. 

Nach unserem Wiederabstieg und dem Wiederaufstieg, wo neben dem Bären auch noch ein Groundsquirrel zu sehen war, erreichten wir gerade noch den Bus zum Campground, so dass wir nicht drei Stunden warten mussten. Puh. 

Tag 22: I won’t stop for Cariboo 

Ist es wirklich schon Tag 22? Es fühlt sich noch an wie Tag 21. Es ist 2.45 Uhr und noch ziemlich dunkel. Da wir kein Zelt zusammenpacken müssen, sind wir recht bald: on the road. 

Ziel ist das Wilderness Access Center in Denali, von wo der Bus um 7 losfährt. Man soll aber eine halbe Stunde eher da sein. Wir haben Glück und werden von den Baustellen nicht wirklich aufgehalten (im Gegensatz zu anderen Leuten, die dadurch ihren Bus verpassen und dann auf die Warteliste kommen). 

Die Anzeige auf dem Armaturenbrett zeigt eine Schneeflocke und tatsächlich ist es einigermaßen frisch. 

Paul, unser Busfahrer, der uns die nächsten 5 Stunden über 81 Meilen Schotterpiste fahren wird, erklärt gleich zu Beginn, dass er anhalten wird für Wild, aber nicht für Cariboo. Es gibt viele Cariboos und dafür hält er nicht an. Hat er dann aber doch mal. Aber auch für Bären. Selbst Denali war zu sehen, während die anderen Berge eher in Wolken gehüllt waren. Insgesamt war das Wetter aber deutlich besser als bisher. Sonne und warm, mit ein paar Wolken. Und weniger Mücken als befürchtet (was aber insgesamt besser lief als angenommen). 

So bauten wir schnell unser Zelt auf und wanderten dann durch Blaubeerfelder (wirklich viele Beeren) zum Fluss, wo sich der Berg gnädigerweise nochmal zeigte. 

Wonder Lake Campground ist übrigens luxuriös: überdachte Kochstelle, Klo mit Wasser, Müll. In Ermangelung an Bäumen aber auch weniger ruhig als die anderen Zeltplätze, die Plätze sind durch kleine Wege zwischen den Heidelbeeren miteinander verbunden. Aber dafür ist man nur 25 Meilen vom Denali weg und hat eine gute Sicht vom Zelt aus. 

Tag 21: I am Hobbit or maybe a Hippie? 

Sonne zum Aufstehen, zumindest ein bisschen. Zelt trocknen (an alle, die sich damit auskennen: schadet es dem Zelt, wenn man es mit nem Schwamm oder Küchenrolle abtrocknet?) 

Clown frühstücken. 

Hatchers Pass hinauf, auch wenn dort ebenfalls zu viele Wolken waren. 

Nach einem Miniausflug zum wundervoll blauen Passsee ging es wieder runter über die Schotterstraße. 

Eine Weile später erreichten wir unsere Hobbithöhle, die wir bei Airbnb gebucht haben. Wirklich hübsch und an einem kleinen See gelegen, wo auch diverse Buschflugzeuge zu Hause sind. 

Ein kleines, sauberes Bad nur für uns. Sehr schön! 

Für eine Weile genossen wir diesen Luxus, bevor wir weiter nach Downtown Talkeetna fuhren, eine kleine ehemalige Hippiekommune, die heute überwiegend (wenn auch nicht ausschließlich) vom Tourismus lebt. 

Läden mit Schnickschnack wechseln sich ab mit Restaurants und Outdoor adventure Läden. 

Ohne Safeway Supermarkt gab es auch kein unverschlüsseltes Netz, aber ein Himbeermilchshake und eine Bank zum Sitzen sind mal eine nette Abwechslung zum Internet auf dem Bordstein vor dem Supermarkt. 

Chips wahlweise zu Fish (Lachs, weil der kontrolliert gefangen wird im Gegensatz zum Heilbutt) oder Burger im Wildflower Café. 

Kayak fahren auf dem kleinen See vor unserer Hütte mit ein paar hübschen Vögeln, auch sehr schön. 

Einschlafen, weil Talkeetna zwar das Tor zum Denali ist, aber doch weiter weg als gedacht und daher die Nacht eher kurz wird. 

Tag 20: maybe there is a little hope for Hope oder die Tour über den russisch-orthodoxen Ureinwohner/innenfriedhof in zehn Minuten 

Sonnenschein rückt Hope und den Turnagain-Arm doch in ein besseres Licht. Da lohnen sich auch endlich mal die Viewpoints um die verbliebenen Felder von Schneeflocken vom letzten Winter zu photographieren. Auch wenn man anmerken muss, dass die Aussicht meist 100 Meter hinter dem Viewpoint viel besser ist als an den meisten  Viewpoints. 

Back in Metropolis (für jemand aus Wrangell kann  ich verstehen dass es anstrengend ist)  suchten wir erstmal einen Waschsalon (in engl. Laundromat) bevor wir uns bei Taco Bell mit Mittag versorgten und zum Eklutna Lake weiterfuhren. Wir waren auch froh es überlebt zu haben, auch wenn es kein Wochenende war (Andrew und Heidi erzählten, dass in Anchorage jedes Wochenende einer erschossen wird). Es gibt da wohl komische Ecken (vor dem Taco Bell stand auch ein Securitymann). 

Am Eklutna Lake entschieden wir uns gegen Paddeln und für Eis und für einen russisch-orthodoxen Friedhof. Im Lonely Planet wurde empfohlen die halbstündige Tour mitzumachen. Da die Frau,  die sie anbietet, mittlerweile dreimal so schnell spricht geht sie nur noch 10 Minuten. Dafür war sie ein Geschenk, da wir nicht bezahlen konnten. Die Frau hat uns extra die deutsche Papierversion angeboten, weil sie das letzte mal mit deutschen Tourismus so langsam sprechen müsste, dass die Tour viel länger dauerte. Der kleine Junge (8 oder 9) am Eingang wusste nicht wie man das Mastercard Gerät bedient daher war seine Antwort: „We don’t take plastic“. Aber da ist ein Schild mit Mastercard Logo. „Yes but I don’t know how to operate it.“ 

Im Anschluss entschieden wir uns für den Zeltplatz am Eklutna Lake. Auch der versteckte sich in den Bergen und daher bei den Wolken. 

Da wir morgen früh in den Denali National Park fahren und dort kein Netz haben werden wird es ein wenig dauern mit den Berichten von heute und morgen und übermorgen. 

P.s. Das Quizobjekt ist keine Chillstation für Teenager. 

Tag 19: there is no hope in Hope (at least on a monday) oder I won’t cry  for yesterday 

Am Morgen gibt einem der Regen die sanfte Bestätigung, dass man sich am Abend zuvor richtig entschieden hat (nicht im Zelt zu schlafen, sondern in der spartanischen Hütte). 

Nach einem leckeren Frühstück im Goldrush und einem Besuch im Visitorcenter des Kenai Fjord National Parks (um die schwarze Broschüre einzusammeln) machten wir uns auf die kurze Weiterreise nach Hope…

Im Autoradio dröhnt Duran Duran „Snowflakes on your body“, um über die Lüftung zu kommen, die auf höchster Stufe pustet, damit die Hosen wieder trocken werden. So weit ist es zum Glück nicht gekommen, es war nur normaler Regen. 

Wir hatten den kurzen trockenen Moment genutzt, um das Zelt aufzubauen und trocken pusten zu lassen. Bei der folgenden Wanderung am Turnagain-Arm entlang zu einem Geocache begann es dann jedoch wieder zu regnen und durch die auf den Weg hängenden Zweige waren unsere Hosen bald vorne wieder völlig durchnässt. Bei eine Runde Lobo77 und Crackern mit Sprühkäse trocknen dann aber auch die Sachen wieder. 

Jetzt auf ins Goldgräbermuseum (zu)  und vielleicht doch schon fertig gekochtes Essen kaufen… (noch möglich… Titus sei Dank) 

Tag 18: the weather is not super awesome out there oder da wo der Gletscher kalbt oder Microdancing

Morgens um 3:38 aufzuwachen bedeutet selbst in meinem Urlaub meistens, dass man noch etwas schlafen kann. Im konkreten Fall wäre es bis um vier gewesen. Warum? Weil ein Ausflug in den Kenai Fjord National Park auf dem Plan stand und wir dafür halb sechs in Seward sein sollten. Da es aber die Nacht über wie doof geregnet hat, wurden die verbleibenden Minuten zum Plan schmieden genutzt. Wie kriegt man alles Zeug und das Zelt möglichst trocken ins Auto? Das Zelt wanderte dann leuchtend im aufgebauten Zustand über den Zeltplatz zum überdachten Kochplatz. Sah lustig aus. 

Nachdem wir uns über die Schlaglochpiste zu unserem Startpunkt gefunden hatten, begrüßte uns Ross und erklärte uns, dass unser Start um eine Stunde verschoben werden muss, weil das Wetter draußen not super awesome sei. Den Eindruck hatten wir auch schon gewonnen. Allerdings zählt für die Jungs vor allem der Wind und die Wellen auf dem Weg zum Kayakgebiet. Die waren auch beeindruckend groß (7 Fuß hoch). Trotzdem schwammen dort draußen Puffins in aller Ruhe durch die Gegend. Nach 2h Fahrt war unser Ziel erreicht: Ayliak Bay. Wir waren allein mit Ross, unserem Guide (am Wetter kann es nicht gelegen haben, das ist wohl fast immer so, aber am Ende der Saison ist es leerer). Wir paddelten zu dem Gletscher, der beeindruckend groß und blau ist. Mit großem Getöse fielen gestapelte Schneeflocken direkt ins Wasser, da Ayliak Glacier einer der wenigen ist, die direkt ins Meer münden. Wir nutzten die Gelegenheit, so dicht dran zu sein, und fassten ihn an bzw. standen auf dem Gletscher. 

Der Regen sorgte für gleichbleibende Frische. Auf dem Schiff gab es dann die Gelegenheit sich aufzuwärmen und Mittag zu essen. Kurzzeitig erwärmt paddelten wir weiter zum Pedersen Glacier, durch eine Lagune und einen Fluss mit Iceberg bits hinauf. In der Lagune spielten Seeotter und Seehunde gemütlich vor sich hin (ungestört von Killerwalen). Beim Gletscher selbst waren dann noch mehr Seehunde, die auf dem Eis rumlagen. Um die Ebbe abzuwarten (und um in Bewegung zu bleiben) paddelten wir noch näher an den Gletscher, bevor wir uns auf den Rückweg machten. 

Geschafft, komplett nass und kalt (manche nennen es zittern, ich nenne es microdancing) wurden wir von unserem Boot eingesammelt und nach nur zwei Stunden Achterbahn (nicht mehr ganz so dramatisch wie auf der Hinfahrt) waren wir wieder im Hafen. Wir tauschten unsere Zeltplatzreservierung gegen ein kleines beheiztes Zimmer mit Bett und Strom, duschten kurz (2min 1$) und organisierten uns eine Pizza to go. Erschöpft ins Bett fallen und hoffen, dass es den Puddingärmchen morgen besser geht… 

Tag 17: es hat „nicht geregnet“ 

Auf dem Weg zurück Richtung Exit Glacier gab es den gleichen Nebel wie auf dem Hinweg aber auch Momente wo es nicht geregnet hat bzw. sogar die Sonne schien. Damit sind es schon zwei Tage wo es nicht geregnet hat. 

Beim Campground am Gletscher gab es noch genau einen freien Platz. Das war knapp… 

Den Gletscher kann man leider nicht mehr anfassen, da er sich immer weiter zurückzieht. Schneeflocken aus sieben Jahren werden so zusammen gepresst das Eis von hoher Dichte entsteht, was auch die blaue Farbe zur Folge hat. 

Neben der kurzen Wanderung mit der Rangerin zum Gletscher blieb dann noch Zeit für Kochen und Essen sowie zwei sehr knappe Runden Skipbo. 

Ach ja: was man vor allem braucht für einen Gletscher:Niederschlag. But I am getting ahead of myself. 

Bild wird nachgereicht….

Tag 16: Change of plans

Bereits am Abend zuvor hatten wir Heidi und Andrew gefragt, ob wir ggf. eine weitere Nacht bleiben könnte und unser Camping-Abenteuer auf der anderen Seite der Insel absagen, angesichts des Regens und des Nebels und des uns berichteten schlechten Zustands des Trails (überwuchert, was ja bekanntermaßen nicht so schön ist, wenn es nass ist, insbesondere wenn am Ende des Trails keine Hütte, sondern nur das Zelt wartet). Also zuerst frühstücken bei der Bagel Factory (superlecker, mit nettem Personal), dann zuerst Touristinfo, die uns erklärte, dass das Wetter gar nicht so schlimm ist, wie wir denken, und dass die einfachen Trails auf der anderen Seite der Bucht durchaus okay seien. Kurz zweifelnd sind wir zu Makos Water Taxi gegangen, wo unsere Reservierung für um 11 eh verschütt gegangen ist und sind dann mit denen über die Bucht gefahren zum Glacier Split Trail. Dank des freundlichen Fahrers sind wir kurz an der Insel mit den Puffins vorbeigefahren, so dass wir auch die sehen konnten und noch ein paar Seeotter.

Der Trail beinhaltete einen kurzen Abstecher zu einer muskelbetriebenen Gondelbahn über einen reißenden Gletscherfluss. Jede Person einzeln (inkl. leere Gondel wieder zurück) wird uns morgen Muskelkater in den Armen haben lassen. Außerdem führt er zu einem Gletschersee mit Blick auf den Gletscher und blauen Himmel.

DSC_1907

Tatsächlich riss die Wolkendecke dann auf, als wir auf das Wassertaxi zurück warteten und es gab einen kurzen Moment, wo ich überlegt hatte, ob es nicht doch gut gewesen wäre, doch zu zelten. Zum Glück begann es nach dem Abendessen bei „The fresh catch“ wieder zu regnen, was es seit dem auch weiter getan hat und der Blick über die Bucht offenbart ein freundliches Grau…

Außerdem noch ein Quiz: was ist das?

Achso Mitreisende sind von der Teilnahme ausgeschlossen. 

Da es in der Cabin kein Netz gibt, wird der Beitrag erst morgen zu lesen sein, entschuldigt die Verzögerung. 😉


Tag 15: Regen fällt auf die Welt, grau ist das Himmelszelt oder Do you speak Simplied or Traditionell Chinese?

Leider begann es bereits auf der Fahrt zum Flughafen von Anchorage (von wo ich meine Freundin abholte, die mich für die kommenden 12 Tage begleiten wird) zu regnen. Dadurch ließ ich die Besteigung des Lion Head ausfallen, da auch das oben zu sehende Panorama eher traurig verregnet war.

Mit einem Abstecher durch die Suburbs von Anchorage (gesperrte Straße sei Dank) suchte ich mir dann erstmal den Weg zum Bestbuy (einem Elektronikmarkt), wo ich mein dorthin bestelltes neues Smartphone (ZTE Axon 7) abholen konnte. Da ich dann auch noch am Flughafen viel Zeit hatte (nur weil nur ein Flug ankommt, heißt es nicht, dass es bei der Einreise schneller geht), war es dann auch schon weitgehend eingerichtet. Leider gab die Sprachauswahl nur Englisch, Französisch, Spanisch sowie traditionelles und vereinfachtes Chinesisch als Möglichkeit an.

Die Fahrt nach Homer gestaltete sich insofern als anstrengend, als dass die Wolken irgendwann so niedrig hingen, dass man sich direkt drin befand. Dank der Beifahrerin konnte man während der Fahrt feststellen, wie der Schalter für die Nebelscheinwerfer aussehen würde, wenn man einen hätte. Hatte man aber nicht.

So zog es sich etwas, aber immerhin hat der Regen das Auto ein wenig sauberer gewaschen, so dass man sich nicht jedes mal sofort einsaut, wenn man etwas aus dem Kofferraum nimmt.

Am Ende unserer Etappe begrüßten uns Andrew und Heidi (aus Österreich), die zum einen gegrillt hatten und einen leckeren Salat aus dem eigenen Garten aufgetischt hatten.

Neben ihrem sehr schönen Haus steht eine kleine Hütte, mit geheiztem Ofen, Blick über die Bucht vom Bett aus und Outdoordusche und Plumpsklo.